Was wurde diskutiert?

Freiheitskongress

Freiheit ist kein weiteres Tool im politischen Baukasten, sondern ein Grundwert, der auf Recht und Verantwortung beruht. Überall kämpfen Menschen um ihre Freiheit. Ökologische Krisen, Armut und Kriege, die Macht der Konzerne, das digitale Zeitalter stellen Freiheit aktuell in Frage und die Politik vor Herausforderungen. Seit Anfang des Jahres arbeitet die grüne Bundestagsfraktion daran, eine große Debatte über den Freiheitsbegriff innerhalb dieses Spannungsfeldes zu führen. Der grüne Freiheitskongress am 19. September im Bundestag in Berlin bildete einen vorläufigen Höhepunkt.

Im Namen der Fraktion begrüßte die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring Eckardt die 500 Gäste. In einer programmatischen Rede, die auch ihre persönlichen Erfahrungen in der DDR wiedergab, plädierte sie unter anderem dafür, „im Zweifel für den Zweifel statt für vorschnelle Antworten“ zu sein. Zuvor hatte Anton Hofreiter eine Ausstellung zum Thema 25 Jahre Mauerfall und Friedliche Revolution mit Fotografien von Andreas Schoelzel eröffnet.

Eingestimmt durch eine Spoken Words Performance von Zoe Hagen und Wolf Hogekamp verfolgten die Gäste die Diskussionen im Plenum. Aus verschiedenen Perspektiven näherten sich unter anderem Sascha Lobo, Marianne Birthler, Reinhard Loske, Robert Misik und Ralf Fücks dem großen Thema.

Was kann grüne Politik zur Freiheit beitragen? Zwölf Foren gaben den Teilnehmern Gelegenheit, sich mit namhaften Fachleuten aus dem In- und Ausland darüber auszutauschen und zum Teil bereits konkrete Vorschläge auf den Tisch zu legen. So wurden beispielsweise im Forum 1, Freiheit im digitalen Zeitalter, schon präzise Ideen für eine bessere demokratische Kontrolle der Geheimdienste erörtert. In Forum 2, Wie vertragen sich Öko und Freiheit, wurde leidenschaftlich darüber diskutiert, wie die notwendige ökologische Transformation mit der breitest möglichen gesellschaftlichen Akzeptanz erreicht werden kann. Dass internationale Solidarität eine Stärkung der Zivilgesellschaft bewirkt und damit besser geeignet ist, die Faszination für Demokratie zu entfachen als Waffenlieferungen, war das Fazit in Forum 6, Vom Tahir-Platz zum Maidan. Die Bedeutung des Empowerments und Partizipation für eine gleichberechtigte Bürgerinnengesellschaft und die Notwendigkeit von Selbstaktivierung und Zeitsouveränität als notwendige politische Grundlagen der Freiheit kamen in den übrigen Foren ebenso zur Sprache wie wirtschafts- und finanzpolitische Forderungen nach mehr Verteilungsgerechtigkeit, Fusionskontrolle und mehr Unternehmensverantwortung für einen Welthandel der frei ist, weil er fair ist.

Der Kongress erbrachte sehr viele Ergebnisse und Erkenntnisse, die die Fraktion weiterbearbeiten und im Verlauf der Legislatur zu grüner Politik im Bundestag weiterentwickeln wird. Lesen Sie hier, was die Foren im Einzelnen erbrachten.

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