Podcast

Einmal Feministin, immer Feministin

Anlässlich des Internationalen Frauentags diskutieren die Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann und Ulle Schauws, Sprecherin für Familie, Senior*innen, Frauen, Jugend und Queer, über Vorhaben, Maßnahmen und Ziele der grünen Frauenpolitik. Es geht unter anderem um Feminismus, Equal Pay, Gewalt gegen Frauen, Gleichberechtigung in der Corona-Krise und den Paragrafen 219a. Es gibt noch viel zu tun. Durch das Gespräch führt Boussa Thiam.
08.03.2022

Anlässlich des Internationalen Frauentags diskutieren die Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann und Ulle Schauws, Sprecherin für Familie, Senior*innen, Frauen, Jugend und Queer, über Vorhaben, Maßnahmen und Ziele der grünen Frauenpolitik. Es geht unter anderem um Feminismus, Equal Pay, Gewalt gegen Frauen, Gleichberechtigung in der Corona-Krise und den Paragrafen 219a. Es gibt noch viel zu tun. Durch das Gespräch führt Boussa Thiam.


Transkript des Podcasts

Ulle Schauws: Wie ungerecht es an vielen Punkten in der Welt für Frauen und für Mädchen zugeht, lässt überhaupt keinen anderen Schluss zu, als zu denken, diese Ungerechtigkeit aus der Welt zu schaffen und alles dafür zu tun. Das hat mich zur Feministin werden lassen. Und solange diese Ungerechtigkeit nicht beseitigt ist, ist es sehr nachvollziehbar und für mich auch unabdingbar, Feministin zu sein und zu bleiben.

Britta Haßelmann: Die Frage, sich nicht abzufinden mit Benachteiligung, für gleiche Rechte einzutreten, die Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen ins Zentrum zu stellen, das habe ich als junge Frau selbst für mich ganz klar in den Mittelpunkt gestellt und fand es einfach politisch auch zentral.

Intro/Outro: Uns geht's ums Ganze. Der Podcast der grünen Bundestagsfraktion.

Boussa Thiam: Und damit Hallo und herzlich willkommen zu unserem 'Podcast': Uns geht's ums Ganze. Unter der Überschrift "Einmal Feministin, immer Feministin" zum Internationalen Frauentag, freut es mich, dass wir einen so starken und tollen Satz ins Zentrum unseres Gesprächs rücken. Ich darf mich an dieser Stelle kurz vorstellen: Mein Name ist Boussa Thiam, ich bin Moderatorin und Journalistin, arbeite für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Und freue mich sehr, heute zum Weltfrauentag mit zwei sehr engagierten Frauen über Feminismus, 'Empowerment' und das, was die beiden in der Ampelkoalition alles leisten, um für Parität zu sorgen, ins Gespräch zu gehen. Ein Hinweis an dieser Stelle: Wir zeichnen diese Folge auch per Video auf - Hallo. Das geht also auch online anzuschauen, ganz einfach anklicken unter www.gruene-bundestag.de/Frauentag. Eigentlich hätte hier heute auch Bundesfamilienministerin Anne Spiegel sitzen sollen, aber sie ist leider ein Covid erkrankt - Gute Besserung an dieser Stelle. Umso schöner, dass unsere Vorrednerin Britta Haßelmann, Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, eingesprungen ist. Hallo und herzlich willkommen.

Britta Haßelmann: Hallo, ich grüße euch alle.

Boussa Thiam: Sowie Ulle Schauws, frauenpolitische Sprecherin. Herzlich willkommen.

Ulle Schauws: Hallo auch von meiner Seite.

Boussa Thiam: Dann lasst uns doch als Erstes auf den Satz schauen: Einmal Feministin, immer Feministin. Den hat ja Anne Spiegel geprägt, die leider heute krankheitsbedingt nicht hier ist. Aber Ulle, Britta, was bedeutet euch dieser Satz? Fangen wir einmal mit dir an, Ulle.

Ulle Schauws: Also ich glaube, Feministin zu sein bedeutet vor allen Dingen, sich über die Frage des Feminismus Gedanken zu machen. Und festzustellen, wie ungerecht es an vielen Punkten in der Welt für Frauen und für Mädchen zugeht, lässt überhaupt keinen anderen Schluss zu, als zu denken, diese Ungerechtigkeit aus der Welt zu schaffen und alles dafür zu tun. Das hat mich zur Feministin werden lassen. Und solange diese Ungerechtigkeit nicht beseitigt ist, ist es sehr nachvollziehbar und für mich auch unabdingbar, Feministin zu sein und zu bleiben.

Boussa Thiam: Wie siehst du das, Britta?

Britta Haßelmann: Einmal Feministin, immer Feministin - das trägt mich eigentlich durch mein ganzes Erwachsenenleben und das ist ja jetzt schon eine Weile alt. Also ich bin im Dezember 60 geworden. Und ich kann nur sagen, für mich hat das biografisch eine hohe Relevanz. Weil die Frage, sich nicht abzufinden mit Benachteiligung, für gleiche Rechte einzutreten, die Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen ins Zentrum zu stellen, das habe ich als junge Frau selbst für mich ganz klar in den Mittelpunkt gestellt und fand es einfach politisch auch zentral. Und deshalb ist der Satz von Anne so richtig, so wahr und so gut.

Boussa Thiam: Also ich höre heraus, es geht viel um Ungerechtigkeit. Und es ist wahrscheinlich auch bedingt durch das Leben, das man führt, dass man sich auch weiterentwickelt. Aber vielleicht auch für die jüngere Generation: Was macht einen denn zur Feministin? Was würdet ihr sagen, Ulle?

Ulle Schauws: Also ich glaube, dass es an vielen Punkten im Leben vielen Frauen erst einmal gar nicht so bewusst wird, wo eigentlich die Benachteiligung ist. Aber zum Beispiel jede Frau, jedes Mädchen hat mit Sicherheit so etwas wie Sexismus oder Anfeindungen oder vielleicht auch nur Sticheleien erlebt, einfach aufgrund der Tatsache weiblich zu sein. Oder der Körper wird bewertet oder es wird Mädchen und Frauen einfach weniger zugetraut oder zugestanden. Und das erleben Frauen - ob sie jung sind oder ob sie älter oder alt sind - in allen Lebensphasen. Und ich glaube, diese Erfahrung teilen alle Frauen und auch noch einmal sicherlich unterschiedlich, je nachdem, wo man lebt, wie man lebt. Und es gibt eben Frauen, die auch noch mehr Benachteiligung erleben, weil sie vielleicht auch noch andere Benachteiligungen in ihrem Leben mit sich bringen. Und dann haben wir einfach auch Mehrfachdiskriminierungen, wovon Frauen auch ganz besonders betroffen sind. Und mit dieser Lebenserfahrung haben Frauen grundsätzlich einfach einen längeren Weg, um anzukommen, auch an einem Selbstbewusstsein. Einfach auch die Stimme zu erheben und Macht und Anspruch auf Mitgestaltung und auf den Machtanspruch zu erheben, sich Raum zu nehmen in der Gesellschaft. Ob es jetzt in der Straßenbahn, im Bus oder ob es auf einer großen Bühne ist oder vielleicht auch in einer Regierung. Dieses Selbstverständnis ist Frauen und Mädchen einfach nicht so gegeben und wird gesellschaftlich auch nach wie vor nicht so gefördert. Und das ist der Grund, warum wir von Bündnis 90/Die Grünen eine feministische Partei sind - das ist die Basis unserer Partei. Und dafür machen wir heute noch Politik.

