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GenitalverstümmelungNull Toleranz bei Genitalverstümmelung

Zwei kenianische Mädchen sitzen während einer Veranstaltung in Nyamira in der Kiisi-Region westlich von Kenia neben einem alten Messer, das für die traditionelle Beschneidung von Mädchen benutzt wird. Bei der dreitägigen Aufklärungs-Kampagne in der Technischen Schule vor Ort wurden rund 120 Mädchen zwischen sechs und sechzehn über die schwerwiegenden gesundheitlichen und seelischen Schäden der Genitalverstümmelung informiert, die leider immer noch in über 20 Ländern Afrikas, Asiens und des Mittleren Ostens praktiziert wird.

Weltweit sind nach Angaben der WHO etwa 200 Millionen Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen. Ihnen werden massive Schäden zugefügt. Ihre Rechte auf körperliche Unversehrtheit, Selbstbestimmung und Freiheit von Folter werden verletzt. Weibliche Genitalverstümmelung ist eine Menschenrechtsverletzung mit lebenslangen körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen.

Genitalverstümmelung in Deutschland

Nach einer Studie des Bundesfrauenministeriums sind auch in Deutschland rund 50.000 Frauen von Genitalverstümmelung betroffen. Zwischen 1500 bis 5700 Mädchen sind davon bedroht.

Neben der medizinischen Versorgung sind auch psychosoziale Hilfen erforderlich. Fachvereine leisten hier eine wichtige Arbeit. Sie stellen Präventions- und Informationsangebote sicher, sowohl für die Betroffenen selbst als auch für ihre Familien.

Hilfe für Opfer von Genitalverstümmelung

Zum Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung sind kultursensible Schulungen von medizinischem und pflegerischem Personal, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Jugendämtern, Kindergärten, Schulen und bei der Polizei erforderlich. Die Finanzierung dieser Strukturen muss flächendeckend und langfristig gesichert werden.

International sollte sich Deutschland verstärkt für verbindliche Vereinbarungen zum Schutz von Mädchen und Frauen vor Genitalverstümmelung einsetzen und Aufklärungsarbeit in diesem Bereich finanziell stärker unterstützen.

Im Europaparlament wurde am 6.2. über einen interfraktionellen Entschließungstext debattiert. Auch dabei wird die Finanzierung von Prävention gefordert und Genitalverstümmelung als Schutzgrund für Asylsuchende bezeichnet. Unter #myissuetoo sind weitere Informationen zu finden.

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