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MasernImpfen ist richtig und wichtig

Kleine Kinder sitzen im Wald dicht bei einander und essen zusammen mit ihren Tagesmüttern.
Die Masern in Europa sollten längst ausgerottet sein. Doch aktuelle Ausbrüche zeigen: Wir sind von diesem Ziel weit entfernt. Helfen können eine bessere Aufklärung und eine Stärkung der Gesundheitsämter vor Ort.
 Masern sind eine gefährliche Infektionskrankheit, die zu schweren bleibenden Gesundheitsschäden oder sogar zum Tod führen kann. Deshalb ist die Impfung gegen Masern sehr sinnvoll. Sowohl Kinder als auch Erwachsene, bei denen die Krankheit oft noch schwerer verläuft, sollten sich impfen lassen.

Wer geimpft ist, schützt aber nicht nur sich selbst, sondern auch Menschen, die beispielsweise aufgrund ihres Alters oder bestimmter Vorerkrankungen nicht geimpft werden können. Sich impfen zu lassen ist deswegen auch eine moralische Pflicht und ein Gebot der Solidarität. Je mehr Menschen geimpft sind, umso weniger können die Masern übertragen werden.

Impfquote erhöhen

Das Ziel, die Zahl der Geimpften (Impfquote) in allen Altersgruppen auf mindestens 95 Prozent zu erhöhen, wird bisher nur bei Kindern erreicht. Durch bessere Information, regelmäßige Beratung und Erinnerung sowie den Abbau von Impfhürden wollen wir die Impflücken schließen. Bei Kindern ist Deutschland bereits auf einem guten Weg: Waren es 2004 gerade einmal 65,7 Prozent aller einzuschulenden Kinder, die die zweite, für den garantierten Schutz notwendige Masernimpfung erhielten, sind es inzwischen bundesweit 93,6 Prozent. Ganz anders sieht es hingegen bei Erwachsenen aus. Hier sinken die Impfquoten bei den über 30jährigen unter 50 Prozent.

Impfpflicht für Kinder geht am Problem vorbei

Angesichts der geringen Impfquoten bei Erwachsenen vor allem in der Altersgruppe zwischen 30 und 50 zeigt sich: Die Forderung nach einer generellen gesetzlichen Impfpflicht für Kinder geht völlig an der Gruppe mit dem derzeit höchsten Impfbedarf vorbei: den Erwachsenen. Sie müssen daher besser erreicht werden. Die wenigsten sind jedoch tatsächlich Impfgegner. Im Gegenteil: Statistiken zeigen, dass 98 Prozent der Eltern keine grundlegenden Vorbehalte gegen Impfungen haben. Lediglich zwei Prozent der Eltern schließt eine Impfung kategorisch aus.

Eine generelle gesetzliche Impfpflicht ist daher kontraproduktiv, weil sie auch Menschen vor den Kopf stoßen kann, die gar keine prinzipiellen Einwände gegen Impfungen haben.

Wir sind überzeugt: Viele bislang noch zögerliche Menschen können durch Aufklärung überzeugt werden. Mit dieser Meinung sind wir übrigens nicht allein. Auch die Experten des für Infektionsschutz zuständigen Robert-Koch-Institutes der Bundesregierung teilen diese Auffassung. Sie befürchten, dass eine generelle gesetzliche Pflicht die Impfquoten gerade auch bei anderen Impfungen schädigen, für die es keine Impfpflicht gibt.

Impfhürden abbauen

Helfen könnte es zum Beispiel schon, wenn alle Kinderärzte auch Erwachsene impfen dürften. Dann könnte die Impfung der Kinder mit der eigenen Wiederholungsimpfung verbunden werden. Nützlich wäre es auch, wenn zügig ein elektronischer Impfpass eingeführt werden würde. Dann hätte das Suchen nach dem Impfpass ein Ende und alle wüssten schnell, ob sie bereits geimpft sind. Durch bessere und regelmäßigere Informationen können bislang zurückhaltende Eltern überzeugt und Vorurteile abgebaut werden.

Öffentlicher Gesundheitsdienst wird seit Jahren kaputt gespart.

Notwendig ist aber außerdem, den kaputt gesparten öffentlichen Gesundheitsdienst wieder zum Leben zu erwecken. Denn die kommunalen Gesundheitsämter könnten mit mehr Personal zum Beispiel auf Elternabenden von Kitas und Schulen über das Impfen aufklären und dabei auch Erwachsene erreichen. Die Impfberatung von Flüchtlingen könnte ebenfalls besser organisiert werden. Die Bundesregierung ist auf diesem Ohr aber bisher leider taub.

Qualität der Beratung sichern

Die Pflicht zur umfassenden und ergebnisoffenen Beratung über Impfungen liegt zu allererst bei den Ärztinnen und Ärzten. Daher muss die zielgruppenspezifische Impfberatung in den Vorsorgeuntersuchungen für Kinder U6, U7 und U7a aber auch beim Arztbesuch Erwachsener gestärkt werden. Diese Beratung sollte die zum Teil erheblichen Gesundheitsschäden durch eine unterlassene Impfung umfassen aber natürlich auch über (seltene) Risiken von Impfungen informieren.

 

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