Internationaler FrauentagMehr Frauen in Führungpositionen

Geschäftsleute mit Frau an der Spitze

Zum Internationalen Frauentag fordert die grüne Bundestagsfraktion die Bundesregierung auf, zügig zu handeln. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft ist nach wie vor gering. Aktuelle Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW-Wochenbericht 3/2014) zeigen sogar ein Absinken in den Vorständen der DAX-30-Unternehmen um 1,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr auf jetzt 6,3 Prozent. Die Vorstände der 200 größten Unternehmen wiesen einen Frauenanteil von nur vier Prozent auf. Unverändert rein männlich blieben die Vorstandsvorsitze. Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten ist in den DAX-30-Unternehmen um gut zwei Prozentpunkte auf knapp 22 Prozent gestiegen, ebenso in den 200 umsatzstärksten Unternehmen auf gut 15 Prozent.

Ziel verfehlt

Ein ähnliches Bild zeigen auch die Unternehmen mit Bundesbeteiligung. Das DIW kam für die Vorstände und Aufsichtsräte von 60 im Beteiligungsbericht des Bundes gelistete Unternehmen zu ähnlichen Ergebnissen. Seit Ende 2012 stieg der Frauenanteil in den Vorständen leicht auf knapp 13 Prozent, in den Aufsichtsräten sank er auf 18 Prozent und lag damit unter dem der DAX-30-Unternehmen. Auch wenn diese Positionen oft an eine Führungsposition in der Politik oder der Verwaltung gebunden sind, ist dieses Ergebnis enttäuschend. Das Bundesgremienbesetzungsgesetz (BGremBG) hat seit seiner Einführung im Jahr 1994 wenig Wirkung gezeigt und das Ziel der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen in Gremien im Einflussbereich des Bundes nicht erreicht.

Verschwendung von Potenziale, Fähigkeiten und Qualifikationen

Frauen stoßen weiterhin an eine gläserne Decke auf dem Weg von der mittleren in die obere Führungsebene. Potenziale, Fähigkeiten und Qualifikationen von Frauen werden verschwendet. Das ist ein fatales Signal für die Gleichberechtigung von Frauen. Die Bundesregierung muss gegensteuern und den Stillstand bei der Gleichstellung beenden. Wir fordern gesetzliche Regelungen und Maßnahmen für die Privatwirtschaft, die zu einer Erhöhung des Frauenanteils auf allen betrieblichen Ebenen führen. Für Aufsichtsräte sollte eine gesetzliche Mindestquote von 30 Prozent ab 2015 und 40 Prozent ab 2017 eingeführt werden. Auch die Unternehmen mit Bundesbeteiligung müssen ihren Frauenanteil deutlich erhöhen. Das Bundesgremienbesetzungsgesetzes muss dafür überarbeitet werden. Um Frauen den Aufstieg in Unternehmen zu erleichtern, sind weiterhin Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf erforderlich. Das betrifft beispielsweise immer noch bestehende überlange Arbeits- und Anwesenheitszeiten, die Frauen und Männer mit Familienverpflichtungen behindern. Hier fehlen tragfähige Konzepte.

Dringend erforderlich sind zudem gesetzliche Regelungen, um die fortbestehende Entgeltdiskriminierung von Frauen zu beseitigen. Denn ungleiche Bezahlung und unsichere Arbeitsverhältnisse sind für viele Frauen Realität. Auch hier haben Selbstverpflichtungen und Freiwilligkeit nicht die erforderlichen Veränderungen bewirkt. Um den Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ umzusetzen, sollen tarifliche wie auch nichttarifliche Entgeltregelungen mit einem analytischen Arbeitsbewertungssystem überprüft und bestehende Entgeltdiskriminierungen beseitigt werden. Um die Frauen vor Entgeltdiskriminierung zu schützen und zu stärken sollen ein Verbandsklagerecht für Antidiskriminierungsverbände, Gewerkschaften, Betriebs- sowie Personalräte und Mitarbeitervertretungen in das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz aufgenommen werden.

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