Grüne Tulpe - DIHK

Fussball ist noch echtes Handwerk

Die klimatischen Verhältnisse wussten die Vorfreude auf die fußballerische Auseinandersetzung beizeiten schon zu befeuern, die sog. Altweibersommer-Temperaturen versprachen bestes Fußballwetter.

Die Tulpe hatte kurz vor dem Spiel noch so ihre liebe Not damit gehabt, rechtzeitig 11 Spieler auf den Platz zu bekommen; es hatten wohl einige Berliner Kids ihr Unwesen mit der Infrastruktur des hiesigen Nachverkehrs getrieben und damit für ordentliche Verspätung einiger Tulpe-Spieler gesorgt.

Leidlich war dann sicherlich auch, dass der etatmäßige Torwart der Tulpe, einem kurzfristigen Lockruf der Italiener nachgegeben hatte und somit das grüne Tor bis dato verwaist war. Abhilfe schafften hier ein eilig zusammengestelltes grünes Not-Quartett mit Markus Mayer, Simon Bruhn, David Kipp und Ole Goede (in dieser Reihenfolge), die sich die Torwart-Zeiten auf dem Platz viertelten. Dafür sei den Vieren an dieser Stelle herzlich gedankt. Und soviel sei schon einmal vorweggenommen: alle machten ihre Sache gut und drei der „ungelernten Ersatzkeeper“ konnten ihren Kasten sogar sauber halten.

Die Grünen begannen ihr Spiel konzentriert und setzten ihre gewohnte Struktur, den unprätentiösen Aufbau ihres Spieles aus den eigenen Abwehrreihen, bestehend aus einer 4er-Abwehrkette und zwei vorgelagerten 6ern, recht gut in die Tat um.

Die Tulpen waren sichtlich um ein kompaktes Auftreten aller Mannschaftsteile bemüht, Mittelfeld und Sturm boten sich engagiert als Ballabnehmer an, und so ergaben sich immer wieder gelungene Kombinationen und vereinzelte Schüsse Richtung gegnerisches Tor. Doch der sichere DIHK-Keeper und sein gut postierter Handelskammer-Abwehrriegel waren nicht so einfach zu überwinden, wie vielleicht einige Tulpen erwartet hatten. In der ersten Spielphase wollte der Ball jedenfalls nicht über die Torlinie der DIHKler. Entweder hielt der Schlussmann glänzend oder das Aluminium stand im Weg.

Nach gut 20 Minuten nahm das Spiel mehr Fahrt auf, zumal nun auch die Gegner sich immer häufiger auf der rechten Seite mit kleinen gezielten Gegenangriffen durchsetzen konnten. Aber diese Bemühungen erbrachten nichts Zählbares, denn der Ball landete schlussendlich doch nur in den dicht gestrickten Verteidigungsmaschen der grünen Abwehr, die sich umsichtig zu verschieben wusste. Ersatztorwart Markus Meyer musste kaum in Erscheinung treten, auch weil seine beiden Innenverteidiger Stefan Witt und Ole Goede fast alle Bälle im Vorfeld abfingen. Nur einmal segelte eine DIHK-Ecke mit viel Effet gefährlich in den Strafraum und Simon Bruhn -der vor der Ecke von der 6er-Position ins Tor gewechselt war- konnte das Bällchen gerade noch rechtzeitig vor Überschreiten der Linie einfangen. Einige DIHKler wollten den Ball da schon hinter der Torlinie gesehen haben. 

Weit mehr als Zweidrittel der ersten Halbzeit war inzwischen gespielt, als Tulpepräsident Markus Kurdziel das Bällchen im gegnerischen Strafraum erobern konnte, sich lehrbuchmäßig bis zur Grundlinie vorarbeitete, um dann den entscheidenden Pass zu spielen. Er hatte die Rechnung aber zunächst ohne die gegnerische Abwehr gemacht, die die Passwege gut zustellte und seine Schüsse abwehren konnte. Kurioserweise kam der Ball indes stets pingpongartig zu Markus Kurdziel zurück, der seinen Plan mitnichten fallen ließ, und weiter unbeeindruckt querlegte, was das Zeug hielt.

Und so kleckerte sich schließlich – zeitlupenartig über den Fuß eines DIHKlers rollend - der Ball dann irgendwann doch zu Spielertrainer Toffi Born durch, der somit fast schon unverhofft doch noch in Szene gesetzt wurde. Er versengte den Ball alleinstehend vor dem DIHK-Keeper sicher in die gegnerischen Maschen.

Derart angepiekst kamen die DIHKler einmal mehr mit offensiven Pressing in die Nähe des Tulpetores. Doch diese Vorstöße konnten allesamt, nicht zuletzt durch die im gesamten Spielverlauf sehr gut agierenden 6er Tim Mahler und Ole Goede, später auch Simon Bruhn und Florian Kern, entschärft werden. Dann war Halbzeit. 