Boussa Thiam: Und du hast doch gerade schon über intersektionalen Feminismus gesprochen, da gehen wir an späterer Stelle noch näher darauf ein. Britta, würdest du da etwas ergänzen wollen oder findest du, an dieser Stelle kann man auch tatsächlich schon eine Zäsur setzen?

Britta Haßelmann: Ja, in unserem Grundgesetz - was uns allen ja sehr wichtig ist - da ist der Artikel 3. Und dieser Artikel 3, der garantiert Frauen und Männern die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in dieser Gesellschaft. Und das ist etwas, das steht in unserem Grundgesetz, ist aber in vielen Lebensbereichen bis heute nicht Realität - obwohl Frauen mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind. Und das ist natürlich etwas, da müssen wir politisch etwas verändern, damit Frauen den gleichen Zugang zu Macht, zu Verantwortung, zu Zeit und zu Geld haben. Und das ist bis heute nicht so. Und deshalb dürfen wir uns damit nicht abfinden, sondern müssen sagen, der Artikel 3 ist die Ausgangsbasis. Und darauf müssen wir jetzt aber in vielen gesellschaftlichen Bereichen Veränderungen erwirken.

Boussa Thiam: Also es ist eigentlich ganz einfach: Es geht um Gleichstellung. Aber was meint ihr, warum polarisiert der Begriff denn immer wieder? Ich habe schon das Gefühl, dass es sowohl bei Frauen als auch Männern verschiedene Strömungen gibt, die sagen: „Ja, ich bin ja schon für Gleichberechtigung, aber ich bin doch kein Feminist." Oder: „Nein, Feministin, der Begriff ist mir zu krass." Also was meint ihr, warum gibt es da immer noch Menschen die zögern, wenn es um das Thema Feminismus geht oder sich auch dazu zu bekennen? Ulle.

Ulle Schauws: Also es geht natürlich bei der Gleichberechtigung darum, gleiche Rechte zu haben. Und da, wo eine Seite weniger vom Kuchen hat, da hat die andere Seite mehr. Und wenn wir um einen Ausgleich ringen, dann geht es auch darum, dass eine Seite Macht abgeben muss. Um es einmal so krass auszudrücken: Es geht um einen Machtkampf. Es geht um ein Machtgefälle und es geht um einen Machtkampf letztendlich - und das ist nicht angenehm. Deswegen heißt es ja übrigens auch Frauenkampftag - und es hat etwas mit Kämpfen zu tun. Und es geht darum, dass man aushalten können muss, denn wenn man um etwas kämpft, dann gibt es auch natürlich Ärger auf der anderen Seite. Das kennen wir ja. Das Patriarchat ist ja das Beschreiben von: Männer haben die Vormachtstellung - und genau das wollen wir ja nicht mehr. Und deswegen glaube ich, ist es vielen nicht angenehm, in diesen Kampf, in diese Auseinandersetzung zu gehen. Aber ohne geht es eben nicht - von nichts kommt nichts. Und ich glaube einfach, dass es auch ein Teil von feministischem Kampf ist, unbequem sein zu können und das aushalten zu können. Und an dieser Stelle ist deswegen die Solidarität zwischen Frauen sehr, sehr wichtig, weil Solidarität stärkt uns dann auch gemeinsam. Und es gibt übrigens auch nicht wenige Männer, die den Feminismus wichtig finden, die sich auch diesem Kampf anschließen. Und da geht es also nicht um Kampf zwischen Männern und Frauen, sondern gegen eine patriarchale, gegen eine Vormachtstellung von Männern. Und das kann man gemeinsam erkämpfen.

Boussa Thiam: Wenn wir über das Kämpfen sprechen und auch Solidarität. Britta, du hast dich auch kürzlich klar solidarisiert nach dieser unfassbar transfeindlichen AfD-Rede im Bundestag. Ich fand, es klang so, als hättest du wirklich aus tiefstem Herzen gesprochen und einfach noch einmal festgemacht, was du von solchen unsagbaren Sätzen hältst. Ich möchte das jetzt nicht reproduzieren, aber was sind die Grundwerte des Feminismus, vielleicht auch noch einmal an dieser Stelle?

Britta Haßelmann: Ja, es ging um unsere Kollegin und Freundin Tessa Ganserer. Und es hatte jemand in niederträchtiger Art und Weise homophob, menschenverachtend über Tessa gesprochen - und das Selbstbestimmungsrecht von einer Frau, meiner Kollegin, in Frage gestellt. Und das ist etwas, das darf nicht unwidersprochen im Parlament, im Deutschen Bundestag stehen bleiben. Und deshalb habe ich persönlich ein ganz großes Bedürfnis gehabt. Und ich war so froh, dass mit mir alle Demokratinnen und Demokraten dieses Hauses, des Parlamentes auch der Auffassung waren, dass das eine klare Zurückweisung erfordert. Und ja, das war mir ein Bedürfnis, das auszusprechen und zu sagen: Stopp! Widerspruch, Zurückweisung und Entlarvung dieser niederträchtigen, homophoben Art und Weise mit Menschen umzugehen. Weil, das hat ja Methode bei der AfD, Verachtung von Menschen und die Herabsetzung von Menschen - gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Damit versuchen die immer wieder zu arbeiten. Und wenn sich dann so viele solidarisch erklären und das zum Ausdruck bringen im Parlament, dann ist es ein ganz wichtiges Signal. Egal, ob man der CDU-Fraktion angehört oder der Grünen-Fraktion oder der FDP oder der Linken oder der SPD. Und das ist an dem Tag passiert.

Boussa Thiam: Wir sprechen ja auch heute über genau die verschiedenen Aspekte des Feminismus. Da spielt natürlich auch der Queerfeminismus eine Rolle. Ulle, was hat sich da deiner Meinung nach in den letzten Jahren verändert? Aber wo muss vielleicht auch noch weiter gekämpft werden?

