Grüne Tulpe - Nationalmannschaft der Schriftsteller

Länderspiel gegen die Autoren

Die "Krauts" sind schon wieder ein Opfer britischer Scouts geworden. Erst wurde Prinz Poldi im Sommer von Kölle nach Arsenal verschifft und jetzt wechselt auch noch Laurenz Schleicher von der Grünen Tulpe in die englische Hauptstadt. 

Dabei hatten die Tulpen bis zuletzt gehofft, das aufstrebende grüne Talent noch eine Weile in Berlin halten zu können. Doch gegen den MASTER aus London war letztendlich kein Kraut gewachsen und so wurde der heutige Kick gegen die Nationalmannschaft der Schriftsteller zu seinem vorerst letzten Spiel im grünen Dress.

Laurenz hatte seinen Abschied gut vorbereitet und kam mit einem großen Backpack voll mit germanischen Gerstensaft und einem Sack Crushed Ice ins Poststadion. Schließlich sollten seine Tulpen nach dem Abpfiff kaltes Beverage vorfinden und so den Abschied ein wenig versüßen.

Doch bevor es soweit war, sollten ersteinmal 90 Minuten gegen die Auswahl der kickenden Schriftsteller absolviert werden. Vor dem Anpfiff erhielten sowohl Laurenz, als auch die Schriftsteller einen der raren Grüne Tulpe-Wimpel überreicht, auf den vermutlich selbst die Queen scharf ist (die Stückzahl ist streng limitiert!).

Die Tulpe kontrollierte die erste Viertelstunde und der grüne Sturm um Markus Kurdziel und Jan Luley wurde immer wieder durch die beiden starken 6er Tim Mahler und Finn Pelke in Szene gesetzt. Die Schriftstellermannschaft, bei der im Gegensatz zu den letzten Spielen viele neue Gesichter zu sehen waren, hatte einige Mühe auch mal offensiv Akzente zu setzen. Immer wieder stand die Tulpe-Abwehrkette um Stefan Witt, Dietrich Brockhagen, Frauke Prüser und last but not least Laurenz bombensicher.

Doch in der 18. Spielminute passierte das, was nicht passieren sollte. Bei einer eher harmlosen Abwehraktion knickte Laurenz unglücklich mit seinem ledierten rechten Knöchel um. Mehr als zwei Monate hatte er zuletzt pausieren müssen und nur für das Abschiedsspiel hatte er den Einsatz gewagt. Sofort signalisierte er Tulpetrainer Toffi Born, dass es nicht mehr gehen würde und er bei der nächsten Gelegenheit ausgewechselt werden muss. Sollte sein Abschiedsspiel etwa hiermit schon frühzeitig beendet sein? 

Laurenz setzte sich jedenfalls gleich auf die Bank, wo die gekühlten Biere lagerten. Doch das Pils blieb erstmal zu, dafür kühlte mit dem mitgebrachten Eisbrocken seinen ledierten Knöchel. Toffi musste nun umstellen und sich selbst einwechseln. Es blieb ihm auch nix anderes übrig, denn er war der einzige Reservespieler an diesem Abend. Zur Überraschung vieler Tulpen stellte er nicht einen der beiden 6er in die Innenverteidigung, sondern beorderte überraschend Stürmer Jan Luley auf Laurenz' Position.

Das Festhalten an dem starken 6er-Duo um Finn und Tim sollte sich nur wenig später auszahlen. Tim bekam nach einem Abwehrfehler der Autorenverteidigung den Ball quasi in den Fuss gespielt und netzte kompromisslos zur 1:0 Führung ein. Danach sahen sich die Schriftsteller einem grünen Angriff nach dem anderen ausgesetzt, doch die Tulpe scheiterte immer wieder am guten Autorenkeeper Andreas Merkel. Und am Aluminium. 

In der 26. Minute segelte eine von Toffi in Form einer Kaltz'schen Bananenflanke geschossene Ecke an Freund und Feind vorbei und knallte gegen den langen Pfosten. Fünf Minuten später traf Toffi erneut nur das Aluminium, als sein Schuss aus etwa 25 Metern gegen die Querlatte knallte. 

Es musste also wieder Tim und seine Kaltschnäuzigkeit her. Kurz vor dem Pausenpfiff war es soweit. Tim, der aktuell erfolgreichste grüne Goalgetter erkämpfte den Ball vor dem gegnerischen 16er, setzte sich im Autoren-Getümmel durch und erhöhte gekonnt auf 2:0. Einige Schriftsteller wollen dabei ein Handspiel von Tim ausgemacht haben, aber es war nur seine Nieren, die den Ball entscheident in Schussposition brachten. 

