Grüne Tulpe- Champions ohne Grenzen

Nach ausführlicher Diskussion, ob denn schon Zeit für Thermo- oder sonstige Funktionsunterwäsche sei, begannen beide Mannschaften an einem kalten und regnerischen Novemberabend zunächst mit 10 SpielerInnen.

Im Gegensatz zu den munter aufspielenden Gästen, die sich durch besonders leichtfüßige Dribbler im Mittelfeld auszeichneten, schienen die Grünen Tulpen noch auf ihren Nachzügler zu warten. Als sich Finn Pelke am Spielfeldrand schlussendlich doch die Schienbeinschoner anziehen wollte, rächte sich der schläfrige grüne Auftakt auf dem Platz und so stand es nach kürzester Zeit bereits 0:1 für die Gäste. Nach flinker Kombination über die Außenbahn und einem trockenen Abschluss von der Strafraumgrenze gab es nichts zu halten.

Obwohl es so schien, als hätten die Tulpen - jetzt vollzählig - den Weckruf vernommen und die Kälte allmählich überwunden, bereiteten die widrigen Platzumstände noch mächtig Probleme und ließen wenig Spielfluss aufkommen.

Von Leidenschaft geprägtes Pressing blieb da nur übrig, doch die besonders trickreiche Nummer 6 in Reihen der Champions ließ im eigenen Spielaufbau wenig anbrennen. Die gekonnten Pirouetten auf Bierdeckelradius von Seiten der Gegner führten in Folge zu einigen, allerdings harmlosen Foulspielen im Halbfeld, in einer dennoch sehr fairen Partie.

Nachdem die Tulpen dann doch mal den Ball eroberten, stürmte Marco S. gleich vor lauter Tatendrang, obgleich etwas orientierungsfrei, Richtung Außenbahn, um immerhin einen Eckstoß heraus zu holen. Was dann geschah erinnerte an den heutigen Präsidenten des pfälzischen Amateurvereins ATSV Wattenheim. Routinier Markus Kurdziel nahm sich wie einst Mario Basler ein Herz und schoss den Ball mit viel Effet von der linken Eckfahne direkt in den langen Winkel des gegnerischen Tores: 1:1 und das mit einem herrlichen Treffer aus ca. 35 Metern, von dem wohl jeder überrascht war, wenn nicht der Tulpe-Präsident selbst. 

Das gab Aufwind. Schließlich waren die grünen Kicker prompt besser im Spiel und den Champions ebenbürtig. Jetzt lief der Ball auch mal über die Außen mit gekonnten Ballstafetten. Ausgerechnet in dieser Phase fiel das – aus Sicht der Tulpen - unerwartete Gegentor zum 1:2. Nach einem etwas unnötigen Rückpass war Torwart Patrick, der verdienstreicherweise den Stammtorwart Jochen Schieborn spontan ersetzte, für einen Moment irritiert und ließ den Ball abprallen, sodas der heraneilende Stürmer nur noch einschieben musste. Mit diesem Ergebnis ging es etwas niedergeschlagen in die Pause.

Nach gegenseitiger Aufmunterung versuchten die Tulpen es gleich nach Wiederanpfiff mit überfallartigen Kontern über Teyfik, die leider ohne Erfolg meistens bei den soliden Innerverteidigern endeten. Zwei Aktionen brachten dann noch Gefahr vor dem Champions Tor. Nach langem Pass aus dem Mittelfeld und wunderbarer Mitnahme stand Markus Kurdziel plötzlich allein vor dem Keeper. Dieses Mal ohne Fortune, denn der Schlussmann parierte souverän. Auch eine Doppel- und Dreifachchance brachte leider nichts ein.

Stattdessen leiteten die Champions, mit einigen frisch eingewechselten Kräften, von denen es auf Seiten der Tulpe leider mangelte, einen Angriff nach dem Anderen ein und belohnten ihre läuferisch starke Leistung kurz vor Schluss mit dem 1:3. Ein sehr bedachter Schlenzer aus halb-linker Strafraumposition ins lange Eck besorgte das Endergebnis für die geschafften grünen Kicker, die sicherlich nicht ihren besten Tag erwischt hatten, aber dennoch zuversichtlich auf die nächste Begegnung gegen die SG Deutscher Bundestag blicken.

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