Offener BriefWarten auf die Quote

Die Querelen in der Koalition um die Quote halten an. Der Ton aus der CSU und Teilen der CDU wird schriller. Zuletzt äußerte Fraktionschef Kauder seine Kritik. Der Gesetzentwurf wird für die Tagesordnung des Bundeskabinetts mal angekündigt, dann wieder verschoben. Derzeit gibt es keinen neuen Termin. Mit diesem Gezerre bietet vor allem die Union ein unschönes Schauspiel. Sie behauptet, die Quote sei eine psychische Belastung für die Unternehmen und sie gehe weit über den Koalitionsvertrag hinaus. Das lässt sich allerdings nur als pures Schattenboxen bezeichnen. Für die Aufsichtsräte enthalten die bisherigen Entwürfe kaum Revolutionäres. Für rund 100 Unternehmen gilt ab 2016 - wohlgemerkt nur für die Neubesetzungen von Aufsichtsräten – eine Quote von 30 Prozent. Durchschnittlich werden Aufsichtsräte für fünf Jahre gewählt. Noch weniger Quote ist nahezu unmöglich. Dennoch dieser Sturm im Wasserglas. Katja Dörner, Ulle Schauws und Renate Künast appellieren in einem Offenen Brief an die Gruppe der Frauen in der Union, hier deutlich Position zu beziehen. Denn im Frühjahr 2013 hatten sich viele Unionspolitikerinnen offen für die Quote eingesetzt. Jetzt wird dagegen geschwiegen.

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