LohndiskriminierungSchluss mit der Ungleichbehandlung

80 Tage im Jahr arbeiten Frauen ohne Gehalt.

Wie das Statistische Bundesamt zum Equal Pay Day, dem Tag der Entgeltgleichheit, mitteilte, verdienten Frauen in Deutschland auch noch im Jahr 2013 durchschnittlich 22 Prozent weniger pro Stunde als Männer. 2013 betrug der durchschnittliche Bruttolohn von Frauen pro Stunde 15,56 Euro. Männer erreichten dagegen 19,84 Euro. Im EU-Vergleich bleibt Deutschland damit weiterhin eines der Schlusslichter, denn die durchschnittliche Lohnlücke liegt bei rund 16 Prozent.

Dieser beschämende Verdienstunterschied ist seit Jahren weitgehend konstant. Gründe sind neben der direkten Entgeltdiskriminierung unter anderem auch, dass typische „Frauenberufe“ weit weniger anerkannt und geringer entlohnt werden als klassische „Männerberufe“. Damit einher geht die Tatsache, dass Frauen den überwiegenden Teil der befristeten und geringfügigen Arbeitsverhältnisse innehaben. Obwohl diese Missstände hinlänglich bekannt sind, hat die Schwarz-Rote Koalition bisher nichts dagegen getan.

Grüner Antrag

Die grüne Bundestagsfraktion hat anlässlich des Equal Pay Day einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der eine gerechte Entlohnung und sichere Beschäftigung von Frauen fordert und fördert. Wir brauchen ein Entgeltgleichheitsgesetz und die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung, um ungleiche Bezahlung und unsichere Arbeitsverhältnisse zurückzudrängen. Damit wollen wir dafür sorgen, dass Unternehmen eigenverantwortlich Entgeltdiskriminierung erkennen und abbauen. Selbstverpflichtungen der Wirtschaft haben keine Verbesserung gebracht. Der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ muss endlich wirksam durchgesetzt werden.

Arbeit gerecht bewerten und entgelten

Zur gerechten Bewertung von Arbeit und zur gesellschaftlichen Aufwertung von Berufen mit hohem Frauenanteil soll das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zusammen mit den Sozialpartnern allgemeingültige geschlechtsneutrale Kriterien entwickeln. Tarifliche wie auch nichttarifliche Entgeltregelungen sollen mit Hilfe eines analytischen Arbeitsbewertungssystems in eigener Verantwortung überprüft und bestehende Entgeltdiskriminierungen verbindlich innerhalb einer festzulegenden Frist beseitigt werden. Zum Schutz vor Entgeltdiskriminierung und zur Stärkung von betroffenen Frauen soll in das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ein Verbandsklagerecht für Antidiskriminierungsverbände aufgenommen und das Klagerecht der Gewerkschaften, Betriebs- sowie Personalräte und Mitarbeitervertretungen über die bisherigen Möglichkeiten des § 17 AGG hinaus erweitert werden.

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