8. MärzParlamentarischer Abend zum Internationalen Frauentag

Seite 2: Ansprechbar: Die grüne Zeitpolitik

Danach standen an sieben „Ansprechbars“ Abgeordnete zum direkten Gespräch mit den Gästen bereit. Katja Dörner erläuterte die Vorschläge für eine grüne Zeitpolitik. Intensiv wurde über den gesetzlichen Regelungsbedarf diskutiert, um alles unter einen Hut zu bekommen: Rückkehrrecht auf Vollzeit, notwendig Regelungen für Pflege von Angehörigen, Anerkennung dafür, dass nicht nur Kinder sondern auch Pflegebedürftige betreut werden. Auch das Home Office bewegte die Gäste, es solle nicht nur Eltern offen stehen, sondern von jeder und jedem in Anspruch genommen werden können.

Ansprechbar: Mein Körper gehört mir

Sehr persönlich war der Austausch an der Ansprechbar „Mein Körper gehört mir: Intimchirurgie, Diäten, Fitnessstudio“ mit Maria Klein-Schmeink. Dabei wurde schnell deutlich, dass der Kampf gegen den gesellschaftlichen Normierungsdruck auf weibliche Körper so alt ist wie die Frauenbewegung selbst. So ging es um Für und Wider von BHs, die Norm des haarfreien Körpers und den Magerwahn.

Ansprechbar: Quotengesetz

Die Frage, wie es nun nach dem schwachen Quotengesetz mit der Gleichberechtigung weitergehen kann, wurde am Tisch von Renate Künast debattiert. Es wäre wichtig, dass die feste Quote nicht nur für Aufsichtsräte bei börsennotierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen, also letztlich nur für wenige Unternehmen, gilt. Frauen müssen auf allen Ebenen sichtbar werden, nicht nur an der Spitze von Unternehmen. Es müsse jetzt kontrolliert werden, ob das Gesetz - insbesondere die Flexiquote - greift und sich für Frauen spürbar etwas ändert.

Ansprechbar: Reformbedarf beim Sexualstrafrecht

Ganz aktuell erläuterte Katja Keul den Reformbedarf beim Sexualstrafrecht. Denn der Gesetzentwurf von Minister Maas schließt eben nicht alle Schutzlücken, er bleibt halbherzig. Denn es kommt noch immer darauf an, ob und warum das Opfer keinen Widerstand geleistet hat. Der Widerstand darf aber nicht der entscheidende Grund sein. Ein „Nein“ des Opfers muss zur Begründung eines Sexualdelikts ausreichen.

Ansprechbar: Selbstbestimmt im Alter

Elisabeth Scharfenberg sprach mit Gästen über „Selbstbestimmt Leben im Alter“. Ein Themenbereich, der verschiedene Aspekte des Lebens umfasst, die eigenen Vorstellungen, Bilder, Ängste, aber auch Wünsche.

Ansprechbar: Flucht und Integration

Bei der Ansprechbar „Flucht und Integration“ mit Ulle Schauws ging es um die Situation der nach Deutschland geflüchteten Frauen. Für die Integration und Teilhabe ist Sprache ein unabdingbarer Schlüssel. Positiv wurde daher das verpflichtende Sprachkursangebot für die Geflüchteten gesehen. Der Zugang zu den Kursen müsste jedoch ausgebaut werden. Über die Sprache erst können Werte vermittelt werden. Fragen wie die Teilhabe am öffentlichen Leben und die Gleichberechtigung von Mann und Frau sollen offen diskutiert werden können.

Ansprechbar: Strategien gegen Rechtspopulismus

Monika Lazar ging auf Strategien gegen Rechtspopulismus ein: „Im Osten haben wie das Problem, dass sich die Leute ins Private zurückziehen und sich von der etablierten Politik abwenden. Am ehesten sind viele Menschen noch über zivilgesellschaftliche Organisationen ansprechbar.“ Daher ist es wichtig, zivilgesellschaftliche Initiativen als Orte der politischen Debatte zu stärken und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Das stärkt auch die Demokratie.

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