#1: Erster Austausch und offene Debatte

15.05.2019

Erster Austausch und offene Debatte

Am 15. Mai 2019 trafen sich zum ersten Mal die Mitglieder des Gewerkschafts- und Sozialbeirats, um in sehr offener Atmosphäre die bevorstehenden Herausforderungen zu diskutieren, vor denen unsere Gesellschaft steht. Denn die sozial-ökologische Transformation unserer Wirtschaft und die Digitalisierung, so betonte Anton Hofreiter einleitend, werden große Auswirkungen auf  unsere Arbeitswelt und das soziale Zusammenleben haben. Im Austausch mit dem Beirat sollen Antworten auf die großen Herausforderungen der Zukunft gefunden werden, grüne Konzepte und Ideen der Beiratsmitglieder diskutiert werden.

Arbeitswelt im Wandel

„Wir wollen den Strukturwandel und die Digitalisierung nicht nur abfedern, sondern aktiv sozial gestalten“, verdeutlichte Beate Müller-Gemmeke. Grünes Ziel ist es, die Umbrüche mit neuen Perspektiven für gute Arbeit zu verbinden. Das beinhalte ganz grundsätzlich auch, die Tarifbindung und die Mitbestimmung zu stärken, damit sich niemand auf dem Arbeitsmarkt alleine gelassen oder vergessen fühlt.

Teilhabegarantien schaffen

Auch die Auswirkungen des ökologisch-sozialen Strukturwandels sowie die Digitalisierung der sozialen Sicherungssysteme waren Thema. Der Sven Lehman, Sprecher für Sozialpolitik, stellte das  Grüne Konzept der Teilhabegarantie vor, zu der eine Wohngarantie, die Garantierente und eine Kindergrundsicherung gehören. Am komplexesten ist dabei die soziale Absicherung von Erwachsenen. Ziel grüner Politik ist es, Hartz IV zu überwinden und stattdessen eine Garantiesicherung auf Augenhöhe zu entwickeln, die effektiv Armut vermeidet.

Geballte Sachkompetenz für Zukunftsfragen

Bei all diesen Fragen gab es viele Schnittmengen mit den Mitgliedern des Beirates aus Gewerkschaften, Sozialverbänden und der Wissenschaft. Diese waren sich einig, dass das Versprechen sozialer Teilhabe erneuert werden muss. Die sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft müsse als Ganzes gedacht und umgesetzt werden. Es reiche nicht aus, eine ökologische Transformation anzustoßen, die nur am Rande sozial abgefedert werde. Der Strukturwandel solle daher so gestaltet werden, dass die Arbeitswelt fair wird und gute Arbeitsbedingungen zur Normalität werden. Gleichzeitig braucht die Gesellschaft soziale Sicherungssysteme, die den demographischen Wandel auffangen und der Digitalisierung der Arbeitswelt standhalten. Angebote für die Menschen müssen inklusiv sein, sie müssen das Leben in der Stadt, aber auch im ländlichen Raum gestalten und zwar gleichwertig. Dabei ging es auch um die große Frage: Was hält unsere Gesellschaft in Zeiten des Rechtspopulismus und zunehmender Unsicherheit zusammen? 

Das erste Treffen zeigte deutlich, dass der Gewerkschafts- und Sozialbeirat einen wichtigen Beitrag leisten und die Arbeit der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit Expertise und Sachkompetenz bereichern wird.  

Impressionen