Ulle Schauws: Ich mag vielleicht anfangen mit dem, was Britta gerade noch einmal gesagt hat. Auch die Situation, die wir im Plenum erlebt haben zu der vereinbarten Debatte zum Frauentag. Das war ja eine verabredete Debatte zwischen den Fraktionen. Und die ist so unendlich widerlich genutzt worden vonseiten der AfD, um Tessa Ganserer anzugreifen. Und ich wollte nur noch einmal sagen: Erstens hast du uns allen sehr, sehr aus der Seele und aus dem Herzen gesprochen, Britta. Und ich fand diese Klarheit, diese Zurückweisung von so einer übergriffigen, widerlichen Angriffsrede sehr wichtig. Und ich habe sehr viele Reaktionen bekommen nach diesem Plenartag, nach dieser Auseinandersetzung auch von vielen Frauen, von vielen Feministinnen. Die vielleicht auch das mit dem Selbstbestimmunggesetz noch nicht sicher verstanden haben oder sich gefragt haben: Worum geht es hier eigentlich? Und das war so der Anlass auch Tessa Ganserer anzugreifen - was unsäglich war. Aber ich habe so viele aus einer tiefen Überzeugung gehört, die gesagt haben: „Wenn das der Grund ist, wenn das die AfD so nutzt, dieses Selbstbestimmungsgesetz, Menschen wie Tessa und andere zu diskreditieren. Dann habe ich eine sehr, sehr klare Meinung auch zum Selbstbestimmungsgesetz und habe mich auseinandergesetzt damit. Und jetzt weiß ich, worum es da geht." Und das wollte ich noch einmal sagen, weil ich es sehr, sehr wichtig fand und weil es wirklich etwas verändert hat. Was zum Queerfeminismus als wichtiger Punkt natürlich auf jeden Fall noch genannt werden muss, ist natürlich nicht nur das Selbstbestimmungsgesetz, sondern grundsätzlich der Kampf gegen das Patriarchat, was ich eben so gesagt habe, das betrifft eben auch alle marginalisierten Gruppen. Und ich sage jetzt zum Beispiel das Abstimmungsrecht. Also zum Beispiel Zwei-Mütter-Familien oder zwei nicht heterosexuelle Menschen oder heterosexuelle Paarkonstellationen, die Kinder bekommen, die gleichzustellen. Also Kindern von Anfang an, von Geburt an zwei rechtliche Eltern an die Seite zu stellen. Das ist das, was wir nach der Ehe für alle noch dringend brauchen. Was wir im Queerfeminismus grundsätzlich anstreben ist, dass Selbstbestimmungsrecht aller Menschen zu stärken. Und es ist egal, ob es Frauen sind, ob es Transfrauen sind, ob es Frauen mit Behinderungen sind, ob es Frauen mit internationaler Familiengeschichte, 'People of Colour' sind. Es ist ganz grundsätzlich so, dass die Selbstbestimmung von Menschen in jeder Form auch bei allen Fragen der Reproduktion gestärkt wird.

Boussa Thiam: Ich meine, es ist klar, es herrscht Konsens bei uns. Es ist eine wahnsinnig tolle Arbeit, die ihr da leistet, es ist auch ein riesen Engagement, was ich einfach da heraus höre. Aber was ich mich in diesen Debatten immer wieder frage: Es gibt ja durchaus trotzdem auch feministische Aktivistinnen, zum Beispiel die TERFs, die da sehr radikal sind in ihrer Haltung, trotz allem. Warum gibt es da immer wieder Ängste, zum Beispiel vor Transfrauen? Warum gibt es Befürchtungen? Warum schließt man da trotzdem immer wieder Gruppen aus? Ulle, kannst du das vielleicht noch einmal ein bisschen näher erklären?

Ulle Schauws: Also ich glaube, es ist eine Vorstellung, die ... Ich habe jetzt in den letzten Monaten, Jahren sehr viel Diskussionen dazu auch erlebt und viele Fragen auch erlebt, die sich viel damit auseinandersetzen, ganz oft eher so mit biologistischen Fragen. Also die Frage von: Es gibt eigentlich nur zwei Geschlechter und wieso wird das auf einmal verändert? Ich glaube, dass da viel Angst ist, auch vor Veränderung. Ich glaube allerdings auch - und das ist auch mein Begriff von Feminismus und der ist es auch immer gewesen - Feminismus ist nicht biologistisch. Ich glaube, dass die Frage von: Wie viele Geschlechter gibt es? Oder was gibt es auch zwischen den Polen, zwischen männlich und weiblich an Geschlechtern oder Geschlechtsidentitäten? Das ist nicht festgelegt und damit hat sich Feminismus immer schon beschäftigt - so ist das tatsächlich. Und die Angst, dass sich vielleicht auf einmal eine Weltvorstellung verändert oder eine Sicht auf die Strukturen von Geschlechtern, das, glaube ich, macht manchmal Unbehagen und Angst. Und dann wird es jetzt, finde ich, vonseiten derjenigen, die das Selbstbestimmungsgesetz ablehnen, sehr oft so definiert zu sagen, man kann sich nicht einfach sein Geschlecht selber aussuchen. Weil das würde ja bedeuten, wenn jetzt ein Mann sagt: „Ich bin kein Mann, sondern ich bin eine Frau.", dass dann eine Bedrohung, zum Beispiel in Frauenschutzräumen, passieren könnte. Diese Annahme ist an sich, glaube ich, der falsche Anfang, weil ich einfach sagen muss, dass jemand sein Geschlecht erstens selber bestimmen können muss. Da kann sich keiner einmischen, da kann sich auch kein Staat einmischen. Aber dass es niemals so sein kann - aus meiner Sicht -, dass jemand sagt: „Ich möchte meine Geschlechtsidentität oder mein Geschlecht ändern, aber um es zu missbrauchen, um Gewalt auszuüben gegen Frauen." Diese Annahme ist, glaube ich, grundfalsche. Und deswegen ist es auch falsch zu denken, jemand ändert sein Geschlecht und geht in Frauenschutzräume und bedroht Frauen. Das ist eine Diskussion, über die wir jetzt sehr viel Abwehrkämpfe führen müssen, auch mit feministischen Zeitungen wie Emma, die also auch Transfrauen diskreditieren in einer Art und Weise, wo ich sagen muss, das lehne ich zutiefst ab. Und der Angriff bezieht sich einfach auf eine falsche Annahme. Das ist meine Erklärung.

Boussa Thiam: Dann würde ich vielleicht gerne einmal in Richtung Koalitionsvertrag gehen wollen. Denn du hast auch gerade schon die Selbstbestimmung angesprochen. Da geht es ja auch um die Abschaffung des Paragrafen 219a und den hast du, Ulle, konkret mitverhandelt. Was ist euch da jetzt gelungen? Und wo gibt es aber immer noch Spielraum, wo muss man Dinge weiter vorantreiben?

