Grüne Tulpe - Rote Socken

Mit grünen Stutzen gegen rote Socken

Noch nie konnten die Kicker der Linkspartei einen Sieg gegen unsere Grüne Tulpe einfahren. In der ersten Begegnung im Jahr 2007 wurden die Roten Socken von der grünen Mannschaft mit 6:1 geradezu vom Platz gefegt. In den letzten Jahren waren die Begegnungen der beiden einzigen Bundestagsfraktionsmannschaften dann zwar nicht mehr so einseitig, da auch die Socken sich mit der Zeit spielerisch verbessert hatten, doch gegen das natürlich gewachsene grüne Mannschaftsgefüge konnten die helter-skelter Red Socks aus Ostberlin bisher nichts ausrichten. 

An diesem herbstlichen Montagabend fanden sich mit Stephan Kühn auf grüner und Halina Wawzyniak auf roter Seite sogar zwei Abgeordnete auf dem Spielfeld wieder. Beide konnten sich rechtzeitig von ihren jeweiligen Fraktionssitzungen entfernen, um pünktlich dem spielerischen Schlagabtausch gegen den politischen Gegner zu fröhnen.

Es ging beiden Teams natürlich um nichts Geringeres als die Ehre. Naja, die Tulpe wollte ihre tolle Serie und ihre weiß-grüne Weste unbedingt verteidigen und die Linkspartei wollte endlich mal einen Sieg gegen die übermächtigen Grünen einfahren.

Der Ball rollte keine fünf Minuten, da bestimmte die Grüne Tulpe schon wieder das Spiel und hatte die erste richtig gute Torgelegenheit. Der grüne Rechtsaußen Jan Landmann kam aus gut 18 Metern unbedrängt zu einer guten Schußchance, doch der Ball rutschte ihm über den Schlappen. Kurz darauf schlug ein Weitschuss von Tulpe-Spielertrainer Kristoffer "Toffi" Born knapp neben dem Sockengehäuse ein.

Während die grüne Führung nur eine Frage der Zeit schien, schlugen nach einer knappen Viertelstunde plötzlich die Roten Socken zu, die bis dato nicht einmal vors grüne Tor gekommen waren. Durch einen grünen Abwehrfehler war der Ball unglücklich in den Füßen der Linkspartei gelandet, es folgte einer langer Ball auf einen völlig alleingelassenen Sockenspieler, der dann das Leder schön über den verdutzten Tulpe-Keeper Jochen Schieborn lupfte und zum 0:1 einschob.

Einige Socken träumten ob der überraschenden Führung da wohl bereits vom ersten Sieg. Doch die Tulpen lassen sich von solchen Gegentoren wenig beeindrucken und von einem Sockentor erst recht nicht. 16 Spiele in Folge ist die grüne Mannschaft inzwischen ungeschlagen und hat sich von zwischenzeitlichen Rückständen nie aus der Ruhe bringen lassen.

Die beiden Tulpe 6er - Tim Mahler und Simon Bruhn - zogen den Roten Socken im Mittelfeld auch schon gleich wieder die Zähne und wussten das gefürchtete grüne Sturmduo Markus Kurdziel und Toffi Born immer wieder in Szene zu setzen. Letztgenannter war es dann auch, der nur sechs Minuten nach dem 0:1 den hochverdienten Ausgleich für seine Tulpe besorgte.

Ein langer Pass von Innenverteidiger Ole Goede war bei dem heute bärenstarken Ralf Südhoff gelandet, der den Ball in den Fünfer mitnahm und im richtigen Moment in die Mitte auf Toffi passte. Der war daraufhin in die Flugbahn gegrätscht und das Bällchen zappelte zum 1:1 im Netz der Linkspartei.

Nur wenig später war dann der grüne Präsident höchstpersönlich am Zug. Gegen die Roten Socken trifft er ja besonders gern und oft. Und auch diesmal ließ er sich nicht lange bitten. In der 25. Minute landete er mit einem Kunstschuß einen Coup zur grünen Führung. Mitten im Roten Socken-Abwehrgetümmel, hatte Markus den Ball mit viel Effet über die unsortierten Abwehrrecken gelupft und als der Linkspartei-Schlußmann sich das Leder angeln wollte, sprang das drehende Runde einfach über ihn hinweg zum 2:1.  

In der 34. Minute segelte dann erneut ein Ball mit viel Effet in den Socken-16er. Es war eine der berühmten Born'schen Ecken, die mal wieder genau den Kopf von Tim Mahler fand und dessen Kopfball wie beim Ping Pong ausgerechnet im linken oberen Eck landete. Übrigens Tims 22. Saisontreffer, der damit weiterhin die grüne Torschützenliste anführt.

Die Grünen hatten das Spiel also wieder gedreht und die 3:1-Halbzeitführung gab auch den Spielverlauf wieder. Die Roten Socken hatten zur Pause die Gelegenheit den Realitäten ins Auge zu sehen, denn auch konditionell schien an diesem Abend nicht mehr viel drin zu sein.

Die Tulpen, obwohl nur mit einem Auswechselspieler vor Ort, ließen keinen Zweifel am Sieg und darüber hinaus keine Konditionsmängel erkennen. Das grüne Team machte in Halbzeit Zwei einfach dort weiter, wo sie nach dem 3:1 durch den Pausenpfiff unterbrochen worden war. Der Ball lief flüssig durch die eigenen Reihen und die Linkspartei-Abwehr zeigte mit zunehmender Spieldauer immer mehr Lücken. 

Logische Folge waren das 4:1 und das 5:1 durch Lennart Krause. Der hatte in der 57. und 61. Minute in aller Seelenruhe die Bälle im gegnerischen 16er an- und anschließend Maß genommen. Zwar gelang den Roten Socken nach Lennarts Doppelpack durch einen gelungenen Angriff der 2:5 Anschlusstreffer, doch der linke Käse war da ja längst gegessen. Durch zwei weitere sehenswerte Tore von Toffi und Ralf in der letzten Viertelstunde wurde die Linkspartei dann schließlich doch noch abgeschossen.

Fazit: Mit dem 7:2 gelang den Grünen sogar noch ein höherer Sieg als beim ersten Aufeinandertreffen 2007. Die Roten Socken hatten trotz der glücklichen Führung zu keiner Zeit das Spiel im Griff und befanden sich hauptsächlich in der Defensive. Die Grüne Tulpe zwang dem Gegner von Anfang an sein Spiel auf und ging über die gesamte Spielzeit ein hohes Tempo. Ein noch zu hohes für die Linkspartei, die mit dieser deutlichen Niederlage wieder einen Rückschlag bei dem Versuch erlitten hat, mit dem grünen Team irgendwann einmal auf Augenhöhe spielen zu können.

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