"Golden Rice"Genreis ist keine Antwort auf Mangelernährung!

Goldener Reis neben weißem Reis

Der sogenannte Goldene Reis ist gentechnisch so verändert, dass er Beta-Carotin (die Vorstufe von Vitamin A) produziert, welches in poliertem Reis nicht vorkommt. Dadurch hat das Reiskorn eine gelbliche Farbe.

Der in Entwicklungs- und Schwellenländern verbreitete Mangel an Vitamin A kann zur Schwächung des Immunsystems, Entwicklungs- und Wachstumsstörungen bei Kindern, Erblindung und sogar zum Tod führen. In aktuellen Zeitungsartikeln wird der Eindruck erweckt, mit dem „Goldenen Reis“ könne man das Problem lösen. Die Medienberichte greifen damit einfache Botschaften einer aktuellen Kampagne von Gentech-Lobbyisten auf. Diese werfen Greenpeace und anderen Umweltverbänden vor, durch ihre Kritik am Genreis für den Tod von Millionen Kindern in Folge von Vitamin-A-Mangel mitverantwortlich zu sein.

Wir stellen die Behauptungen der Gentech-Lobby auf den Prüfstand und zeigen, warum der Goldene Reis keine Antwort auf Mangelernährung ist.

Hilft der Goldene Reis wirklich gegen Vitamin-A-Mangel?

Die Genreis-Befürworter verschweigen, dass bis heute nicht wissenschaftlich geklärt ist, ob Goldener Reis überhaupt gegen Vitamin A-Mangel hilft. Das hat im Februar 2013 sogar das Internationale Reisforschungsinstitut IRRI eingeräumt, das die Federführung für das Projekt „Goldener Reis“ auf den Philippinen innehat. Auch die Praxistauglichkeit im Alltag ist bislang nicht nachgewiesen. Zum Beispiel sind die Verluste an Beta-Carotin durch Lagerung und Kochen noch nicht untersucht.

Wurde überprüft, ob der Goldene Reis sicher für Mensch und Umwelt ist?

Es gibt bislang keine ausreichende Risikobewertung zu möglichen Gesundheits- und Umweltauswirkungen durch den Goldenen Reis, weil die beteiligten Forscher keine wissenschaftlich überprüften Studien dazu vorgelegt haben. Ohne umfassende Untersuchung der potenziellen Gefahren der gentechnisch veränderten Pflanze würde man gerade die ärmsten Menschen zu Versuchskaninchen machen.

Liegt es an den Gentechnikkritikern, dass der Goldene Reis noch in keinem Land zugelassen ist?

Dieser vor allem gegen Greenpeace gerichtete Vorwurf ist absurd. Die Forscher selbst haben es zu verantworten, dass wesentliche Fragen zum Goldenen Reis bis heute nicht geklärt wurden. Neben technischen Hürden haben auch Fehler der beteiligten Forscher den Entwicklungsfortschritt beim Goldenen Reis um Jahre verzögert. So war der Beta-Carotin-Gehalt im Gentech-Reis bis 2005 viel zu niedrig und die Forscher arbeiteten zunächst nur mit Rundkornreissorten, die aber in Süd- und Südostasien kaum verwendet werden. Mit Greenpeace hat das alles nichts zu tun.

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1 Kommentar
Ursachenbekämpfung statt Profitinteressen
Ute Hausmann 30.07.2014

Vielen Dank für diesen Artikel! Auf der Website von FIAN gibt es weitere Infos zum Thema Mangelernährung aus menschenrechtlicher Sicht und Infos zur International Conference on Nutrition, die im November in Rom tagen wird: http://www.fian.de/themen/mangelernaehrung/

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