FrauenquoteQuötchen kommt

Zwischen lauter schwarzen Herrenschuhen sind ein paar rote Damenschuhe.

Die Frauenquote kommt und das ist gut. Und gut ist auch, dass sich die Union mit ihrer Verhinderungstaktik nicht durchgesetzt zu haben scheint.

Aber diese Quote bringt Frauen höchstens an den Startblock. Von der Zielgeraden bleiben sie weit entfernt. Denn diese Quote ist nur ein Quötchen. Sie wird ab 2016 für die Aufsichtsräte von 108 Unternehmen gelten – aber nur für Neubesetzungen. Bis in diesen Aufsichtsräten also wirklich ein Drittel Frauen sitzen, wird noch eine Zeit verstreichen. Bei der sowieso schon sehr sanften Flexiquote für weitere 3.500 Unternehmen – diese dürfen selbst festlegen, wie viele Frauen sie in Führungspositionen haben wollen – hat die Union jetzt auch noch durchgesetzt, dass einmal festgelegte Ziele jederzeit unterschritten werden können.

Von der im Koalitionsvertrag angekündigten "gezielten Gleichstellungspolitik" ist allenfalls ein Schatten übrig. Dass sich SPD und Union schon bei dieser Miniquote derartig schwertun, lässt für weitere gleichstellungspolitische Initiativen wie beispielsweise zur Entgeltgleichheit nichts Gutes erwarten.

Die grüne Bundestagsfraktion hat einen klar geregelten Gesetzesvorschlag mit einer 40-Prozent-Quote für die 3.500 börsennotierten oder mitbestimmten Unternehmen vorgelegt. Wir glauben nicht, dass eine Quote eine Belastung für die Wirtschaft darstellt. Sie ist für uns eine Frage der Gerechtigkeit und eine Chance für die deutsche Wirtschaft. Daher kann das Gesetzesvorhaben der Regierung allenfalls ein erster Schritt sein.

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