"Golden Rice"Genreis ist keine Antwort auf Mangelernährung!

Goldener Reis neben weißem Reis

Seite 2: Was wären wirkliche Lösungen gegen den Vitamin-A-Mangel?

Die Befürworter erwecken gerne den Eindruck, ohne den Genreis sei das Problem Vitamin-A-Mangel nicht lösbar. Es gibt jedoch bewährte und viel kostengünstigere Alternativen und Programme zur akuten und langfristigen Bekämpfung von Vitamin A-Mangel. Den Erfolg dieser Ansätze belegen Statistiken und Studien unter anderem der Weltgesundheitsorganisation. Dagegen hat der Goldene Reis trotz vieler Millionen an Entwicklungskosten bis heute nichts zur Problemlösung beigetragen. Ein rein technisch verengter Ansatz ändert auch nichts an den komplexen Ursachen von Mangelernährung wie Armut, fehlende Bildung, kein Zugang zu Land. Den meisten Betroffenen von Mangelernährung fehlen zudem auch andere Nährstoffe, vor allem Fett, ohne die Beta-Carotin vom Körper gar nicht verwertet werden kann. Letztlich kann nur eine ausgewogene Ernährung das Problem dauerhaft lösen. Programme zur Ernährungsbildung und Unterstützung bei der Anlage von Hausgärten sind erfolgreiche Maßnahmen, die auch von deutschen Entwicklungshilfeorganisationen umgesetzt werden.

Wer steckt hinter der Kampagne für den Goldenen Reis?

Patrick Moore, der „Mahnwachen“ vor gentechnikkritischen Institutionen und Unternehmen in ganz Deutschland abhält, ist ein langjähriger Lobbyist für Atom-, Öl- und Chemiekonzerne sowie Klimawandel-Leugner. Moore war vor Jahrzehnten Mitarbeiter bei Greenpeace in Kanada, aber nicht „Mitgründer“ der Organisation, wie er fälschlicherweise behauptet. Unterstützt wird Moore bei seiner Kampagne vor allem von der Gentechnik-Lobbygruppe „Forum Grüne Vernunft“. Deren Vorsitzender Horst Rehberger (FDP), schreckt in seiner aggressiven Rhetorik auch nicht vor verleumderischen Vergleichen zurück. In einem Brief an Bundestagsabgeordnete vom Februar 2014 rückt Rehberger „Greenpeace und Co.“ in die Nähe totalitärer Systeme und stellt Umweltverbände indirekt mit Kriegsverbrechern auf eine Stufe, wenn er schreibt, dass Greenpeace wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vor Gericht gehöre. Der Golden-Rice-Lobbyist Bruce Chassy hat die Tatsache, dass der Genreis noch nicht eingesetzt wird, sogar indirekt mit dem Holocaust gleichgesetzt. Auch in Texten auf der offiziellen Homepage der Freunde des Genreises (goldenrice.org) werden die Opferzahlen durch Vitamin-A-Mangel mit denen des Völkermords an den Juden verglichen.

Die Kampagne zum Goldenen Reis ist ein durchsichtiger Versuch der Gentech-Lobby, die Not von Menschen für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren und die berechtigte Kritik an der Gentechnik als „unethisch“ und „ideologisch“ darzustellen. Damit will man offenbar von den wahren Gründen des Scheiterns dieses Prestigeprojektes der Gentech-Lobby ablenken und mit der Botschaft „Gentechnik gegen Welthunger“ mehr Akzeptanz für die Agrogentechnik in den Industrieländern erreichen.

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