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Equal Pay Day 2019Alles wie gehabt

Gruppenfoto der grünen Bundestagsabgeordneten zusammen mit Amelie Buntenbach, Vorstandsmitglied beim DGB, bei der DGB-Aktion vor dem Brandenburger Tor zum heutigen Equal Pay Day am 18.3.2019.
In diesem Jahr fällt der Equal Pay Day auf den 18. März. Immer noch verdienen Frauen in Deutschland deutlich weniger als Männer. Symbolisch steht das Datum für den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied von rund 21 Prozent. Umgerechnet in Arbeitszeit ergeben sich daraus 77 Tage in denen Frauen quasi unentgeltlich arbeiten. Gruppenfoto der grünen Bundestagsabgeordneten und Amelie Buntenbach, Vorstandsmitlied beim DGB, bei der Demonstration vor dem Brandenburger Tor.

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind deprimierend. Der allgemeine Verdienstunterschied (Gender Pay Gap) zwischen Frauen und Männern beträgt in Deutschland weiterhin 21 Prozent. Das ist dasselbe Ergebnis wie in den vergangenen Jahren. Die öffentliche Debatte schlägt sich genauso wenig nieder wie das Entgelttransparenzgesetz Wirkung zeigt.

Der bereinigte Gender Pay Gap wird auf 6 bis 7 Prozent geschätzt. Aber der größte Teil der Entgeltlücke liegt an strukturellen Faktoren. Fast die Hälfte (47 Prozent) der Frauen arbeiten in Teilzeit, bei Männern sind es rund 7 Prozent. Und während Frauen dafür meist familiäre Gründe angeben, also die Betreuung von Kinder oder Pflegebedürftigen, ist bei Männern der Hauptgrund, dass sie eine Aus- oder Fortbildung machen. Teilzeitbeschäftigte gelten häufig als nicht so einsatzbereit, ihre Beförderungsaussichten sind geringer und das drückt sich auch in der Bezahlung aus – auch wenn es gesetzlich verboten ist.

In Berufen, in denen viele Frauen arbeiten, wird klassischerweise weniger bezahlt. Daher erklärt sich auch der hohe Gender Pay Gap in den westdeutschen, wirtschaftlichen starken Ländern, wie Baden-Württemberg, mit einem hohen Anteil an überwiegend von Männern ausgeübten Industriearbeitsplätzen. In den ostdeutschen Ländern wird generell weniger bezahlt, die Tarifbindung ist schwächer und viele Industriearbeitsplätze sind in den letzten Jahrzehnten weggefallen.

Entgelttransparenzgesetz wird von Unternehmen ignoriert

Auch wenn Frauen und Männer in derselben Branche arbeiten, erhalten Frauen weniger Lohn. Das Entgelttransparenzgesetz sollte hier den Frauen die Möglichkeit eröffnen, ihr Gehalt mit dem ihrer Kollegen vergleichen zu können. Erste Überprüfungen weisen jedoch darauf hin, dass das Gesetz weitgehend ins Leere läuft, von den Menschen nicht genutzt wird und von den Unternehmen stillschweigend ignoriert. Daher fordern wir verbindliche und zertifizierte Prüfverfahren zur Überprüfung aller Lohnstrukturen und Tarifverträge. Und wir wollen ein Verbandsklagerecht und die Anwendbarkeit des Gruppenverfahrens. Denn nach wie vor müssen Frauen, die gegen Entgeltdiskriminierung vorgehen wollen, allein vor Gericht ziehen. Auskunft über das Entgelt von Kollegen erhalten nur Frauen, die in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten arbeiten. Viel zu viele Frauen haben also rein gar nichts von diesem Gesetz. Auch muss die Bundesregierung dringend mehr tun, um die sozialen Berufe aufzuwerten, damit Frauen endlich das bekommen, was sie auch verdienen.

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