Internationaler Frauentag 2017Für eine wirksame Frauen- und Gleichstellungspolitik in Deutschland

Abgeordnete der grünenBundestagsfraktion stehen mit pinken "Pussyhat"-Mützen vor einem lila Bundestagsadler, der ebenfalls diese pinke Mütze trägt.

Zum Internationalen Frauentag am 8. März finden weltweit bunte Aktionen statt. Überall gehen Frauen für ihre Rechte auf die Straße. Auch in Deutschland werden der Bundestagsadler und Denkmäler von Wilhelm, Hindenburg, Goethe mit knallpinken Pussyhats in Symbole für Gleichberechtigung und Freiheit verwandelt. Die pinken Mützen sind seit dem Women's March im Januar in Washington ein Symbol für feministischen Protest.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist in Deutschland bisher nicht erreicht. Die Bundesregierung hat zwar einige Gesetze auf den Weg gebracht. Diese erreichen nur wenige Frauen, wie die Quote für die Aufsichtsräte oder das geplante Transparenzgesetz für Entgeltgleichheit. Vieles wird gar nicht erst angefasst, wie die Steuerpolitik oder die Minijobs.

Deutschland kann mehr Gleichstellung

Ohne die grüne Bundestagsfraktion gäbe es diese Woche keine frauenpolitische Debatte im Bundestag. Wir fordern eine umfassende Gleichstellungspolitik damit die Hürden für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen endlich fallen.

Dazu gehören gesetzliche Regelungen für mehr Frauen in Führungspositionen, Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umwandeln und für neu geschlossene Ehen/Lebenspartnerschaften das Ehegattensplitting durch eine individuelle Besteuerung ersetzen. Ein Entgeltgleichheitsgesetz für Betriebe ab zehn Beschäftigten und ein Verbandsklagerecht würden helfen, die Entgeltlücke von 21 Prozent abzubauen. Zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf schlagen wir verschiedene zeitpolitische Maßnahmen vor, damit die Menschen die vielen Aspekte des Lebens gut unter einen Hut bringen können.

Faktoren wie die niedrigen Löhne, die hohe Teilzeitquote, die Erwerbsunterbrechungen und die Minijobs führen zu einer Rentenkluft zwischen den Geschlechtern von 57 Prozent. Hier müsste eine seriöse Gleichstellungspolitik, die den gesamten Lebensverlauf berücksichtigt, ansetzen. Stattdessen bleiben die Hindernisse für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen unangetastet.

 

 

Mehr zum Thema Frauen

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4402433