Diese Webseite verwendet Cookies zur Auswertung und Optimierung unseres Web-Angebots. Nutzungsdaten dieser Webseite werden nur in anonymisierter Form gesammelt und gespeichert. Einzelheiten über die eingesetzten Cookies und die Möglichkeit, die Nutzungsdatenanalyse zu unterbinden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Neue GentechnikAuch Neue Gentechnik ist Gentechnik

Die Mikroskopieaufnahme des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin zeigt eine Mikroinjektion von Zebrafischembryonen. Hier wird mit dem CRISPR/Cas9-Verfahren gearbeitet
Auch ohne Fremd-Gene: das Schnippeln im Erbgut mit Genome-Editing-Verfahren wie CRISPR kann ungewollte Nebenwirkungen haben, die Auswirkungen auf die Umwelt sind unklar, und BürgerInnen wollen zu Recht, dass das nach Recht und Gesetz überprüft und gekennzeichnet wird. Das fordern wir seit Jahren, und das hat jetzt auch der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) so bestätigt.

Der EuGH hat festgelegt: Auch die Verfahren der neuen Gentechnik, bei denen unter anderen mit sogenannten Genscheren Abschnitte im Erbgut ausgetauscht werden, sind Gentechnik, die ganz normal nach dem Gentechnikrecht behandelt wird.

Seit Jahren streiten sich Gentechnik-KritikerInnen und die Gentech-Industrie, ÖkologInnen und GenforscherInnen darum, ob und wie die neuen Gentechniken reguliert werden sollen.

Neue Gentechnik ist dabei der Sammelbegriff für eine Vielzahl von Techniken, mit denen ins Erbgut eingegriffen wird – im Unterschied zu bisherigen Techniken aber in der Regel ohne, dass fremde DNA eingeführt wird.

Doch auch ohne Fremd-Gene: das Schnippeln im Erbgut mit Genome Editing-Verfahren wie CRISPR kann auch ungewollte Nebenwirkungen haben, die Auswirkungen auf die Umwelt sind unklar, und Bürgerinnen und Bürger wollen zu Recht wissen, wenn so etwas in Lebensmitteln steckt.

EuGH – Urteil schützt gentechnikfreie Landwirtschaft und VerbraucherInnen

Folgendes fordern wir seit Jahren, und das hat jetzt auch der EuGH in seinem Urteil vom 25.07.2018 so bestätigt:

  • Durch Mutagenese (durch menschlichen Eingriff erzeugte Veränderungen im Erbgut) gewonnene Organismen sind als genetisch veränderte Organismen (GVO) zu betrachten.
  • Sie müssen daher entsprechend den Bestimmungen der GVO-Richtlinie reguliert werden.
  • Der Europäische Gerichtshof hat dies auch und insbesondere für die neuen Methoden der Gentechnik festgestellt.

Vorsorgeprinzip und Wahlfreiheit in Europa gesichert 

Auch mit den neuen Gentechniken erzeugte Organismen unterliegen allen Prüf-, Zulassungs- und Kennzeichnungspflichten, die auch schon bisher für Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) galten.

Der Gentech-Industrie bleibt damit verwehrt, uns ihre Produkte heimlich unterzujubeln. Dafür müssen jetzt auch von den Herstellern entsprechende Nachweismethoden eingefordert werden.

Das ist auch Aufgabe der Bundesregierung, die bisher viele Forschungsmillionen in Genomeditierung, aber nichts in ihren Nachweis gesteckt hat. Und Julia Klöckner muss jetzt als zuständige Agrarministerin schleunigst ihre Behörden zurückpfeifen, die schon in den Startlöchern standen, den Herstellern möglichst schnell Freibriefe für die Zulassung neuer Gentechnik-Produkte ohne Sicherheitsprüfung auszustellen.

Weniger Pestizide und gentechnikfrei

Die Agrogentechnik hat bisher keines ihrer Versprechen einlösen können. Den großen Saatgutkonzernen wie Bayer-Monsanto geht vor allem um neue pestizidresistente Pflanzen. Gebraucht wird aber ein Umsteuern zu einer naturfreundlichen, klimafreundlichen Landwirtschaft, und die gibt es nur mit weniger Pestiziden und ohne Gentechnik.

Mehr zum Thema Gentechnik