Fusion Bayer-MonsantoMit Umweltprüfung Fusion stoppen!

Nach Dow-DuPont und Syngenta-ChemChina wollen jetzt auch Bayer und Monsanto fusionieren. Ein von uns beauftragtes Gutachten belegt: Die Fusion kann aus Umweltschutzgründen untersagt werden. Die Bundesregierung könnte diese Fusionsspirale stoppen. In einem Antrag, den wir in den Bundestag eingebracht haben, fordern wir die Bundesregierung dazu auf.

Der Chemie-Konzern Bayer plant die Übernahme des Wettbewerbers Monsanto. Hierdurch würde ein globaler Marktführer in der Agrarchemie entstehen. Die Fusion soll im 2. Quartal 2017 bei der EU-Kommission zur Prüfung angemeldet werden. Wenn EU-Kommissarin Vestager nach Dow-DuPont und Syngenta-ChemChina auch die Fusion von Bayer und Monsanto freigibt, würden eine Handvoll Konzerne fast zwei Drittel des globalen Markts für Saatgut und Pestizide kontrollieren.

Bunderegierung: Muss Umweltschutz prüfen lassen

Die Bundesregierung könnte diese Fusionsspirale stoppen. Wir fordern sie in einem Antrag im Plenum des Bundestages dazu auf. Sie muss die bereits genehmigten Fusionen auf ihre Folgen für die Umwelt, die Artenvielfalt und die Ernährungssouveränität überprüfen lassen. Im Bayer-Monsanto-Verfahren muss sie von Anfang an auf die Prüfung der Umweltfolgen drängen.

Aus Umweltschutzgründen: Kann Fusion verboten werden

Denn ein von uns in Auftrag gegebenes Gutachten kommt - entgegen der aktuellen Praxis - zu dem Schluss, dass Fusionen wie die von Bayer und Monsanto aus Umweltschutzgründen von der EU-Kommission verboten werden können, auch wenn sie aus Wettbewerbssicht unproblematisch wären. Wettbewerbsziele und Umweltschutzziele sind beide im Primärrecht der EU verankert und somit gleichrangig.

Bundesregierung: Muss Dow-DuPont und Syngenta-ChemChina überprüfen lassen

Sollte die EU-Kommission keine Umweltziele im Bayer-Monsanto-Verfahren berücksichtigen, kann die Bundesregierung bis zum EuGH gehen. Da Umweltschutzaspekte höchstwahrscheinlich auch in den Verfahren von Dow-DuPont und ChemChina-Syngenta keine Rolle spielten, muss die Bundesregierung nach unserer Auffassung auch hier eine Überprüfung einfordern.

Bundesregierung: Muss handeln

Katharina Dröge, Sprecherin für Wettbewerbspolitik der Grünen Bundestagsfraktion, fordert: "Der geplante Zusammenschluss von Bayer und Monsanto ist Teil einer gefährlichen Fusionsspirale im Agrochemiebereich. Es darf nicht sein, dass die Lebensmittelversorgung ganzer Staaten von einer Handvoll Unternehmen abhängt. Die Bundesregierung interessiert sich überhaupt nicht für das Thema. Dabei könnte sie die Fusionen stoppen - das zeigt unser Gutachten. Deshalb muss der Bundestag entscheiden."

Fusion: Schlecht für Wettbewerb und Umwelt

Die Fusion wäre nicht nur schlecht für den Wettbewerb. In Zeiten des Klimawandels ist die stetig steigende Weltbevölkerung mehr denn je auf vielfältiges Saatgut angewiesen. Es muss je nach Bodenbeschaffenheit und klimatischen Bedingungen die Ernährung der Menschen vor Ort sichern. Wo ganze Anbaugebiete verwüsten, droht der Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft zusätzlich Ackerflächen zu vernichten.

Artenvielfalt und Ernährungssouveränität: Ist bedroht

Aber auch die Artenvielfalt leidet, wenn immer öfter Breitbandherbizide in Verbindung mit den immer gleichen Kulturpflanzen eingesetzt werden. Wenn die Ernährung ganzer Volkswirtschaften abhängig ist von einer Handvoll Konzerne, könnte am Ende der Fusionsspirale von Dow-DuPont, Syngenta-ChemChina und Bayer-Monsanto nicht weniger als unsere Ernährungssouveränität auf dem Spiel stehen.

Mehr zum Thema Gentechnik

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4403040