Spielbericht

Grüne Tulpe - SG Deutscher Bundestag

Seit Langem wird in der Bundesliga über die richtige Länge der Winterpause diskutiert. Liebhaber des schönen Spiels argumentieren, man solle doch eine lange Winterpause einlegen, um den Spielern die nötige Regenerationszeit zu gewähren und um gleichzeitig nach Ende des Winters auf perfekt bespielbarem Untergrund hochklassige Fußballspiele bieten zu können. Andere wiederum würden die Winterpause am liebsten ganz abschaffen, um nicht auch im Winter ein Phase der völligen Orientierungslosigkeit entstehen zu lassen ohne den Bezugspunkt: Samstag 15:30 Bundesliga.

Die Grüne Tulpe hält es da eher mit Letzteren: Die Winterpause kann gar nicht kurz genug sein. Zum allgemeinen Bedauern musste jedoch auf Grund des winterlichen Wetters nicht nur das Ende der letzten Saison nach vorne, sondern aus gleichem Grund auch der Beginn der Saison 2013 nach hinten verlegt werden.

An diesem Montag war es dann aber endlich soweit. Pünktlich um 19:10 Uhr pfiff der Schiedsrichter die Partie Grüne Tulpe gegen Deutschen Bundestag an und eröffnete damit die 30. Saison der Grünen Tulpe. Das Tulpe- Jubiläumsjahr konnte damit auch endlich auf dem Grün eröffnet werden.

Auf Grund der kurzfristigen Spielansetzung, konnte der Deutsche Bundestag allerdings auf die Schnelle keine komplette Mannschaft mobilisieren. Da jedoch die Grüne Tulpe seit Wochen in den Startlöchern steht und auf das Ende des Winters wartet, war die Bank der Tulpe breit genug besetzt, um dem Bundestag auszuhelfen.

Mit Anpfiff entwickelte sich ein munteres Spiel. Beiden Seiten war die Motivation nach langer Pause anzumerken. Unterbrochen wurde der Spielfluss jedoch durch zwei umstrittene Szenen in der Anfangsphase. Nach Einwurf Deutscher Bundestag auf Strafraumhöhe kam es im Strafraum zu einem Zweikampf, an dessen Ende ein Spieler des Deutschen Bundestages auf dem nassen Kunstrasenboden saß.

Ein Pfiff ertönte und zum Entsetzen der Tulpe, deutete Schiedsrichter Krause auf den Punkt: Elfmeter, 5 Minuten nach Saisonbeginn. Wie sich in der Videoanalyse später herausstellen sollte, kam der Spieler zwar zu Fall, der Zweikampf jedoch fiel eher in die Kategorie internationale Härte und war somit eines Elfmeters nicht würdig. (Über die Tatsache, dass der vorangegangene Einwurf eigentlich auch schon grün war, möchte die Grüne Tulpe an dieser Stelle großzügig hinwegsehen).

Schiedsrichterobmann Krause ließ sich von den Diskussionen jedoch nicht beirren und blieb bei seiner Entscheidung. Der Kapitän der SG Deutscher Bundestag lief an und verwandelte sicher. Grünen-Keeper Jochen Schieborn hatte die Ecke zwar gerochen, war gegen den strammen und platzierten Schuss letztlich jedoch machtlos.

Nur 3 Minuten später: Die Bilder ähneln sich, nur dieses Mal im Strafraum des Bundestages. Wieder fliegt ein Ball in den Strafraum, es wird geschoben und gedrückt und am Ende liegt der Ball auf dem Punkt. Tulpen-Kapitän André Bornstein, der Minuten vorher den Elfmeter verursacht haben soll, ließ keinen Zweifel aufkommen, dass er nun sich auch um diesen Elfmeter kümmert. Die Angelegenheit war ohne Frage Chefsache. Andre's Elfer war dann zwar weniger platziert, als der von seinem Pendant auf der Gegenseite zwei Minuten vorher, doch er war dafür umso härter geschossen. Der Ball schlug knapp neben dem Torwart ein, was seiner Gesundheit sicherlich zuträglich war.

Gerade einmal 10 Minuten waren da gespielt, es stand 1:1 nach zwei umstrittenen Elfmetern und das Spiel begann von Neuem. Die Tulpe spielte in der Folge immer besser und erarbeitete sich ein deutliches Übergewicht, welches zu zahlreichen Ecken und einigen kleineren Torchancen führte.

In der 30 Minute konnte die Tulpe die Überlegenheit jedoch auch in zählbares umwandeln. Ein Abschlag des Bundestag-Torwarts landet bei der Tulpe und durch einen Doppelpass mit Markus Meyer wurde Tim Mahler an der Strafraumgrenze freigespielt, der den Ball mit der Brust mitnehmen konnte und mit einem auf dem nassen Boden schwer zu haltenden Aufsetzer das 2:1 für die Tulpe erzielte.

