MasernImpfen ist richtig und wichtig

Kleine Kinder sitzen im Wald dicht bei einander und essen zusammen mit ihren Tagesmüttern.

Masern sind eine gefährliche Infektionskrankheit, die zu schweren bleibenden Gesundheitsschäden oder sogar zum Tod führen kann. Deshalb ist die Impfung gegen Masern sehr sinnvoll. Sowohl Kinder als auch Erwachsene, bei denen die Krankheit oft noch schwerer verläuft, sollten sich impfen lassen.

Wer geimpft ist, schützt aber nicht nur sich selbst, sondern auch Menschen, die beispielsweise aufgrund ihres Alters oder bestimmter Vorerkrankungen nicht geimpft werden können. Impfen ist deswegen auch ein Gebot der Solidarität. Je mehr Menschen geimpft sind, umso weniger können die Masern übertragen werden.

Impfquote durch Aufklärung und Transparenz erhöhen

Das Ziel, in allen Altersgruppen die Zahl der Geimpften (Impfquote) auf mindestens 95 Prozent zu erhöhen, wird bisher nur bei Kindern erreicht. Durch Aufklärung und Transparenz wollen wir die Impfquote verbessern. Und die Zahlen geben uns Recht: Waren es 2004 gerade einmal 65,7 Prozent aller einzuschulenden Kinder, die die zweite, für den garantierten Schutz notwendige Masernimpfung erhielten, sind es inzwischen bundesweit 92,4 Prozent. Statt wie die schwarz-rote Bundesregierung die Gelder für Aufklärungskampagnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung um eine Million Euro zu kürzen, fordern wir deutlich mehr zielgruppenspezifische Maßnahmen – besonders für Erwachsene.

Öffentlicher Gesundheitsdienst wird seit Jahren kaputt gespart.

Er muss wieder zum Leben erweckt werden. Denn die kommunalen Gesundheitsämter könnten mit mehr (Beratungs-) Personal zum Beispiel auf Elternabenden von Kitas und Schulen über das Impfen aufklären. Die Impfberatung von Flüchtlingen könnte ebenfalls besser organisiert werden. Die Bundesregierung ist auf diesem Ohr aber leider taub.

Qualität der Beratung sichern

Die Pflicht zur umfassenden und ergebnisoffenen Beratung über Impfungen liegt zu allererst bei den ÄrztInnen. Daher muss die zielgruppenspezifische Impfberatung in den Vorsorgeuntersuchungen für Kinder U6, U7 und U7a gestärkt werden. Diese Beratung sollte die Vorteile, aber auch (seltene) Risiken von Impfungen umfassen und die von Eltern vorgebrachten Bedenken ernst nehmen. Auch dem Vorbehalt, Impfungen allein aus wirtschaftlichem Interesse anzubieten, muss in den Gesprächen offen begegnet werden. Transparenz brauchen wir auch hinsichtlich der Impfziele und des Zustandekommens der Impfempfehlungen durch die Ständige Impfkommission (STIKO).

Vernunft und bessere Aufklärung statt Impfpflicht

Deutschland ist kein Land der Impfgegner. Im Gegenteil: Die Statistik zeigt, dass 64 Prozent der Eltern schon jetzt vorbehaltlos von Impfungen überzeugt sind und ihre Kinder entsprechend impfen lassen. Weitere 35 Prozent der Eltern entscheiden sich zum Teil aus naheliegenden Gründen gegen eine Impfung – zum Beispiel weil ihr Kind zum Zeitpunkt der Impfung erkrankt ist. Lediglich ein Prozent der Eltern schließt eine Impfung kategorisch aus.

Wir setzen daher auf bessere Aufklärung und Vernunft. Eine allgemeine Impfpflicht wäre hingegen kontraproduktiv. Viele Eltern können durch Aufklärung überzeugt werden, eine Pflicht zur Impfung könnte sie hingegen abschrecken. Gerade weil manche Impfungen nicht nur Schutz, sondern auch Risiko bedeuten können, muss eine freie, selbstbestimmte Impfentscheidung erhalten bleiben. Zudem halten wir eine Impfpflicht für verfassungsrechtlich bedenklich.

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1 Kommentar
Impfungen
Dr. Ernst Schrott 07.03.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte prüfen Sie dringend Ihre Position bezüglich Impfungen. Ich bin kein grundsätzlicher Impfgegner. Impfungen können sinnvoll sein und schützen. Leider wird aber die Impfdiskussion extrem einseitig geführt und die Nebenwirkungen und Risiken von Impfungen werden kaum erwähnt oder bagatellisiert. Zwei Kinder, die ich in meiner Praxis betreut habe, hatten schwerste Nebenwirkungen (geistige und körperlich Schwerstbehinderung, Epilepsien). Laut US- staatlichem Vaccine "Adverse Events Reporting System" (VAERS, Meldesystem für unerwünschte Wirkungen bei Impfungen) sind in den USA in den vergangenen 20 Jahren bis zu 145000 an Impfungen verstorben.
Dr. Schrott

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