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KrankenversicherungErneut: Beitragsschock in der PKV

Krankenkassenkarte für Privatversicherte steckt in einem Portemonnaie / Berlin August 2015
Die Versicherten in der privaten Krankenversicherung bekommen wieder Post. Zum 1.1. 2017 steigen die Prämien deutlich. Damit das nicht so weitergeht, ist eine echte Reform der Krankenversicherung nötig. Mehr Stabilität, Verlässlichkeit und Gerechtigkeit für unser Gesundheitswesen gibt es nur mit der Bürgerversicherung.

Die Beiträge in der Privaten Krankenversicherung (PKV) steigen auch im kommenden Jahr rasant an. Im Durchschnitt werden die Prämien um 7,3 Prozent angehoben. Zwei Drittel der Versicherten müssen sogar Steigerungen von 11 Prozent verkraften. Das zeigt, das heutige Geschäftsmodell der privaten Krankenversicherung steht auf tönernen Füßen. Vor allem Versicherte mit geringen Einkommen, wie kleine Selbständige oder Rentner, müssen darunter leiden.

Warum steigen die Beiträge?

Die privaten Krankenversicherer legen die Beitragsgelder der Versicherten auf dem Kapitalmarkt an. Damit finanzieren sie die laufende Versorgung und die zur Dämpfung der Beiträge nötigen Altersrückstellungen. Wenn aber die Zinsen sinken, müssen die Unternehmen mehr Geld zurücklegen. Dazu sind höhere Beiträge der Versicherten notwendig.

Der medizinisch-technische Fortschritt zum Beispiel durch neue Medikamente oder Behandlungsverfahren führt zu steigenden Kosten für unser Gesundheitswesen. Davon sind private und gesetzliche Krankenkassen (GKV) gleichermaßen betroffen. Allerdings verfügt die PKV anders als die GKV über keinerlei Möglichkeiten zur Ausgaben- und Versorgungssteuerung. So werden in der PKV zum Beispiel häufiger teure Medikamente verordnet, obwohl deutlich preiswertere Mittel die gleiche Wirkung haben. Das bedeutet, die steigenden Versorgungsausgaben treffen die PKV-Versicherten in viel stärkerem Maße.

Der demographische Wandel macht vor der PKV nicht halt. Seit 2012 gibt es immer weniger Neuzugänge. Insgesamt sinkt die Zahl der PKV-Versicherten sogar. Anders als vielfach behauptet ist auch die PKV darauf angewiesen, dass stetig junge und gesunde Versicherte in die PKV eintreten. Das zeigt sich bei den sogenannten „geschlossenen“ Tarifen. Das sind Tarife, die neuen Kundinnen und Kunden nicht mehr angeboten werden, so dass in ihnen die Alt-Versicherten unter sich bleiben. In diesen Tarifen liegen die Beitragssteigerungen besonders hoch, weil keine jüngeren, in der Regel gesündere Versicherte mehr nachkommen, die für eine günstigere „Risikomischung“ dieser Tarife sorgen könnten.

Mehr Stabilität und Solidarität notwendig

Wir fordern schon seit langem eine grundlegende Weiterentwicklung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Mehr Stabilität, Verlässlichkeit und Gerechtigkeit für unser Gesundheitswesen gibt es nur durch die Bürgerversicherung. Eine solidarische Absicherung im Krankheitsfall nützt allen. Doch Solidarität kann auf Dauer nur bestehen, wenn alle zusammenhalten und alle nach ihren Möglichkeiten beitragen.

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