Einkommen von FrauenGrüner Antrag für Entgeltgleichheit

Die Sitze des Bundestags sind im Reichstagsbebäude in Berlin durch die Glaskuppel zu sehen.

Ministerin Schwesig lässt sich gern auf Podien und Veranstaltungen für klare Aussagen zur Entgeltgleichheit feiern. Angekündigt wurde bereits des Öfteren ein Gesetz, vorgelegt bisher noch nichts. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD heißt es schwammig, dass gemeinsam mit den Tarifpartnern eine Neubewertung von Berufen erreicht und Unternehmen ab 500 Beschäftigten zur Frauenförderung und Entgeltgleichheit Stellung nehmen sollen, darauf aufbauend soll es einen individuellen Auskunftsanspruch geben.

Weil wir nicht länger warten wollen, hat die grüne Bundestagsfraktion jetzt einen Antrag für ein Entgeltgleichheitsgesetz eingebracht. Darin fordern wir verbindliche Regelungen, damit Deutschland endlich seinen ebenso peinlichen wie traurigen Spitzenplatz in Sachen Entgeltunterschiede unter den EU-Ländern verliert. Die Fraktion fordert, dass die Tarifparteien zukünftig ihre Tarifverträge und die Betriebe auch ihre nichttariflichen Entgeltstrukturen überprüfen sollen. Dafür sollen sie analytische Arbeitsbewertungsverfahren mit geschlechtsneutralen Kriterien anwenden. Werden Entgeltdiskriminierungen festgestellt müssen diese innerhalb einer Frist beseitigt werden. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes soll für Stichproben eine Kontrollbefugnis erhalten. Wir wollen Sanktionen und insbesondere auch ein Verbandsklagerecht, damit betroffene Frauen endlich gestärkt werden. Wichtig ist uns, dass der bürokratische Aufwand gerade für kleine Betriebe möglichst gering gehalten wird.

Entgeltdiskriminierung ist keine individuelle Angelegenheit einzelner Frauen, sondern ein gesellschaftliches Problem.

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4 Kommentare
Auch Wiederholung macht es nicht richtiger
Robert 10.11.2015

Und wieder lese ich die ominösen 20% Lohndifferenz, dieses statistische Ammenmärchen.

Diese 20% existieren auf Grund unterschiedlicher Ausbildungs- und Berufswahl, sowie individueller Entscheidungen. Rechnet man den Effekt individueller Entscheidungen raus, so sieht man, dass der Lohnunterschied in die statistische Bedeutungslosigkeit verschwindet.

Es gibt keinen statistischen Beleg für eine Lohndiskriminierung der Frau...

Gruß
Jemand mit Statistikkenntnissen

Gleichstellung Ost - West
thomas 10.11.2015

Es ist genauso wichtig, dass endlich die Lohn- und Rentenunterschiede zw. Ost und West fallen! 25 Jahre nach der Einheit ist die unterschiedliche Entlohnung nicht mehr nachvollziehbar. Der Öffentliche Dienst, tarifgebundene Unternehmen bzw. die Rentenberechungen könnte da Vorbild/Vorreiter sein für den Rest der sogenannten "freien Wirtschaft".

20% Unterschied?
Gast 12.11.2015

Viele Unternehmer versuchen oder sind gezwungen möglichst wenig an ihre Angestellten zu zahlen (Leiharbeit, befristete Verträge, Subunternehmen, Scheinselbständige, Umgehung Mindestlohn). Daher wundert es mich, dass noch nicht alle Männer entlassen und dafür Frauen eingestellt wurden, weil diese doch angeblich 20% weniger verdienen.
Würde das nicht geschehen, wenn das 20% Märchen war wäre?

Antrag auf Entgeltgleichheit
David 30.12.2015

Hiermit reiche ich einen Antrag auf Entgeltgleichheit ein!

Der Entgeltunterschied in meiner Branche Ost/West (Fliesenleger) liegt bei 3,40€/h! Das sind keine 15% sondern mehr als 23%!!! Daher fühle ich mich stark diskriminiert, das eine Frau in den alten Bundesländern deutlich mehr verdient, als ein Mann in den neuen Bundesländern.
Des weiteren gibt es in meiner Branche in den neuen Bundesländern keinen Lohn Unterschied zwischen gelernt oder ungelernt. In den alten Bundesländern hingegen schon.

Entgeltdiskriminierung ist keine individuelle Angelegenheit einzelner Bürger zwischen Ost und West, sondern ein gesellschaftliches Problem.

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