Grüne Tulpe - BITS

A little bit better

Hätte Babbel mal lieber vorher auf die Tulpen-Seite gekiekt bzw. geklickt, er hätte rausgefunden, welche Gefahr von Mannschaften ausgeht, die im Berliner Poststadion kicken. Die Jungs von BITS hatten es jedenfalls getan und es sah zur Halbzeit noch nach einem ziemlich ausgeglichenen Spiel aus. Ganz im Gegensatz zu Hoffenheim. Die lagen zu dem Zeitpunkt ja schon aussichtslos mit 0:3 zurück.

BITS war gewarnt. Beim ersten Aufeinandertreffen letzes Jahr wurden sie von der Grünen Tulpe mit 7:1 abgefertigt. Im darauffolgenden Rückspiel waren die Jungs vom Reisebüro dann schon besser vorbereitet und verloren nur 0:2. Für den Kick am heutigen Abend wollten sie dann endlich mal zumindest ein Unentschieden erzwingen. 

Als Hans Maulwurf die Partie pünktlich um 19:10 Uhr anpfiff, war das Poststadion mit den 30 Grad Außentemperatur schon wieder ein Hexenkessel. BITS war daher zur Sicherheit gleich mit 17 Mann angereist, während die Grünen lediglich "nur" drei Auswechselspieler aufbieten konnten. Sollte dies in der schwülheißen Abendsonne über 90 Minuten etwa den Unterschied machen? Tulpetrainer Toffi Born ließ sich davon jedenfalls nicht beeindrucken. Er sah vielmehr die Chance darin, dass der Gegner sich durch seine vielen Auswechslungen irgendwann selbst aus dem Rhytmus bringen würde. Dennoch warnte er seine Kicker vor Übereifer, denn jeder unnütze Sprint an diesem Abend könnte sich später krampfartig rächen. Also diesmal kein Angriffspressing, wie zuletzt zweimal gegen die SG Deutscher Bundestag. 

BITS war, wie Tulpe-Präsident Markus Kurdziel treffend vor dem Spiel bemerkte, eine Wundertüte. Es war schwierig einzuschätzen, wie stark das Reisebüro spielerisch an diesem Abend sein würde, welche neuen Spieler nun auf ihrem Ticket mit an Bord sind.

Die Grüne Tulpe begann daher zunächst abwartend und spielte aus einer gesicherten Deckung heraus. Es zeigte sich gleich zu Beginn, dass BITS seine stärksten Spieler überraschend im Mittelfeld und Sturm postiert hatte und da auch der Tulpe das Leben schwer machte. Der grünen Mannschaft jedenfalls gelang es erstmal nicht, dass gewohnte Passpiel zu zelebrieren, das man in den letzten Wochen, gar Monaten, von ihr jeden Montagabend zu sehen bekam.

Da aber die gegnerische Abwehr einige Schwachstellen und Lücken offenbarte, kam die Tulpe insbesondere über ihre starke linke Seite immer wieder zu gefährlichen Angriffen. Nicht zuletzt durch den Versuch, diese grünen Überraschungsangriffe durch Abseitsstellung zu entschärfen, sollte sich in der Folge immer wieder rächen. Auch weil der Schiri des Abends nicht unbedingt dafür bekannt ist, stets auf Ballhöhe zu sein.

In der 17. Minute entschied der oben genannte auf Freistoß für die Grüne Tulpe, nachdem Toffi ca. 10 Meter vor dem gegnerischen 16er vom BITS-Abwehrchef zu Fall gebracht wurde. Asgar Ergin schnappte sich gleich das Bällchen und schoß ebensolches in hohem Bogen in den Strafraum. Das Leder flog und flog, über alle Köpfe und die Hände des Keepers unter die Latte ins Tor. 1:0

Asgars Mutter, die den schönen Sommerabend genutzt hatte, um ihren Sohn im berühmt berüchtigten Poststadion um die Ecke mal wieder beim Fussballspielen zuzugucken, wurde damit gleich doppelt belohnt. Der grüne Führungstreffer war gleichzeitig auch der 84. Treffer von Asgar im grünen Dress. Glückwunsch!

Das Tor beflügelte die grüne Truppe und nur wenige Minuten später klingelte es schon wieder im Reisebüro. Diesmal hatte ein BITS-Querschläger auf Höhe des Mittelkreises den zweiten Treffer eingeleitet. Toffi köpfte ebendiesen wunderschön in den Lauf von Markus Kurdziel, der unnachahmlich und unhaltbar das Leder zum 2:0 ins BITS-Gehäuse drosch.

Es waren gerade einmal 20. Minuten gespielt und schon wieder führte die Grüne Tulpe mit 2:0. Sollte es gar wieder einen hohen Sieg gegen BITS geben? Die grüne Mannschaft jedoch ruhte sich jetzt immer mehr auf der Führung aus und ließ sich das Spiel mehr und mehr von BITS aus der Hand nehmen. Die grüne 4er- Abwehrkette um Marco Kraft, Markus Meyer, Ole Goede und Thomas Chrometzka bekam immer mehr zu tun und Jochen Schieborn im Tor musste nun ständig auf der Hut sein. Ein starker BITS-Schuß in der 32. Minute ging dann nur "a little bit" am grünen Kasten vorbei.