Britta Haßelmann: Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass wir das erreicht haben. Denn seit Jahren beobachten wir und sehen wir wirklich leidend zu, dass Frauen und Ärztinnen und Ärzte kriminalisiert werden, dadurch, dass es den 219a gibt. Und jede engagierte Ärztin in einer Beratungsstelle, in einer Praxis ist diesem Druck ausgesetzt, dass sie nicht einmal darüber sachlich informieren kann, dass sie Frauen in Notsituationen unterstützt und bei Schwangerschaftsabbruchabsicht berät. Und das ist einfach ein unglaublicher Zustand. Vom Selbstbestimmungsrecht her gedacht sowieso, aber auch was die Gesundheitsorge angeht und was die Kriminalisierung von betroffenen Frauen und Ärztinnen und Ärzten angeht. Und wir kämpfen seit Jahren aus voller Überzeugung dafür, dass dieser Paragraf endlich herausgestrichen wird aus dem Strafgesetzbuch. Und alle Ärztinnen und Ärzte die Möglichkeit haben, Frauen in einer Notsituation Information und Aufklärung geben zu können. Und für mich war es so, als ich gesehen habe, in dieser Konstellation Grüne, FDP, SPD, da kriegen wir diesen wichtigen Schritt hin, im Interesse der Selbstbestimmung von Frauen und der Entkriminalisierung, war das für mich ein ganz wichtiges Zeichen. Und ich bin froh, dass das jetzt auch einer der ersten Gesetzentwürfe sein wird, die wir gemeinsam in den Deutschen Bundestag einbringen. Da wird nicht wieder drei Jahre beraten und die Frauen müssen warten, sondern das wird jetzt eins der ersten Versprechen, das wir gegeben haben, das auch eingelöst wird.

Boussa Thiam: Das ist schon einmal positiv, das kann man markieren, finde ich. Das ist etwas sehr Wichtiges, Wertvolles und Schönes. Ein anderer Schwerpunkt ist der Schutz vor Gewalt, der gehört auch zu eurem, zu ihrem Koalitionsvertrag. Dazu gehören die Istanbul-Konventionen. Wo sind da jetzt die Weichen gestellt?

Ulle Schauws: Ich muss noch einmal ganz kurz zurück auf den Paragraf 219a. Und das, glaube ich, ist insofern so ein wichtiger Schritt, den wir jetzt geschafft haben, wie Britta das gerade gesagt hat. Weil an dieser Diskussion, die wir in den letzten Jahren darüber geführt haben, ist ganz interessant, was passiert. Nämlich dass ganz, ganz viele in unserer Gesellschaft - vor allen Dingen Frauen, aber nicht nur Frauen - sich wieder zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren klar gemacht haben, was für eine restriktive Gesetzgebung wir insgesamt haben. Britta hat gerade den 219a erklärt, aber darin war die Empörung ja besonders groß. Wir haben ja darüber hinaus auch geschafft, dass wir tatsächlich auch eine Kommission jetzt einrichten werden - das wird auch sehr zeitnah auf den Weg gebracht -, wo wir auch über eine Regelung des Paragraf 218, der jetzt im Strafgesetzbuch immer noch steht, reden werden. Und wir wollen schaffen zu gucken, ob es eine Regelung außerhalb des Strafgesetzbuches und auch eine Entstigmatisierung und Entkriminalisierung in diesem Bereich geben kann. Das wird auch ein wichtiger und großer Erfolg. Und ich glaube, dass die Aufmerksamkeit und das Bewusstsein in der Bevölkerung über die restriktive Gesetzgebung sehr, sehr wichtig ist und weitergehen muss. Wir haben aber in der Tat auch den ganzen Bereich des Gewaltschutzes thematisiert und auch ein Ziel, was wir Grüne schon sehr lange verfolgen, nämlich endlich wirklich auch die Umsetzung der Istanbul-Konvention - und zwar vorbehaltlos. Vorbehaltlos, das Wort ist insofern wichtig, dass eben jede Frau, wenn sie aufgrund von Gewalt geschützt werden muss, aber eben kein Aufenthaltsrecht hat, dass sie dieses Aufenthaltsrecht auch bei einer Gewaltbeziehung und einer Trennung bekommen muss. Damit sie nicht aufgrund der Trennung dann aus Deutschland ausgewiesen werden kann. Wir wollen, dass es endlich eine bundeseinheitliche Finanzierungsgrundlage für die Verbesserung von Gewaltschutz - insbesondere Ausbau von Frauenhäusern - bundesweit geben wird. Also die Beteiligung der Länder und der Kommunen - die wichtige und wichtigste Unterstützung endlich auch durch den Bund gewährleisten. Das wird eine große Aufgabe sein. Das haben wir sehr intensiv in den Verhandlungen diskutiert und haben es in den Koalitionsvertrag geschrieben. Und wir werden jetzt mit den Frauenverbänden, mit der Frauenhauskoordinierung und autonomen Frauenhäusern, dem Bundesverband der Frauenberatungsstellen und -notrufen und anderen Fachfrauen von dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und anderen großen Organisationen, der AWO und anderen, hier versuchen - und mit den Ländern - eine Regelung zu finden, wo wir endlich eine bessere Finanzierung des Gewaltschutzes auf die Beine stellen.

Britta Haßelmann: Das ist ein ganz wichtiger Schritt, den Ulle da gerade anspricht, weil viele der Frauen, die von Gewalt bedroht sind, erleben das natürlich hautnah: Wo kann ich hin? Wo gibt es denn Frauenschutzräume in der Stadt, in der Region in der ich lebe? Und Frauen, die in diesen Hilfestrukturen arbeiten, in der Kommunalpolitik aktiv sind, vor Ort sind, die wissen, was das bedeutet, dass wir da so ein Unterangebot haben. Dass wir zu wenig Schutzräume, zu wenig Plätze in Frauenhäusern, in Fluchthäusern haben. Und deshalb ist auch das ein ganz wichtiger Schritt, damit die Frau, die vielleicht in Paderborn im Frauenhaus arbeitet, nicht erst die NRW-Landkarte angucken muss, wo in Nordrhein-Westfalen vielleicht noch ein Platz frei ist für die Frau, die jetzt gerade Hilfe braucht. Und das ist ein ganz wichtiger Schritt. Und wir beraten da wirklich seit Jahren daran herum, an einer Lösung zwischen Bund und Ländern. Und die Leidtragenden sind eben die Frauen und die Hilfestrukturen vor Ort. Und deshalb bin ich froh, dass wir das verankern konnten im Koalitionsvertrag.

Ulle Schauws: Und vielleicht noch eine Ergänzung, weil ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt für alle, die sich auch auskennen, wie Britta das gerade auch beschreibt. Die wissen, es gibt in Deutschland nach wie vor nicht für alle Frauen Möglichkeiten, auch in einen Frauenschutzraum oder in ein Frauenhaus zu kommen. Es gibt Frauen, die fallen im Hilfesystem durch das Raster. Ob das Studentinnen sind, ob das Frauen mit Fluchterfahrung sind, ob es Frauen ohne Aufenthaltsstatus sind, die es auch gibt. Und alles das puffern... Oft sagen auch die Frauen in den Frauenhäusern: „Wir können keine Frau abweisen, wenn sie solche dringenden Schutzbedarfe hat.", und versuchen es hinzubekommen. Aber es geht alles ganz oft auf die Knochen von Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser und die puffern im Prinzip den Gewaltschutz, den der Staat nicht gewährleistet. Und das wollen wir hier endlich nachbessern.

