Grüne Tulpe - Tas. Bühne & Sport

Von Tulpen und Füchsen

Seit 2008 spielt die Grüne Tulpe nun schon gegen Tas. Bühne und Sport. Da kann man schon von einer guten Tradition sprechen. Wie in solchen Fällen üblich, wird dann auch immer gerne die Statistik herangezogen. Und die spricht eine klare Sprache: Sieben grüne Siege und ein Unentschieden. Noch nie konnte Tas. Bühne & Sport also einen Dreier einfahren und die letzten beiden Partien waren bittere Niederlagen. 

2011 wurden die Tasmanen mit 0:7 regelrecht abgeschossen und nicht wenige Bühnensportler stellten nach dem Debakel gar die Sinnfrage solcher Begegnungen. Der Traditionskick war also plötzlich vom Aussterben bedroht.

So etwas löst bei Grünen schlagartig einen Reflex aus, da sie bedrohte Arten seit jeher unter besonderem Schutz wissen wollen. Glücklicherweise entschieden sich die Tasmanen dann doch, solch ein Revierderby nicht so schnell herzugeben und so gab es am vergangenen Montag dann doch eine Neuauflage des "Klassikers". 

By the way: Da über jedes Spiel von Tas Bühne und Sport regelmäßig in der FuWo (Fussballwoche) berichtet wird, taucht auch immer wieder die Grüne Tulpe in der Fachzeitschrift für den Berliner Fussball auf.

Rechtzeitig zum Anpfiff fanden sich neben einigen Fans auch die Füchse des Poststadions auf dem Nebenplatz Tenne 1 ein. Ein gutes Omen für die Tasmanen?

Bei besten äußeren Bedingungen starteten erstmal die Grünen Tulpen besser ins Spiel. Mit Angriffspressing schnürten sie die Bühnensportler zunächst in der eigenen Hälfte ein, ohne jedoch zwingende Torchancen zu erarbeiten. Tas Bühne und Sport konnte sich erst nach etwa 10 Minuten aus dem grünen Pressing befreien und kam selbst zu ersten Kontermöglichkeiten. 

Während die Tulpen dann überraschend große Probleme im Aufbauspiel zeigten und ziemlich harmlos im Offensivspiel blieben, nutzten die Tasmanen in der 23. Minute eiskalt die grüne Schlafmützigkeit aus. Einer der vielen unnötig halbhoch gespielten Tulpen-Pässe verspringt bei der Ballannahme und landet direkt in den flinken Beinen eines lauernden Tasmanen. Der zögert keinen Moment, treibt das Leder und schließt unhaltbar für Tulpe-Keeper Jochen Schieborn ab. 0:1

Der Statistiker vermerkt die erste Führung von Tas Bühne und Sport in einem Spiel gegen die Grüne Tulpe. Sollte sich hier etwa der erste Sieg für die Tasmanen ankündigen. Noch war es zu früh, denn gerade mal erst ein Drittel der Partie rum.

Die Grüne Tulpe war sichtlich überrascht ob des Rückstands und Trainer Toffi Born reagierte umgehend und brachte zwei frische Kräfte ins Mittelfeld. Es waren zwei ganz besondere Einwechslungen. Auf der 10er-Position feierte niemand Geringeres als Ratimir Britvec sein Kurz-Comeback und Jakob Redl auf Rechtaußen seine Premiere im grünen Trikot.

Ratimir - der "alte Fuchs der grünen Tulpe" - sorgte im grünen Mittelfeld gleich für mehr Ruhe am Ball und verteilte von da an das Leder ohne die bis dahin herrschende grüne Hektik. Und Jakob - der früher u.a. für den FC Nationalrat in Österreich für Furore sorgte, brachte über rechts neuen Schwung nach vorne und setzte gleich ein paar Duftmarken im Tasmanen-Revier.

Die grüne Mannschaft fand in der letzten Viertelstunde vor der Halbzeitpause wieder besser ins Spiel, konnte aber immer noch nicht zwingende Torchancen herausspielen. Wenn doch mal ein Schuß aufs Bühnentor kam, fing der sichere Schlußmann alles souverän ab.

In der Halbzeitpause sah man viele Tulpen ratlos ob der sehr mäßigen Leistung in der ersten Hälfte. Toffi und Ratimir analysierten kurz das Geschehen und verwiesen darauf, dass man unbedingt die halbhohen Pässe abstellen und sich alle Tulpen viel mehr bewegen und anbieten müssten. 

Mit dem Wiederanpfiff sah man auch gleich eine Verbesserung in der grünen Ballverteilung. Insbesondere über die rechte Seite gelang der Tulpe ein gefährlicher Angriff nach dem anderen.