Die Versuche der Tulpe, dran zu bleiben und gleich nachzulegen, führten in der Folge jedoch auch deshalb nicht zu einer Vielzahl hochkarätiger Chancen, da im Überschwang der Euphorie zu Saisonbeginn viele Bälle schnell in die Spitze gespielt wurden, anstatt das Spiel zu verlagern oder durch einen Rückpass einen geordneten Spielaufbau zu ermöglichen. So musste dann etwas Glück nachhelfen, um auf 3:1 zu erhöhen: Ein mehrmals abgefälschter und somit über Banden gespielter Pass landete vor den Füßen von Lennart, der sich die unverhoffte Chance nicht nehmen ließ und allein vor dem Torwart stehend sicher verwandelte. Mit dieser Führung ging es in die Halbzeit.

Da sich in der ersten Halbzeit der an den Bundestag verliehene Ole verletzt hatte und keine weiteren Auswechselspieler mehr am Spielfeldrand auf einen Einsatz warteten, entschied Tulpe-Trainer Kristoffer "Toffi" Born in einem Akt des sportlichen Fair-Plays auch einen Spieler der Tulpe vom Feld zu nehmen, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Auch sonst wurde weiter durchgetauscht und die in der ersten Halbzeit beim Bundestag eingesetzten Tulpen, durften sich ihrer Leibchen entledigen, um in der zweiten Halbzeit im gewohnten Grün aufzulaufen.

Nach den Wechseln und der Umstellung auf nur noch 10 Spieler fiel es der Tulpe zu Beginn der 2. Hälft schwer, erneut Druck aufzubauen und die SG Bundestag in der eigenen Hälfte zu halten. Die Unsicherheit wuchs weiter, als dem Bundestag der Anschlusstreffer gelang. Nach steilem Pass aus dem Mittelfeld stand der Bundestag-Stürmer vor dem grünen Tor, umkurvte den herauseilenden Jochen und schob sicher zum 3:2 ein.

Von nun an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch zwischen den beiden Mannschaften. Beide Seiten nutzten nun die sich auf Grund weniger Feldspieler und schwindender Kondition ergebenen Freiräume und spielten selbstbewusst nach vorne. Als sich der Bundestag jedoch zu weit in die grüne Hälfte wagte, war die Tulpe zur Stelle und schlug eiskalt zu. Ein Eckstoß des Bundestages konnte zu Jan Luley geklärt werden, der den Ball in der eigenen Hälfte mitnahm, um einen Konter zu laufen, den er nach einem 50 Meter Sprint selber mit einem Schuss in die Lange Ecke zum nicht unverdienten 4:2 abschloss.

Die nun deutliche Führung war jedoch nicht genug, um den Willen des Bundestages zu brechen. Kurz nach dem Treffer der grünen Tulpe, reichte dem gefürchteten Stürmer des Bundestages ein kurzer Haken, um mit einem Schlenzer von der Strafraumkante ins obere Toreck auf 3:4 zu verkürzen.

Nach einem kurzen Blick auf seine Uhr verkündete Schiedsrichter Krause – der auch heute das Spiel in seiner ihm eigenen Art, eine Symbiose aus Kommentator und Schiedsrichter, leitete – die verbleibende Spielzeit von 18 Minuten.

In dieser letzten Spielphase schien die grüne Tulpe den Erfolg sichern zu wollen und drängte auf das vorentscheidende Tor. Zwei Mal wurde Ian am gegnerischen Strafraum schön angespielt, setzte sich gut durch, um dann am Torwart zu scheitern.

Auf der Gegenseite parierte Jochen einen Schuss aus kurzer Distanz mit einem tollen Reflex auf der Linie. Als das Spiel schon fast aus war und sich alle auf ein knappen Sieg der Tulpe einstellten, kam der Bundestag doch noch einmal vor das grüne Tor. Von rechts wurde der Ball flach in den Strafraum gespielt, wo sich Ralf plötzlich mit der Frage konfrontiert sah, wie man, ausgeliehen an den Gegner der Tulpe, alleine mit dem Ball am Fuß vor dem Tulpen-Tor stehend, verhindern kann, dass die grüne Tulpe einen weiteren Treffer kassierte, ohne sich den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, die Torchance absichtlichen nicht verwertet zu haben. Ralf löste die scheinbar aussichtslose Situation gekonnt, in dem er Jochen anschoss. Der Ball allerdings prallte vor die Füße von Tim – der anderen ausgeliehenen Tulpe – der nun 5 Meter vor dem leeren Tor mit dem Ball am Fuß stand und keine andere Möglichkeit sah, als den Ball zu versenken und damit den Entstand von 4:4 gegen den grün angereicherten Deutschen Bundestag herzustellen.

Fazit: Insgesamt war das Spiel ein gelungener Start in die neue Saison. Durch eine engagierte Leistung macht die Tulpe Hoffnung, dass sie an die erfolgreiche Saison 2012 anknüpfen kann – besonders dann, wenn in den nächsten Spielen die Tulpe vollzählig und ohne Spieler leihen zu müssen im Poststadion auf dem Feld stehen wird. Gerne auch wieder gegen eine vollzählige SG Deutscher Bundestag.

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