Boussa Thiam: Ich hoffe, unseren Zuschauer*innen und auch Zuhörer*innen geht es genauso wie mir. Ich kriege immer wieder tatsächlich Gänsehaut bei all dem, was ich hier zu hören bekomme von euch. Und auch, was wir hier markieren und was ihr an Arbeit leistet. Es sind sehr viele ernste, wichtige Themen, die wir hier ansprechen, die aber durch eure Politik vorangebracht werden. Ein wichtiger Aspekt ist natürlich auch das Thema 'Equal Pay Day'. Wir zeichnen das heute auf, das kann ich an dieser Stelle, glaube ich, einmal erwähnen. Es ist ein symbolischer Tag. Das heißt, angenommen, Frauen verdienen gleich so viel wie Männer, dann hätten sie bis Anfang März umsonst gearbeitet. Jetzt können wir uns alle überlegen: „Gut, dann machen wir 2023 bis März gar nichts. Einmal sehen, was dann passiert." Aber das Thema Gleichstellung - Stichwort Entgeltgleichheit - das ist ja auch bei euch ein wichtiges Thema. Inwiefern hat es da eine Entwicklung gegeben? Inwiefern ist euch da mehr Transparenz gelungen? Britta.

Britta Haßelmann: Ihr müsst euch einfach vorstellen, seit über 60 Jahren gibt es das Entgeltgleichheitsgebot. Und trotzdem ist es so, dass Frauen für gleichwertige Arbeit weniger Geld verdienen. Und dafür gibt es gar keinen Grund, außer dass man Frauen benachteiligen will. Für gleichwertige Arbeit, muss es gleichen Lohn geben. Das sogenannte 'Gender Pay Gap' beträgt 18 Prozent - das müssen wir uns einmal vorstellen. Und deshalb gibt es jetzt ja seit ein paar Jahren das Entgeltgleichheitgesetz. Aber da müssten wir nachlegen, da gibt es einfach zu viele Ausnahmen. Wir müssten die Wirksamkeit evaluieren. Und wir haben den ganz starken Eindruck - wir Bündnis 90/Grüne-Frauen -, dass wir da noch nachlegen müssen, weil wir glauben, dass wir im Bereich der Angebote von Arbeitsplätzen und der Entlohnung nicht alle erreichen, durch das jetzt konstruierte Gesetz. Das wird jetzt eine Aufgabe sein, die liegt vor uns. Und auch da hat Ulle natürlich hart mit verhandelt. Von daher kann sie bestimmt auch noch eine Einschätzung dazu geben.

Ulle Schauws: Ja gerne. Ich finde, das ist ein Thema, was uns... Man kann es eigentlich fast schon nicht mehr hören, du hast es gerade auf den Punkt gebracht, Britta. Eigentlich gibt es überhaupt keinen Grund und keinen Anlass, wirklich zu sagen: Woran liegt das eigentlich, dass wir immer noch eine ungleiche Bezahlung haben? Und übrigens der 'Gender Pension Gap', also der Gap, die Lücke bei der Rente ist nicht nur 18 Prozent - also hochgerechnet -, sondern die ist bei 53 Prozent. Ich meine, das muss man sich einfach klar machen, dass wir einen Unterschied zwischen Männern und Frauen haben, der bei der Rente noch einmal dreimal stärker durchschlägt. Und es liegt schlicht und ergreifend daran - das wissen wir auch: In Deutschland sind wir wirklich hinten dran. Bei vielen anderen Ländern ist es nicht so eklatant wie bei uns in Deutschland. Man denkt immer wir sind fortschrittlich - nein, sind wir nicht. Wir sind jetzt hoffentlich die Fortschrittsampel. Da wollen wir jedenfalls am Ende schon einmal etwas verbessern können. Aber gerade bei der Entgelttransparenz oder Entgeltgleichheit wollen wir vorankommen. Vor allen Dingen auch - das haben wir auch im Koalitionsvertrag verabredet - bei den Klagen, wenn Frauen zum Beispiel gegen ihre Lohnungleichheit dann klagen wollen. Das müssen sie bisher immer selber und sehr individuell dann tun. Wer macht das schon? Das ist ja eine total hohe Hürde. Da wollen wir - jetzt mit Unterstützung auch durch Gewerkschaften, durch Verbände - die Möglichkeit geben, dass Frauen bei einer Klage unterstützt werden. Das Entgelttransparenzgesetz wollen wir fortschreiben. Und wir wollen natürlich insbesondere auch dafür sorgen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zwischen Männern und Frauen wirklich deutlich besser aufgeteilt wird. Frauen mehr und Männer auch weniger arbeiten und die Care-Arbeit gleicher aufgeteilt wird - weil das ist am Ende wirklich der Haken, an dem es an vielen Punkten hängt. Und 'last but not least' müssen wir natürlich auch für die Steuergerechtigkeit sorgen. Da konnten wir uns ärgerlicherweise bei der Steuergerechtigkeit, beim Ehegattensplitting nicht durchsetzen. Das wäre schön gewesen, wir hätten hier den nächsten Schritt geschafft. Aber da werden wir nicht locker lassen, auch an dieser Schraube weiter zu drehen, bis das Ehegattensplitting endlich abgeschafft ist.

Boussa Thiam: Ja, immerhin. Kleine Anekdote an dieser Stelle: Es gibt vom DFB für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft kein Kaffeeservice mehr, so wie das, glaube ich, 1989 noch der Fall war. Aber weil wir jetzt gerade auch über Chancengleichheit und Geschlechterrollen gesprochen haben, müssen wir natürlich auch noch einmal auf die aktuelle Situation zu sprechen kommen - auch bedingt durch die Pandemie. Laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts haben nämlich, wenn es um das Thema Familie und Kinderbetreuung geht, zu 71 Prozent die Mütter die Rolle übernommen und sich mit Care-Arbeit - und natürlich was alles damit zusammenhängt - beschäftigt. Das heißt, man sieht wieder eine riesen Diskrepanz. Ich frage mich, werfen Krisen auch wieder das Thema Gleichberechtigung zurück? Was gilt es da zu tun?

Britta Haßelmann: Ja, du hast vollkommen recht. Gerade in der Corona-Pandemie haben wir das genauso erlebt. Das eigentlich gesellschaftliche Zustände, die man verändern will, sich vielleicht doch wieder wie durch ein Brennglas potenzieren. Und wir hatten gerade im Hinblick auf die Frage, wer fängt das eigentlich alles ab in so einer Krisensituation - Care-Arbeit, 'Homeoffice', gleichzeitig Kinderbetreuung, weil die Kitas und die Schulen vielleicht in der ersten Welle geschlossen wurden und dann die Kinder zu Hause über die 'Laptops' digital irgendwie ja Schule gemacht haben. Ich mag das Wort 'Homeschooling' gar nicht, weil es wird der Lebenssituation von Familien da gar nicht gerecht. Und auch die andere Care-Arbeit in Bezug auf Pflege, unterstützende Familienarbeit - ganz vieles ist bei Frauen geblieben. Und das haben wir sehr intensiv diskutiert, auch ihr, Ulle, im Frauenausschuss des Deutschen Bundestages. Jetzt auch untermauert durch ein paar Studien, dass einmal klar wird, das ist nicht einfach irgendetwas, was man so als Eindruck hat. Sondern real waren Frauen wirklich diejenigen - Frauen, Kinder und Jugendliche -, die durch ganz viele Entscheidungen, die in der Corona-Pandemie getroffen wurden - aus Gesundheitsschutzgründen, aus Infektiosschutzgründen - hart getroffen waren.

