Spielbericht

Grüne Tulpe- Autonama

Irgendwas mit Fußball

Eigentlich hätte ich mich an diesem Tag ins Bett legen sollen. Es wäre die zweifelsohne richtige, weil vernünftige Entscheidung gewesen. Eine schwere Erkältung machte mir seit Tagen zu schaffen und Besserung war nicht in Sicht. Ich hatte mich kurz vor Spielbeginn jedoch an ein Zitat erinnert, das dem portugiesischen Ausnahmekönner und ehemaligen Spieler von Porto und Chelsea, Deco, zugeschrieben wird. Dieser hatte auf die Frage eines Journalisten, was er machen würde, wenn er nicht Fußballprofi geworden wäre, geantwortet: "Irgendwas mit Fußball, vielleicht Zuschauer!" Mir blieb also gar nichts anderes übrig, als mich auf den Weg ins Poststadion zu machen. Es sollte ein spannender, wenn auch kein schön anzuschauender Fußballabend werden.

Die Grüne Tulpe begann kraftvoll, aber kontrolliert im 4-4-2 mit Debütant Olli in der Innenverteidigung und Rückkehrer Jürgen im Sturm, die beide ein tadelloses Spiel absolvierten. Die ersten Szenen gehörten jedoch der "Autonama". Nach einem schnellen Ball in die Schnittstelle der grünen Abwehr kamen die Schriftsteller noch an den Ball und schoben zum 0:1 ein - dachten zumindest alle. Der Schiedsrichter hatte auf Abseits entschieden, was wohl richtig war, für den Beobachter am Spielfeldrand aber nur schwer zu erkennen. Weiter hieß es 0:0 und die Autonama setzte ihre Offensivbemühungen unbeeindruckt fort. So konnten sich die Grünen nicht beschweren, dass die Gäste nach gut 20 Minuten noch nicht getroffen hatten. Zunächst verpassten die Autoren nach einer scharfen Hereingabe am langen Pfosten nur knapp, gefolgt von einem gefühlvollen Schuss vom rechten Strafraumeck, der das Tulpetor ebenfalls knapp verfehlte.

Die Hausherren, mittlerweile aufgewacht aus ihrem Dämmerschlaf, fingen nun an ihrerseits nach vorne zu spielen. Den Auftakt machte Marco, dessen Flanke in der 22. Minute noch im Nirgendwo landete. Aber die Tulpe war nun erblüht, auch weil der in der Zwischenzeit vollzogene Wechsel (David und Florian für Ralf und Marco) fruchtete. Erst setzte sich Olli toll durch und spielte in bester Hummels-Manier flach durch die Mitte auf Jürgen, der nur knapp am Gästekeeper scheiterte (34.). Und nur drei Minuten später prüfte Toffi das gegnerische Gehäuse erst mit einen satten Schuss an die Querlatte und wenig später mit einem Schlenzer ins rechte Ecke, den der Torwart sensationell noch parierte.

Aber wie es manchmal so ist, wenn kein Tor aus dem Spiel gelingen will, musste dieses Mal ein Elfmeter herhalten. Nachdem Stefan nach einer Ecke zu Boden gegangen war, zeigte der Schiedsrichter in der 41. Minute auf den Punkt. Toffi schob kompromisslos unten rechts ein. Obwohl in der richtigen Ecke bekam der Torwart die Fingerspitzen nicht mehr an den Ball. Mit dem 1:0 ging es in die Pause.

In der Halbzeit warfen die Gastgeber abermals die Rotationsmaschine an und es wurde kräftig gewechselt. Jürgen ging raus, Teyfik in den Sturm, Ralph auf links und Marco auf die Sechs. Mit der Umstellung wollte die Tulpe auf das 2:0 drängen, was sich jedoch als schwieriges Unterfangen herausstellen sollte. Die Schriftsteller jedenfalls hielten ordentlich dagegen, was Marco in der 52. Minute in Form eines Ellenbogens im Gesicht deutlich zu spüren bekam, so dass er erst nach mehrminütiger Behandlungspause wieder aufs Spielfeld zurückkehren konnte. Mit ordentlichem Brummschädel eroberte er sofort im Mittelfeld den Ball zurück, um ihn anschließend bis zum rechten Strafraumeck zu tragen und knapp am langen Pfosten vorbei zu setzen.

Die Tulpe erspielte sich nun Chance um Chance, auch wenn ihr die letzte Entschlossenheit abging. Abermals war es eine Balleroberung im Mittelfeld, diesmal durch Florian, die die nächste Chance einleitete. Ähnlich wie wenige Minuten zuvor gelang es der literarischen Defensivabteilung auch dieses Mal nicht, Florian auf seinem Weg zum Tor couragiert genug zu stören. Der Schuss ging jedoch knapp daneben und es blieb beim 1:0.

In der Folge erhöhte nun die Autonama den Druck. Ermutigt durch die erfolgreich abgewehrten Angriffsbemühungen der Gastgeber war es in der 70. Minute ein hoch in den grünen Vorgarten getretener Ball, der das Tor von Jochen nur knapp verfehlte. Die munter aufspielenden Gäste legten gleich nach und kamen nur fünf Minuten später fast zum Ausgleich. Zwar konnte Olli den aufs Tor zueilenden Gästestürmer noch irritieren, den Ball schob er dennoch gefährlich flach aufs Tulpetor und Jochen hatte seine Mühe und Not, konnte ihn schließlich aber im Nachfassen kontrollieren.

In der 77. gab es dann fast die Wiederholung des vorausgegangen Angriffs. Die Gäste drückten nun immer mehr, während sich die zunehmend den Abpfiff herbeisehnenden Tulpen mittlerweile nicht über den Ausgleich hätten beklagen können. Aber es war wiederum Jochen, der entschieden das Gegentor verhinderte - etwas zu entschieden? Diese Frage sorgte für Aufregung, denn der Stürmer war im Strafraum zu Boden gegangen und die Gäste forderten lautstark Elfmeter. Diesmal blieb die Pfeife des Schiedsrichters jedoch stumm, eine vertretbare, wenn auch nicht unumstrittene Entscheidung.

Aber immer noch war nicht Schluss und die letzten Minuten sollten sich zu einem offenen Schlagabtausch entwickeln. In der 85. Minute war es erst Ralf, der unter das Spiel einen dicken Strich hätte ziehen können. Sein Schuss aus der Distanz landete jedoch knapp neben dem Tor und auch Marco hatte wenige Sekunden kein Glück und beförderte den Ball genau in die Arme des Keepers.

Wenige Sekunden vor dem Ende kamen die Schriftsteller dann noch ein letztes Mal brandgefährlich vor das gegnerische Gehäuse und es war an diesem Abend dem bärenstark haltenden Jochen zu verdanken, dass die Tulpe am Ende als Siegerin vom Platz ging. Damit war auch die letzte Aktion des Spiels überstanden und der Autor dieses Berichts um eine Erfahrung reicher. Sollte er jemals gefragt werden, was er machen würde, wäre er nicht in die Politik gegangen, stünde die Antwort nun fest: Irgendwas mit...

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