GleichberechtigungEqual Pay Day 2016

Dieses Jahr ist der Equal Pay Day am 19. März 2016. Das Datum markiert bis zu welchem Tag im Jahr Frauen statistisch gesehen „unbezahlt“ arbeiten, vergleicht man ihr Gehalt mit dem der männlichen Kollegen. Das Statistische Bundesamt versuchte jüngst, etwas Glanz zu finden, denn die Gehaltslücke hat sich im vergangenen Jahr etwas verringert. Arbeitnehmerinnen verdienen nur noch brutto 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. In den letzten Jahren hatte der Abstand 22 Prozent betragen. Ein Grund zum Jubeln? Sicher nicht. Die höchsten Unterschiede finden sich in den Bereichen Medizin und Recht, in der IT-Branche sind sie deutliche geringer.

Lohnlücke: EU-weit steht Deutschland fast an letzter Stelle

Deutschland steht mit seiner Lohnlücke an drittletzter Stelle im Vergleich aller 27 EU-Mitgliedsstaaten. Das ist nicht akzeptabel. Und es hat weitreichende Folgen. Niedrige Einkommen führen zu niedrigen Rentenbeiträgen und so zu kleinen Renten. Die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen liegt in Deutschland bei 45 Prozent, das heißt in Deutschland sind die Renten von Frauen 45 Prozent niedriger als die der Männer.

Gesetzentwurf der Bundesregierung: Greift zu kurz

Inzwischen liegt ein Entwurf für ein Gesetz zur Entgeltgleichheit von Ministerin Schwesig vor. Er enthält durchaus positive Elemente. Doch der Vorschlag der Bundesministerin soll nur für Frauen gelten, die in großen Betrieben ab 500 Beschäftigten arbeiten. Damit greift der Gesetzentwurf viel zu kurz, denn die meisten Frauen arbeiten in kleineren und mittleren Betrieben. Gleichzeitig ist die Entgeltlücke in größeren Unternehmen, insbesondere in solchen, die tarifgebunden sind und in denen Mitbestimmung herrscht, viel geringer als in kleineren, nicht mitbestimmten.

Fazit: Gesetz nur mit Verbandsklagerecht

Was wir brauchen, ist ein wirksames Gesetz, das für alle Frauen gilt. Außerdem muss dieses Gesetz ein wirksames Verbandsklagerecht enthalten, damit Frauen nicht weiterhin auf den schwierigen individuellen Klageweg verwiesen werden. Entsprechende Vorschläge hat die Bundestagsfraktion in einem Antrag gemacht.

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