Ulle Schauws: Ich glaube, das Schwierigste ist eigentlich - Boussa, du hast es gerade eben so ja auch gefragt - der Automatismus. Also ohne dass irgendjemand gefragt hat: „Wie kriegen wir die Krise jetzt geregelt?". Der Automatismus oder dieses Selbstverständnis, dass Frauen das schon machen und übernehmen - also die Care-Arbeit übernehmen und bei sich selbst dann reduzieren, ob es die Erwerbsarbeit ist oder ob es viele selbstständige Frauen sind, die ihre Selbstständigkeit aufgegeben haben, Wissenschaftlerinnen, Journalistinnen. Die haben alle sehr, sehr stark auch Einbrüche in ihrer Karriere erlebt. Und das ist etwas, was Jutta Almendinger sehr stark auch ausgedrückt und gesagt hat, dass das Frauen möglicherweise um Jahrzehnte zurückwerfen wird. Wir haben die Auswirkungen noch nicht überschaut, wir sind ja noch nicht durch die Pandemie durch. Aber wir haben jetzt ja auch eine Bundesstiftung Gleichstellung und andere auch wissenschaftliche Expertise, die sich genau damit auseinandersetzen werden: Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf die Karriere und auf die Einkünfte letztendlich von Frauen, auf ihren mentalen Zustand? Und das ist, glaube ich, wichtig. Und deswegen haben wir zum Beispiel auch in diesem Koalitionsvertrag als einen Punkt - den wir auch zu Beginn der Pandemie gefordert haben - einen Gleichstellungscheck, den wir jetzt machen werden. Das wird Anne Spiegel als Frauenministerin jetzt in Angriff nehmen. Einen Gleichstellungscheck, so dass wir sagen, alle Gesetze, die wir auf den Weg bringen, müssen die Auswirkungen auf die Geschlechter in den Blick nehmen, damit uns das so nicht wieder passiert. Damit wir also keine Pandemie oder andere Krisen haben, die zulasten einer Seite gehen. Das ist die Fortsetzung dessen, was wir als Feministinnen nicht mehr wollen und uns nicht mehr leisten können.

Boussa Thiam: Genau. Und an dieser Stelle, wenn wir wieder sozusagen den Blick in Richtung Meilenstein und Gleichstellung richten, da finde ich auch sehr wichtig, da habt ihr in der Europäischen Union tatsächlich auch für etwas sehr Wichtiges gesorgt. Denn die Bundesregierung hat nach zehn Jahren ihre Blockadehaltung aufgegeben und die Führungspositionenrichtlinie beschlossen. Was heißt das genau und was wird dadurch in Gang gebracht?

Britta Haßelmann: Ich bin sehr froh darüber. Und wer von euch und Ihnen, die uns zuhören, bei 'Social Media' unterwegs ist, hat vielleicht im Umfeld der Münchner Sicherheitskonferenz, bei der sehr intensiv über Verteidigung, über Sicherheit, über die aktuelle Situation - das war noch vor Ausbruch des Angriffskriegs von Putin auf die Ukraine - diskutiert wurde, gesehen, dass dort auf dieser Konferenz - bei der ich selbst war - noch nie so viele Frauen waren.

Boussa Thiam: Bis auf den 'Lunch'.

Britta Haßelmann: Bis auf den 'Lunch' - deshalb war meine Einleitung so - bis auf den 'CEO-Lunch'. Außenministerin Baerbock, Außenministerinnen vieler anderer Länder, die Vizepräsidentin der USA, die Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen, die Verteidigungsministerin. Es waren so viele Frauen dort, die über Sicherheits- und Friedensordnung dieser Welt diskutierten. Aber beim 'CEO-Lunch' mit der Wirtschaft saßen 30 Männer in einem Mittagessen und berieten die Lage der Nation. Und als ich das gesehen habe im Netz, habe ich gedacht, wie wichtig es ist, dass wir beim Thema Führungsfunktion von Frauen, Frauenquoten, klare Maßstäbe und Linien gesetzlich vorgeben. In Politik, in Wirtschaft und in gesellschaftlich wichtigen Funktionen - dazu gehören auch Kultur und Medien, der Journalismus, alle wissen, wovon wir reden. Es ist einfach so notwendig. Und dass jetzt diese Richtlinie gezeichnet wurde, nachdem sie so viele Jahre blockiert war, ist ein wichtiger Anknüpfungspunkt für unsere nationale Politik auch hier in Deutschland.

Ulle Schauws: Ganz kurz, weil dieser Richtlinienvorschlag mit dem Ziel, den Frauenanteil in den Leitungsorganen börsennotierter Gesellschaften in der EU substanziell zu erhöhen - das ist ja das, was die Richtlinie aussagt. Das Verrückte ist, dass das auf Deutschland eigentlich überhaupt keinen großen Einfluss mehr hat. Weil wir diese Maßnahmen, die hier vorgeschlagen werden oder die hier beschlossen werden - diese Rahmenbedingungen haben wir in Deutschland schon. Das heißt, es ist total absurd, dass Deutschland dieser Richtlinie nicht zugestimmt hat und das Zünglein an der Waage war. Ich gebe zu, in den letzten acht Jahren in der Oppisition - Britta, du weißt es - haben wir das immer massiv kritisiert. Und jetzt sind wir an dieser Stelle zum ersten Mal mit der Ampelkoalition in der Lage, das zu ändern. Und das war so ein erster kleiner Erfolg. Aber es hat für ganz viele europäische Länder und für die Situation von Frauen in anderen Ländern und den börsennotierten Unternehmen einen großen Unterschied. Und das freut uns natürlich sehr.

Boussa Thiam: Und weil wir gerade auch schon ganz kurz das Thema Ukraine gestreift haben, würde ich gerne hier auch natürlich drüber sprechen wollen mit euch. Denn ich habe da auch wieder eine Studie gefunden und zwar ist die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Die ist zwei Jahre alt, aber die besagt, dass jene Prozesse zu über 60 Prozent besser verlaufen, wenn Frauen daran beteiligt sind. Also meine Frage: Wenn es um Führungspositionen geht, was macht eine weibliche Krisendiplomatie eventuell anders? Was kann sie alles schaffen?