In der 56. Minute wurde dies auch gleich mit dem Ausgleich belohnt. Einer der vielen Vorstöße von Jakob über rechts konnte dieser in seinem ersten Spiel gleich einnetzen. Auch wenn der Tas-Verteidiger mit einer mißlungen Abwehr-Aktion den Premieren-Treffer von Jakob noch freundlich unterstütze, war der Ausgleich verdient. 

Doch die Freude bei Jakob und den übrigen Tulpen währte nur kurz. Quasi mit dem nächsten Tasmanen-Angriff fiel das 2:1 und die erneute Führung für Tasmania. Nach einer schönen Flanke von rechts, nutzte ein Tas-Stürmer die Unordnung in der grünen Abwehr und buchsierte das Leder ins linke obere Eck. Jochen versuchte durch einen schnellen Reflex das Bällchen noch übers Tor zu lenken, doch seinen riesigen Hände patschten dieses schließlich doch ins eigene Netz.

Irgendwie war heute im grünen Spiel der Wurm drin und in den darauffolgenden 10 Minuten dümpelte das Spiel vor sich hin. Toffi konnte sich das "Gekicke" wohl nicht mehr länger von Außen mit angucken und stellte erst von einer 4er auf eine Dreier-Kette um, um sich danach gleich selber in den Sturm einzuwechseln. 

Er war erst wenige Minuten auf dem Platz, als Simon Bruhn vor dem Tas-Strafraum gefoult wurde. Tim Mahler legte sich wie schon letzte Woche das Bällchen zurecht. Aus ähnlicher Position hatte er letzten Montag gegen die Roten Socken den 2:1 Siegtreffer erzielt. Tim entschied sich diesmal aber für eine Flanke in den Strafraum. Doch der Ball landete trotzdem wieder im gegnerischen Netz. Toffi hatte die Chance zur Verwirrung des Keepers gesehen, sprintete quer zwischen die Verteidiger-Linien und als wolle er den Ball berühren, ließ er ihn dann doch ohne Berührung passieren. Der verdutzte Tasmanen-Torhüter hatte wie kalkuliert eine falsche Bewegung gemacht und das eigentlich ungefährliche Leder kullerte über die Linie zum 2:2 -Ausgleich.

Zurück auf der Spur wollte die Tulpe jetzt den Sieg. Es waren noch gut 15 Minuten zu spielen und Tas Bühne und Sport hatte inzwischen konditionell stark nachgelassen. Es spielte auch nur noch die Grüne Tulpe und vergab in der Schlußphase eine Großchance nach der anderen. 

Während die grünen Kicker mit gefühlt sechs Stürmern anrannten, erkämpften sich die Tasmanen dann in der 81. Minute nochmal das Bällchen im Mittelfeld. Die grüne Dreierkette fand sich plötzlich in Unterzahl wieder und durch einen toll vorgetragenen Angriff gelang Tas Bühne und Sport tatsächlich das 3:2.

Wieder währte der grüne Ausgleich nur ein paar Minuten und jetzt lief der Tulpe die Zeit davon. Alles sah nach einem Tasmania-Sieg aus. Doch wer die Grüne Tulpe kennt, weiß, dass immer bis zur letzten Sekunde gekämpft wird.

Die Tulpe-Fans am Rand fieberten jetzt erst recht mit und sahen nur wenige Minuten später wieder eine grüne Ecke in den Tas-Strafraum einfliegen. Aaron Greicius, der für den gesamten Juli mit seiner Familie den Urlaub in Berlin verbrachte und vor dem Rückflug nach Chicago unbedingt nochmal im Tulpe-Trikot treffen wollte, sah den halbhoch geschossenen Ball auf den kurzen Pfosten zufliegen und setzte aus extrem spitzen Winkel zum Flugkopfball an. Aus etwa zwei Metern landete Aarons Kopfball erst am Innenpfosten und dann sensationell im Tasmanentor: 3:3

Wäre der Berliner Arne Friedrich im Poststadion gewesen, er hätte Aaron nach seinem 25. grünen Treffer gleich noch einen Vertrag bei seinem neuen Verein Chicago Fire besorgt. Nach dem Ausgleich hatte die Grüne Tulpe dann sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß, da die Tasmanen konditionell komplett am Ende waren. Doch Tas Bühne und Sport hatte sich das Unentschieden mehr als verdient und hätte beinahe sogar den ersten Sieg gegen die Grüne Tulpe feiern können. Das es am Ende nicht dazu kam, war der legendären grünen Kampfkraft und dem Traum-Abschiedstor von Aaron zu verdanken.

4384877