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Gewalt gegen FrauenSchutzeinrichtungen besser finanzieren

Fast immer sind Frauen das Opfer in einer Gewaltbeziehung. Um ihnen Hilfe und Schutz zu geben, brauchen wir eine sichere Infrastruktur, die dauerhaft ausreichend finanziert ist.

Die Zahlen sind Jahr um Jahr wieder erschreckend: 2017 wurde 147 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Das Bundeskriminalamt wertet dafür jährlich die Polizeiliche Kriminalstatistik aus und zeigt, in welcher Beziehung Opfer und Tatverdächtige stehen, ob sie zusammen leben oder lebten.  Erfasst wurden 138.893 Opfer versuchter oder vollendeter Gewalttaten wie Mord und Totschlag, Körperverletzung, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Bedrohung, Stalking, Nötigung, Zuhälterei und Zwangsprostitution.

Gewalt oft aus dem unmittelbaren Umfeld

Der Großteil dieser Frauen erfährt körperliche und psychische Verletzungen innerhalb der eigenen vier Wände, durch den (Ex-)Partner. Das Zuhause ist für sie und auch für die Kinder kein sicherer Ort. Sich aus einer Gewaltbeziehung zu lösen, Schutz in einem Frauenhaus zu suchen oder Hilfe über eine professionelle Frauenberatungsstelle zu bekommen, ist für Frauen oft der einzige Ausweg. Deshalb ist eine sichere und ausreichende Finanzierung der Frauenhäuser und Beratungsstellen so wichtig.

Leider ist das nicht in jedem Bundesland gewährleistet. In Deutschland fehlen tausende Frauenhausplätze und das Frauenunterstützungssystem ist chronisch unterfinanziert, die Probleme sind seit Jahren bekannt.

Unterstützung außer Haus langfristig sichern

Wir fordern die Bundesregierung auf, einen Rechtsanspruch für Frauen auf Schutzraum einzuführen, die Frauenhausinfrastruktur auszubauen, die langfristige Finanzierung der Einrichtungen und Beratungsstellen zu gewährleisten sowie die Istanbul-Konvention vorbehaltlos umzusetzen. 

Wichtig ist auch, die Gewalt zu benennen. Immer wieder ist von Beziehungsdramen oder Familienstreitigkeiten die Rede. Dahinter verschwindet, dass es einen meist männlichen Täter gibt und ein meist weibliches Opfer. Und dass es sich um Tötungsdelikte handelt. Damit wird das Problembewusstsein verwässert und die Gewalt relativiert.

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