Britta Haßelmann: Ja, ich glaube, das ist so ein Punkt, weshalb wir uns so stark gemacht haben in den Koalitionsverhandlungen. Und dann jetzt auch im Bündnis mit FDP, SPD und uns, Bündnis 90/Die Grünen, eine feministische Außenpolitik vereinbart haben. Wir wollen das mit Leben füllen und wir wollen da einen klaren Akzent setzen. Wir wissen, dass Frauen in Krisenprozessen stabile und verlässliche Partnerinnen sind. Dass Frauen die Fähigkeit besitzen, Konfliktprävention, Verhandlungen und das Zusammenführen verschiedener divergierender Interessen und Ausgleich zu erreichen. Und aus vielen, vielen Erfahrungen in der Welt, in Krisen- und Konfliktsituationen wissen wir, wie wichtig die Nichtregierungsorganisationen, die zivilen Projekte waren, in denen Frauen beteiligt waren, in denen Frauen Prozesse initiiert und gemanagt haben. Und deshalb ist es so wichtig, über solche Fragen zu sprechen und ihnen eine Priorität einzuräumen. Und wenn wir jetzt den Blick in die Ukraine wenden - ich weiß nicht, wie es euch und Ihnen geht -: Es ist ja so, wir als Politiker*innen müssen einen kühlen Kopf bewahren und handeln, wir müssen Entscheidungen treffen. Wie ein hartes Sanktionspaket gegen Putin und sein Regime oder wie Waffenlieferungen für die Ukraine, damit sich dieses Land selbst verteidigen kann. Aber manchmal, wenn ich die Bilder sehe und sehe, wie Frauen unter dieser Zerstörung, dieser Gewalt leiden - Frauen, Kinder, Mädchen, Jugendliche -, dann ist mir zum Weinen.

Boussa Thiam: Ja, man hat es auch gerade gehört, mir ist auch bei dem Thema die Stimme sofort weggebrochen. Denn ich glaube, der Krieg in der Ukraine, der geht uns allen gerade unglaublich nah. Auch wenn man als Politiker*in einen kühlen Kopf bewahren muss, auch wenn man als Journalist*in dazu verpflichtet ist, natürlich das Ganze einzuordnen und sachlich zu bleiben - man ist ja auch ein Mensch. Und vor allem sehen wir auch gerade die Bilder der vielen Frauen, vornehmlich die mit ihren Kindern flüchten aus der Ukraine. Was meint ihr, was bedeutet das jetzt vor allem auch für die, die hier in Deutschland ankommen? Wie wird das vielleicht auch frauenpolitisch die Situation verändern, beeinflussen?

Ulle Schauws: Ja, ich glaube, es ist - auch für uns hier in Deutschland - auch zum Ersten Mal aus einem fast unmittelbaren Nachbarland - die Ukraine ist sehr nah. Dass es da natürlich eine hohe Bereitschaft und große Solidarität jetzt gibt einerseits und andererseits die Situation so ist, dass wir gerade über 90 Prozent Frauen und Kinder haben, die flüchten. Also es ist auch eine neue Situation, in der jetzt ganz viele Dinge organisiert werden müssen - aus meiner Sicht -, die mit genau diesem Blick ... Also mit der Sensibilität dafür, wer kommt. Da kommen Frauen und Kinder - und was brauchen die Frauen und Kinder? Da haben wir jetzt in der Ampelkoalition ja auch viele, viele sehr intensive, schnelle Entscheidungen zu treffen, hierfür auch bundesweit eine gute Versorgung und auch eine gute Aufnahme vorzubereiten. Da sind sehr, sehr viele Kommunen, die sich schon auf den Weg gemacht haben und dabei sind, das vorzubereiten. Aber aus einem frauenpolitischen Blickwinkel ist es wichtig, einfach so zu sehen, was ist hier besonders notwendig, die Traumatisierung von Frauen und Kindern im Blick zu haben, wirklich auch für einen Schutzraum zu sorgen. Weil es bei Traumata einfach wichtig ist, Gewaltfreiheit einfach von vornherein so vorzuhalten, dass an dieser Stelle Schutz ist - der jetzt notwendig ist für die meisten -, dass hier keine Übergriffe passieren. Ich sage jetzt einmal, wir kriegen die ersten Meldungen, dass es auch vielleicht Organisationen gibt, die sich dafür interessieren, auch Wohnraum zu vermitteln. Aber da stellen wir fest, es gibt nicht nur gute Absichten. Man muss sehr, sehr genau darauf achten, dass wir hier auch wirklich einen sehr verantwortlichen Umgang, vor allen Dingen den Frauen und Kindern hier auf die Beine stellen. Ich will trotzdem auch noch einmal sagen: Grundsätzlich - auch im Bezug auf die feministische Außenpolitik - ist es natürlich jetzt bei der Aufnahme das, was ich gerade gesagt habe, wichtig. Aber ich glaube, die Verhandlungen - auch Diplomatie - auf der internationalen Ebene, wie Annalena Baerbock das auch gerade - wie ich finde - auf sehr empathische Art und Weise tut und viele andere Frauen - wie Britta das gerade gesagt hat - auf der Sicherheitskonferenz, die auch auf Krisen noch einmal anders schauen ... Das, glaube ich, ist ein Thema, was wir seit Jahrzehnten immer und immer wieder thematisieren. Die UN-Konvention 1325, die immer sagt: In Krisen und bei Lösungen gegen Kriege oder Kriegsende, müssen Frauen bei diesen Krisenbewältigungs- und Lösungsansätzen beteiligt sein, weil sie anders auf die Lösungen schauen. Weil sie auch sehr deutlich den Unterschied für Lösungen aus Kriegserfahrungen ziehen. Also dass Frauen oft eben nicht nur Betroffene sind von Kriegen im Sinne von, sie werden genauso ausgebombt, sie müssen fliehen, sondern Frauen sind oft sogar die direkten Opfer von Kriegsgewalt. Das heißt, Gewalt auf dem Körper von Frauen ist ein Teil von Kriegsstrategie, Vergewaltigung ist eine Kriegsstrategie. Und das sind andere Betroffenheitsgrade von Frauen. Und das ist eine Herangehensweise bei feministischer Außenpolitik, die genau diese Sichtweise mit sich trägt und nicht ausblendet. Wie das oft sonst in vielen, vielen sehr männlich geprägten Kriegsstrategien einfach nicht der Fall ist.

Boussa Thiam: Britta, möchtest du da noch etwas ergänzen, vervollständigen?

Britta Haßelmann: Es treibt uns einfach alle sehr um, jeden Tag aufs Neue. Und es geht uns allen wahrscheinlich so, auch denjenigen, die uns hier gerade zuhören: Das sind Bilder und Eindrücke, die lassen uns einfach nicht los. Und viele von uns haben sich nicht vorstellen können, dass es zu einem so brutalen Angriffskrieg von Putin auf die Ukraine kommt. Mit all dem Leid, all der Zerstörung, den Kriegsverbrechen und diesem eklatanten Bruch des Völkerrechts. Und wenn wir diese Bilder sehen und dieses Leid und die Zerstörung - die Zerstörung von Kultur, von Städten, von Lebensräumen und von Familien. Dann ist es natürlich unsere humanitäre Verpflichtung und Verantwortung, jetzt Menschen, die hierher fliehen, in viele andere europäische Länder fliehen - das sind in erster Linie Frauen und Kinder -, dass wir denen Unterstützung bieten. Und das heißt soziale Unterstützung. Wohnen, materielle Sicherung, aber eben auch Gesundheitsvorsorge und Traumataberatung, das werden viele, viele von denen brauchen bei dem Erlebten. Und ich bin ganz sicher, das wird uns noch sehr, sehr lange beschäftigen, weil wir wissen nicht, wo dieser Wahnsinn hinführt. Wir sehen auch in Russland selbst eine solche Gewalt und Repression gegen Menschen, die dort gegen Putin und sein Regime auftreten und sagen: „Wir wollen, dass dieser Krieg beendet wird und wir bringen unsere Solidarität mit der Ukraine zum Ausdruck." - Verhaftung, Strafgesetze, all das sind die Folgen. Und das Leid ist groß und es ist für uns alle, glaube ich, eine sehr belastende Situation, damit umzugehen.

