Spielbericht

10.10.: Grüne Tulpe - Berliner Philharmoniker

Große Harmonie

Ersatzcoach Markus K. hatte in der Kabine noch einmal gewarnt: die Philharmoniker dürfe man nicht noch einmal unterschätzen. Denn bekanntlich werden Spiele auch im Kopf entschieden, und nichts ist gefährlicher als ein falsch eingeschätzter Gegner. Hinzu kommt die bekannte Fußballweisheit, dass ein Wechsel in Management oder Traineramt manchmal überraschend selbst die müdesten Beine in Bewegung bringt (was bei der Tulpe aber noch nie in Erwägung gezogen wurde). Und justament drei Tage vor dem Spiel wurden bei den Philharmonikern die neue Intendantin und der neue Chef(dirigent) des berühmtesten Orchesters der Stadt benannt. Die 12 Mann und eine Frau der Tulpe waren also gewarnt.

Aber es kam anders als befürchtet: denn die Personalveränderungen beim Gast vom nahen Tiergarten werden erst ab dem nächsten Jahr wirksam, und die Musiker konnten keine vollständige Mannschaft aufbieten. Daher verlieh die Tulpe erst ihr Geburtstagskind Dietrich, seines Zeichens Organist und ambitionierter Klarinettist, an den Gegner, und in der 2. Halbzeit auch noch den Neuzugang Johanna von der Grünen Jugend, da dem philharmonischen Torwart plötzlich eingefallen war, dass er am gleichen Abend auch noch eine Verabredung zum Tennis hatte.

Insofern herrschte auf dem Platz schnell große Harmonie, und der Schiedsrichter hatte keine große Mühe mit einem Spiel ohne nennenswerte Vorfälle oder Fouls. Genau genommen war das Spiel in der ersten Halbzeit ausgesprochen einseitig. Die Grüne Tulpe spielte mannschaftlich geschlossen, stand kompakt und hoch, und ließ Ball und Gegner laufen, dass es für den erkrankten Trainer und Rekordtorschützen Toffi eine Freude gewesen wäre. Hinzu kam, dass Jonas wieder glänzend aufgelegt war und seine 6er-Position sehr offensiv interpretieren konnte. So war es nicht erstaunlich, dass er es war, der nach schöner Vorarbeit von Asgar ins lange Eck abschließen konnte. Keine Mühe hatten auch Markus nach Vorarbeit wiederum von Asgar, und der auch wieder überaus laufstarke und spielfreudige Matze. So ging es bei schon ziemlich eisigen Temperaturen mit einem beruhigenden 3:0-Vorsprung in die kurze Pause.  

Das war vielleicht zu beruhigend, denn in der zweiten Halbzeit tauchten die gefährlichen Offensivkräfte der Philharmoniker immer wieder vor dem Tulpentor auf, doch sollte dies ein Tag für sie werden, an dem ihnen nichts gelingen sollte. Wäre das Spiel chancengerecht geendet. hätte es am Ende 8:4 für die Tulpe geendet. So blieb es nach weiteren Treffern von Asgar und Matze beim 5:0, über das sich eine zum Ende wieder stärker ordnende Tulpe freuen konnte. Gleichzeitig mussten sich die Philharmoniker über nicht anderes grämen als dass ihnen keine hinreichende Spielerbasis zur Verfügung stand. Das soll sich ändern - und im nächsten Jahr steht ja dann der Managementwechsel an. Die Grüne Tulpe ist gewarnt!

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