Spielbericht

Grüne Tulpe - X-Kickers

Filmriss gegen die X-Men

Mit einer Siegesserie von zwei Spielen im Rücken standen 11 hoffnungsvolle grüne Tulpen auf dem Platz, um auch gegen die X-Kickers endlich mal einen zählbaren Erfolg einzufahren. Bei trockenem Geläuf und frostigen Temperaturen begann das Spiel, welches am Ende wie schon in der Vorwoche in einer Schneeschlacht enden sollte.

Schnell wurde klar, dass der X-Gegner aus X-berg heute im Poststadion wieder was mitnehmen wollte. Jeder Zweikampf wurde von Beginn an äußerst energisch, bis an die Grenze zum Foul geführt. Die Tulpen hielten aber nicht nur mit, sondern auch dagegen. Vielleicht wäre es mit ein wenig Glück an diesem Abend ein Spiel auf Augenhöhe mit knappen Ausgang geworden. Doch schon nach fünf Minuten gleich der erste Schock: Ein kraftvoller Schuss auf das Tor der Tulpen schien schon entschärft und sicher in den Händen von Keeper Jochen, als ein gegnerischer Angreifer den Ball mit dem Kopf auf grenzwertige Manier anging und aus den Händen des Schlussmanns löste, um ihn danach über die Linie zu schieben. Eine Schlüsselszene für das weitere Spiel. Während die absolute Passivität des Schiedsrichters beim grünen Team für stetiges Kopfschütteln sorgte, nutzte der Gegner die grüne Verunsicherung.  

Die X-Kicker verschoben nun bestärkt durch die frühe Führung mit militärischer Präzision und achteten penibel darauf, das Spielgerät bei Ballbesitz stets laufen zu lassen. Sie krallten sich in der Hälfte der Tulpen fest. Zwar gelangen einzelne schnelle grüne Vorstöße, doch waren sie stets von Hektik und Unsicherheit geprägt, was sich auch am Abschluss von Matthias allein vor dem gegnerischen Gehäuse zeigte, den der Torwart sicher abwehren konnte.

Es folgte kurz darauf noch ein gefährlicher Schuss von Marko S., den der X-Keeper erst glänzend parierte, um dann gleich auch noch einen gefährlichen Konter einzuleiten. Lang über links marschierten die X-Men und kamen eiskalt aus halbschrägen Winkel erneut zum Abschluss. Tulpe-Keeper Jochen konnte zwar noch seine Fingerspitzen an den Ball bekommen, aber das Leder touchierte die Unterlatte und sprang von dort ins Netz: 0:2. 

Da waren gerade einmal 18 Minuten gespielt. Viel zu früh ein Zwei-Tore-Rückstand gegen eine gewohnt sehr starke X-Kickers- Mannschaft. Nun hieß die grüne Devise schon beinah Schadensbegrenzung. Dies gelang eine ganze Weile durch eine stark defensive Spielausrichtung. Doch kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte leider einer der X-Kickers ausgerechnet auch noch seinen goldenen Schuh an. Sein Kracher aus zweiter Reihe passte perfekt und unhaltbar ins obere grüne Eck. Er war für einen Bruchteil einer Sekunde nicht attakiert worden und selbst das wurde heute bestraft. 0:3    

Danach war Halbzeit. Zeit sich zu reorganisieren. Tulpetrainer Toffi gab die Devise aus, dass trotz der bitteren ersten Hälfte noch nichts verloren wäre. Es müsste nur schnell der wichtige Anschlusstreffer her und das sollte einerseits durch mehr Ruhe im Spielaufbau und andererseits durch starkes Pressing im Mittelfeld erzwungen werden.

Das klappte in der Startphase der zweiten Halbzeit auch tatsächlich besser. Die grüne Abwehr stand nun etwas tiefer. Ole und Stefan in der Innenverteidigung flankiert von Stephan – trotz längerer Einsatzpause ein gewohnt verlässlicher Linksverteidiger– und dem starken Lars rechts außen, sorgten für den gewünscht geordneten Spielaufbau.

Das zentrale Mittelfeld um die beiden 6er Marco und Teyfik agierte nun auch dynamischer und leitete gleich die erste gefährliche Szene ein. Ein wunderbar geschlagener Pass in die Gasse und Matze stand allein vor dem X-Gehäuse, ließ sich aber leider in letzter Sekunde den Schneid von einem der routinierten gegnerischen Innenverteidiger abkaufen. Wenn man vorne die Chancen nicht nutzt, dann...wer kennt die alte Fußball-Weisheit nicht. Jedenfalls mitten in die grüne Sturm- und Drangphase hinein, nutzte der Gegner einen Eckball zum ernüchternen 0:4. Damit schien alles entschieden. 

Die Tulpen reagierten in dieser Phase sowohl auf den Rückstand, als auch das weiterhin harte Zweikampfspiel mit ebenfalls mehr Härte– teilweise auch ein Schippe zuviel. Man ging auf grüner Seite nun hohes Risiko. Es folgten elfmeterreife Szenen im eigenen Strafraum, aber der Schiedsrichter ließ ja - wie schon in Halbzeit Eins- sehr viel, zu viel laufen. Um es positiv zu formulieren: Der Schiri unterbrach nur selten den Spielfluss und die Hände wurden für alle 22 Spieler zum ballführenden Körperteil erklärt – selbst im Strafraum. Diesmal war es der Gegner, der dadurch aus dem Tritt geriet. 

Die Tulpen hatten nun plötzlich mehr Zugriff auf das Spiel. Dieses Bild bestärkte ein lupenreiner Freistoß-Treffer von Toffi zum 1:4. Der Schiri hatte für einen Moment seine Pfeife wiedergefunden und diese Chance ließ sich der grüne Spielertrainer nicht nehmen. Das Leder segelte über Mauer und Fingerspitzen des Torwarts ins lange Eck. Durch den lang ersehnten Anschlusstreffer bestärkt, kam das grüne Team nun zu weiteren guten Chancen. Es folgte die stärkste Phase der Tulpe. Kurz nach dem Freistoßtor erlief sich Markus das Leder und stürmte aus halbschräger Richtung auf das X-Kicker-Tor. Er feuerte einen satten Schuss ab – der dem gegnerischen Keeper keine Chance ließ. Nur noch 2:4. Sollte doch noch was gehen?

Weitere grüne Angriffe folgten und das 3:4 lag plötzlich in der Luft. Die Tulpe ging nun ein extrem hohes Tempo und auch hohes Risiko ein. Während langsam Schneefall einsetzte, wurde dann aber doch klar, dass sich der Gegner, in seinem letzten Trainingsspiel vor Beginn der Medienliga, auf konditionell höherem Niveau befand. Die X-Kickers konnten auf alle ihre hochmotivierten Leistungsträger zurückgreifen, die am heutigen Abend einfach den Unterschied machten. Die Tulpen kamen zwar noch einmal gefährlich vors Tor, als Matze den zum Einnetzen bereitstehenden Markus in der Mitte übersah, doch der Schnee bedeckte eben nun nicht nur das Sichtfeld, den Platz, sondern kurze Zeit später auch alle Hoffnungen der Tulpen, hier noch mal zurückzukommen.

Die X-Kickers hatten nämlich kurz zuvor mit schnellen Kontern die Partie endgültig entschieden. Am Ende stand es gar 2:7. Nach betretenem Schweigen in der Kabine, war erst wieder beim gemeinsamen Bier in der Eckkneipe die Moral in Takt und der Kampfgeist für das nächste Spiel gegen den DIHK geweckt. 

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