Ulle Schauws: Und dabei nicht zu vergessen, dass es insbesondere mit Blick auf Frauen weltweit - wie Afghanistan, wie Jemen, wie in den afrikanischen Ländern, Übergriffen von Boko Haram, Entführungen von Mädchen -, viele Situationen und viele Länder gibt, wo Frauen das erleben, was uns aber dann aus dem Blickfeld gerät. Und deswegen kann ich nur sagen, ich bin nächste Woche bei der UN-Frauenkonferenz in New York, da wird genau dieser Blick getan auf die Krisengebiete dieser Welt. Wo es sehr, sehr viele Frauen und Mädchen sind, die in unser Bewusstsein kommen müssen, wo wir auch global darauf schauen müssen. Aber in allererster Linie ist die Solidarität mit allen Frauen wichtig. Und jetzt werden wir hier in Deutschland sehr konkret mit der Flucht von Frauen aus der Ukraine solidarisch dafür alles tun, auch in dieser Ampelkoalition hier die bestmöglichen Unterstützungen anzubieten.

Boussa Thiam: Es fällt mir gerade schwer, vielleicht noch eine Richtung zu finden, wie wir abschließend noch einmal uns vielleicht einem positiven Aspekt widmen können. Aber ich versuche es dennoch, denn wir haben gerade über Solidarität gesprochen, über die vielen NGOs, über die ganze Unterstützung. Und auch die Hilfe von vielen Zivilist*innen, die einfach mit dabei sind und unterstützen. Deshalb auch noch einmal mit Blick auf den Internationalen Frauentag oder Frauenkampftag. Welche Frauen sind für euch ein Vorbild? Habt ihr feministische Frauen, wo ihr sagt: Die treiben mich an oder die haben mich geprägt?

Ulle Schauws: Ich habe mit Sicherheit keine konkrete Person, wo ich sagen kann, die hat mich geprägt. Wer mich geprägt hat - sage ich immer wieder, die Frage habe ich schon oft bekommen, ist in dem Sinne keine Feministin, aber im Geist einfach die Dinge anders zu machen und anders zu sehen - ist mit Sicherheit Pippi Langstrumpf. Gegen den Mainstream zu bürsten und nachzudenken ist das, was an vielen Punkten, finde ich, den Feminismus ausmacht. Eben die Dinge zu hinterfragen und auch ungewöhnliche Dinge und Wege einzuschlagen, das glaube ich, macht es aus. Und ich würde aber auch sagen ganz aktuell in den letzten Jahren hat mich eine Person sehr beeindruckt. Das ist Jacinda Ardern, die Chefin aus Neuseeland, die es tatsächlich schafft - und ich finde, dass Annalena Baerbock das schon oft sehr, sehr vergleichbar, auch jetzt in den letzten Wochen, seit sie Außenministerin ist, auch schafft - einen anderen Sound, einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Aber ihn nicht nur einzunehmen, sondern eben auch auszusprechen und auch umzusetzen. Also wirklich die Sprache und die Herangehensweise als Politikerin auf der Weltbühne, andere Standards und andere Denkstrukturen in den Vordergrund zu stellen, obwohl es jetzt sehr technisch klingt. Aber wir wissen alle, was gemeint ist. Und das glaube ich - das sagen sehr, sehr viele Frauen -, das sind die neuen Vorbilder, die wir brauchen. Denn wenn wir sehen, wo die Despoten dieser Welt herkommen, dann fällt mir da keine einzige Frau ein. Dann ist es männlich und dann sind wir wieder beim Ausgang, nämlich, dass das Ende des Patriarchats wirklich ... Es wird Zeit, dass wir es einleiten. Und es sind die Frauen, die mir Hoffnung machen, von daher sind es für mich schon diejenigen, wo ich sage, sie sollten Vorbilder sein - vor allen Dingen für die jüngere Generation.

Britta Haßelmann: Toll, Ulle. Wir haben gar nicht darüber gesprochen, wen du oder ich vielleicht auswählen. Wir kannten die Frage von Boussa gar nicht. Bei mir ist es Ruth Bader Ginsburg, sicher eine von vielen sehr beeindruckenden Frauen. Ich finde viele Frauen sehr beeindruckend, aber an sie denke ich ganz oft, weil sie wie keine andere, glaube ich - zumindest öffentlich sichtbar -, so eingetreten ist für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Und viele der Fragen, die wir gerade erörtert haben, für die sind Demokratie und Rechtsstaatlichkeit die Basis - Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit. Und da war sie immer eine der wirklichen Hüterinnen und der Kämpferinnen - auch insbesondere für Frauenrechte. Und deshalb finde ich, ist sie wirklich ein großes Vorbild für mich.

Boussa Thiam: Um es zusammenzufassen: Dass Frauen die gleichen Rechte und Kompetenzen zugesprochen bekommen müssen, steht, glaube ich, außer Frage, dass es immer noch nicht so ist, es eine Schieflage. Aber es gibt Veränderungen, zum Beispiel mit der ersten weiblichen Außenministerin hier in Deutschland. Es gibt - so fühle ich es - den Aufbruch und vor allem das Bewusstsein, über Missstände zu sprechen und sie auch politisch in Koalitionsverträge hineinzuschreiben und zu verankern. Und deshalb bin ich trotz der ganzen prekären Lage, in der wir uns aktuell befinden, zuversichtlich, dass wir weiterhin einen Schritt nach vorne machen, dass es weiter in Richtung Matriarchat geht. Herzlichen Dank für eure Arbeit und euer Engagement. Vielen Dank an Britta Haßelmann, Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Und auch vielen herzlichen Dank an Ulle Schauws, frauenpolitische Sprecherin von den Grünen.

Britta Haßelmann: Und vielen Dank dir, Boussa.

Ulle Schauws: Danke Boussa.

Boussa Thiam: Mehr Informationen zum Thema gibt es natürlich auch auf der Website gruene-bundestag.de sowie auf allen Social-Media-Kanälen der Grünen. Den Podcast - ich sage es noch einmal an dieser Stelle - haben wir am 07.03.2022 aufgezeichnet. Sollte es Fragen geben, Anregungen, Kritik, ich sage einmal ganz viel interessantes Feedback, dann könnt ihr, können Sie uns natürlich Ihr Anliegen schreiben an podcast@gruene-bundestag.de. Herzlichen Dank, macht es gut.

Intro/Outro: Uns geht's ums Ganze. Der Podcast der grünen Bundestagsfraktion.

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