In der kurzen Pause wurden noch einmal die Kräfte gesammelt und etwas personell umgestellt. Markus Mayer, der 30 Minuten das grüne Tor gehütet hatte, rückte auf die Innenverteidiger- und Ole auf die 6er-Position. Simon, der die letzten 15 Minuten den Kasten sauber gehalten hatte, wurde mit der Stürmer-Position belohnt.

Rechtzeitig zur zweiten Hälfte präsentierte die Tulpe dann den dritten Schlußmann des Abends. Diesmal zog David Kipp die Torwarthandschuhe an, der heute zum ersten Mal im Tulpe-Trikot auflief und als Außenverteidiger in Halbzeit Eins eine sehr gute Figur machte. David hatte in der 16. Minute sogar fast seine Tulpe in Führung gebracht, als sein Schuß fast ins Eck segelte, dann aber doch nur die Latte streifte. 

Das Spiel war ob der knappen grünen Führung noch völlig offen. Die Tulpe musste nun schnell das 2:0 nachlegen, wollte sie für Klarheit zu sorgen. Doch zunächst machten die DIHKler aber da weiter, wo sie aufgehört hatten und verstärkten noch einmal ihre Angriffsbemühungen, was die Tulpe mächtig unter Druck setzte und die Fehlpassquote signifikant erhöhte.

In der 54. Minute dann ein folgenreicher Pfiff. Markus Kurdziel wurde im DIHK-Strafraum schön angespielt und von einer gegnerischen Verteidigerin durch ein Foul zu Boden gebracht. Der Schiri zögerte keine Sekunde und entschied auf Strafstoß. Simon Bruhn schnappte sich den Ball und konnte durch einen präzisen Schuß - flach, halb rechts - auf 2:0 erhöhen.

Die von der 2:0 Führung ersehnte Ruhe und Sicherheit wollte sich im Tulpe-Spiel nicht einstellen. In diese fahrige Situation fügte sich dann auf der rechten Tulpen-Seite die folgende Szene ein. Ein DIHKler wurde in einem – von beiden Seiten recht körperbetonten Zweikampf - von Jan Landmann unbeabsichtigt gefoult. Doch es ertönte kein Pfiff, sondern der Schiri ließ für alle überraschend das Spiel mit Verweis auf „Vorteil“ weiter laufen. Der Ball, der sich zu diesem Moment aber in den Reihen der Grünen befand, wurde ob der ungeklärten Situation weiter nach vorne getragen. Der Gefoulte saß noch am Boden und reklamierte zu Recht einen Freistoß, so dass alle umstehenden Spieler den Spielbetrieb kurzfristig einstellten. So ergab es sich, dass die eine Hälfte der DIHKler und der Tulpe unverdrossen weiter spielten, die anderen hingegen tatenlos zuschauten. Doch auch die lautstarken Rufe des Tulpentrainers vom Spielfeldrand, das Spiel zugunsten des Freistoßes zu stoppen, wurden offenbar nicht gehört, so dass Tulpe Florian nach einem Querpass den Ball - zugegebenermaßen schulbuchartig - ins gegnerische Tor schlenzte. Die Aufregung beruhigte sich erst, als das Tor im Einvernehmen beider Parteien annulliert wurde und der Gefoulte seinen Freistoß bekam.

Kurze Zeit später sollte der dritte Treffer dann aber doch noch fallen. Tim Mahler verwandelte einen Eckball zum Torerfolg, indem er den Ball im vollen Tempo angelaufen kommend, hart, tief und unhaltbar für den DIHK-Torwart, nahe des rechten Pfostens einköpfte.

Wer nun geglaubt hatte, dass das Spiel gelaufen sei, täuschte sich gewaltig. Mit intensiven Pressing rollten die DIHKler auf das Grüne Tor zu und erarbeiteten sich die eine und andere Chance. Die Tulpe ließ sich hinten reindrängen, war nur noch im Abwehr- und Verteidigungsmodus und konnte nur noch selten Entlastung durch einen Konter erfahren.

In dieser Schlussphase trumpften die DIHKler groß auf und ein kluger Pass im richtigen Moment und im vollem Tempo zwischen die Abwehrreihen der Tulpe hindurchgespielt, wurde mustergültig durch den heranlaufenden Stürmer der DIHKler mit der Picke ins Tor gespitzelt. Grünen-Torwart Nr. 4 Ole ließ sich zwar fallen und konnte den Ball noch berühren, aber nicht mehr entscheidend abwehren: 3:1. Mehr als der verdiente Ehrentreffer sollte für die aufopferungsvoll kämpfende DIHK-Mannschaft aber an diesem Abend nicht mehr drin sein.

 

Fazit:

Ein verdienter grüner Sieg. Ein Ergebnis, das in Ordnung geht, weil es die Spielanteile und das Kräfteverhältnis an diesem Abend widerzuspiegeln vermag. Eine ansprechende Leistung der gesamten grünen Mannschaft, aber auch der DIHKler, die nie aufgaben. Jetzt gilt es, das kompakte Auftreten aller Mannschaftsteile auch fürderhin auszubauen.

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