Die erste Halbzeit konnte sich spielerisch sehen lassen und wurde nur durch die Verletzung von Laurenz getrübt. Den hielt es aber nun nicht länger auf der Bank. Er hatte seiner Meinung nach seinen Knöchel nun lange genug gekühlt und sich auch schon erfolgreich aus dem Tulpe-Arztkoffer erfolgreich selbstversorgt. Wer Laurenz kennt, weiß, dass er keine Pussy ist. Von so einer Lappalie wie Schmerzen, lässt er sich doch sein Abschiedsspiel kaputt machen. Hier zeigte sich, dass Laurenz bereits schon jetzt ein richtiger Engländer ist.

Nach Wiederanpfiff stand er mit Verband jedenfalls wieder auf dem Platz und verteidigte, als wenn nichts gewesen wäre. Doch so ganz rund lief er nicht mehr und auch im grünen Spiel lief es nicht mehr richtig rund. Die Schriftsteller-Nationalmannschaft kam immer besser ins Spiel und die Tulpe zeigte anfangs von Hälfte Zwei überraschend viele Abspielfehler. Mehrmals war nun der grüne Torhüter Jochen Schieborn gefordert, der in Halbzeit Eins noch eine ruhige Kugel hatte schieben können.

Als aber in der 56. Minute dann eine Autorenecke in den Tulpe-Strafraum flog, war es um die grüne Herrlichkeit geschehen. Die Tulpe-Abwehr hatte einen der Schriftsteller nicht im Blick und Manndeckung. Der nutzt die Gelegenheit und natürlich sein Köpfchen zum Anschlusstreffer. Nur noch 2:1. 

Danach ist die Tulpe völlig aus dem Konzept und kommt immer mehr unter Autorendruck. Der gleiche Autor, der gerade eben schon das 1:2 geköpft hatte, schnappte sich auf halbrechts wieder das Leder und stürmte alsgleich in den grünen Strafraum. Aus unglaublich spitzen Winkel gelang der spitzen Feder dann ein Kunstschuss a la van Basten anno 1988. Unhaltbar knallte er das Runde von ganz rechtsaußen zum 2:2 ins linke obere Eck. Der verdiente Ausgleich war nur eine Frage der Zeit gewesen.

Da die Grüne Tulpe ihren Laurenz gerne mit einem Sieg nach London verabschieden wollte, musste die Fraktionsmannschaft jetzt wieder unbedingt die Initiative ergreifen und sich ins Spiel zurückkämpfen. Toffi wollte zudem, dass Laurenz nicht noch einen Bänderriss als Andenken auf die Insel mitnimmt und wechselte ihn sicherheitshalber aus. Frauke nahm seine Position ein. Jetzt hätte sich Laurenz eigentlich sein erstes Abschiedsbier aufmachen können, doch das wäre nicht seine und auch nicht die feine englische Art gewesen (btw: das ist echter Mannschaftsgeist abseits des Platzes).

Für die letzten 25. Minuten war also Hochspannung angesagt. Das Spiel war ja wieder völlig offen und beide Mannschaften wollten nun den Sieg. Es ging hin und her und auch der Schiedsrichter hatte nun erstrecht größte Schwierigkeiten noch den Überblick zu behalten. Den Grünen Tulpen schwanden ob des hohen Tempos in der ersten Hälfte auch langsam die Kräfte und aufgrund der Verletzung von Laurenz keinen Auswechselspieler mehr parat. Ganz im Gegensatz zu den Autoren, die bis zum Schluß noch munter auf den ein oder anderen Ghostwriter zurückgreifen konnten.

Die Grünen Tulpen wussten, dass nun der Moment für die Entscheidung gekommen war. Das Siegtor konnte nur vor dem ersten Wadenkrampf kommen. Und wieder war es Tim, der nach schönem Zuspiel von Jan den Ball in der gegnerischen Hälfte an sich zog und im richtigen Moment quer gen Autoren-Straufraum auf Toffi passte. Der ließ sich nicht zweimal bitten und zog aus dem Lauf mit dem linken Innenrist unhaltbar ins linke Eck ab. 3:2

Ein sehr wichtiger Treffer zur richtigen Zeit. Doch noch waren knapp 15 Minuten zu spielen und alle elf Tulpen liefen ja nur noch auf dem Zahnfleisch. Eine Tulpe prophezeite in der Schlußphase gar, dass evtl. nicht alle Tulpen die 90. Minute erreichen würden. Doch wer die grüne Fraktionsmannschaft kennt, weiß, dass selbst eine von Krämpfen geschüttelte Tulpe auch noch liegend den Ball verteidigt.

Die Autoren warfen alles nach vorne und versuchten nochmal alles, doch ein Tor gegen diese verschworene, aufopferungsvoll kämpfende Grüne Tulpe sollte ihnen an diesem Abend nicht mehr gelingen. Alle Tulpen hatten die 90. Minute, sogar die Nachspielzeit erreicht und konnten beim Jubel über diesen Kampf-Sieg nun ihren Krämpfen freien Lauf lassen. Als eiskalte Belohnung für die Schinderei wartete Laurenz am Spielfeldrand schon mit dem wohltemperierten Abschiedsbier. Cheers! 

 

 

 

 

 

 

 

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