Die Grüne Tulpe spielte in dieser Phase irgendwie ohne Konzept und viel zu hecktisch lange Bälle nach vorne ins Nirvana. Die frühe Führung und die Hitze schienen der grünen Mannschaft inzwischen zu Kopf gestiegen zu sein. So war es dann auch kein Wunder, als kurz vor der Halbzeit die BITS-Truppe den verdienten Anschlusstreffer erzielte. Doch der war völlig unnötig, auch weil Markus Meyer den Ball hätte locker unter Kontrolle bringen können, was ihn auch noch lange später unglaublich nervte. Der Ball hüpfte nämlich an seinem Bein vorbei und genau in den Lauf des Gegners, der dann knallhart und unhaltbar aus kurzer Entfernung auf 1:2 verkürzte.

Markus Kurdziel war ob der letzten Viertelstunde stinksauer auf seine Tulpe und machte in der Halbzeitpause seinem Frust erstmal Luft. Klar war für Halbzeit Zwei, dass die Grüne Tulpe wieder geordneter im Spielaufbau werden musste, ansonsten wäre der Ausgleichstreffer nur eine Frage der Zeit. Toffi stellte nochmal auf ein paar Positionen um und hoffte damit wieder Schwung ins grüne Spiel zu bringen. 

Doch zunächst war wenig von einem neuen Spirit zu spüren. BITS hatte mit dem Tor vor der Halbzeit Lunte gerochen und machte nach Wiederanpfiff gehörig Dampf im Mittelfeld. Die Tulpe hatte jedenfalls weiterhin Probleme im Spielaufbau und so führten unnötige Ballverluste zu gefährlichen Kontern der BITS-Reisetruppe. Im grünen Offensivspiel bemühten sich Marek und Darius zwar um Ballhoheit, doch so richtig wollte das an diesem Abend nicht gelingen. 

Das Spiel war jetzt in die entscheidene Phase getreten. Zu diesem Zeitpunkt sah es mehr nach dem 2:2 als nach einem 3:1 aus. Toffi und Markus jedenfalls konnten und wollten diesen Spielzustand nicht länger hilflos von der Seitenlinie aus zugucken und wechselten sich um die 65. Minute wieder ein. Das mit weit über 500 Toren erfolgreichste grüne Sturmduo aller Zeiten brachte auch gleich wieder frischen Wind ins Angriffsspiel. Markus, der in den letzten Wochen vier Kilo abgenommen hatte, wirkte insgesamt auch wieder spritziger im Antritt und konnte sich gleich nach der Einwechslung wieder schön in Szene setzen. Der BITS-Keeper konnte seinen Schuß in der 70. Minute gerade noch abwehren.

Kurz darauf gelingt der Grünen Tulpe über Thomas Chrometzka dann nicht nur ein gelungener Konter, sondern auch endlich das erhoffte 3:1. Thomas war schön über links in den gegnerischen Strafraum durchgestoßen und während Toffi in der Mitte auf den Querpass wartete und Spieler an sich zog, vollendete Thomas souverän ins kurze Eck. Sein erstes Spiel für die Tulpe belohnte er also auch gleich mit einem sehenswerten Tor. Es war kein Zufall, denn er war klar der stärkste grüne Mann auf dem Platz an diesem Abend. 

Das 3:1 war mal wieder ein wichtiger Treffer zur rechten Zeit. Wie in den letzten Monaten legt die grüne Mannschaft immer dann nach, wenn es brenzlig wird. BITS hatte nach dem Gegentreffer jedenfalls nichts mehr entgegenzusetzen. Sie versuchten zwar nochmal alles, doch nun war es nur noch die Grüne Tulpe, die das Spiel bestimmte. Sicher musste  BITS auch dem hohen Tempo Tribut zahlen, dass sie nach der Halbzeit gegangen und das ohne Torerfolg verpufft war.

Trotz der vielen Auswechselspieler hatte das Reisebüro den Platz an der Sonne am Ende doch zu teuer gebucht, was sich in der Folge mit den Gegentreffern zum 1:4 und 1:5 durch Toffi Born und Markus Kurdziel rächte. Es hätten auch noch mehr grüne Tore fallen können, da die Tulpe in der Schlußphase weitere hochprozentige Chancen versiebte. Doch es wäre letztendlich zu viel des Guten gewesen, denn BITS hatte an diesem Abend eine klasse Leistung gezeigt und die Tulpe fast in ein Unentschieden gezwungen.

Fazit: Die unheimliche grüne Serie geht also weiter. Ein verdienter Sieg, keine Frage, aber am Ende fiel er mit 5:1 vielleicht ein wenig zu deutlich aus. Die Jungs vom Reisebüro waren Anfang der zweiten Hälfte nahe dran am Ausgleich und brachten die grünen Kicker zwischenzeitlich gehörig in Bedrängnis. Das die Grüne Tulpe aber -wie zuletzt so oft -wieder genau dann die richtige Antwort parat hatte, spricht für eine neue Qualität im grünen Spiel. Da können sich Babbel und seine vermeintlichen Profis jedenfalls mal ne Scheibe von abschneiden. 

 

 

 

 

 

 

 

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