TelematikPatienten müssen von Digitalisierung profitieren

Digitales Gesundheitswesen, eine Krankenschwester mit einem Tablet PC

Die Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft schreitet voran. Immer mehr Menschen haben ein Smartphone und nutzen Fitness-Apps. Auch in der Medizin halten moderne Technologien Einzug. Arztpraxen und Krankenhäuser sind ohne IT kaum noch denkbar. Doch bei der elektronischen Vernetzung hängt unser Gesundheitswesen zurück. Noch immer werden zum Beispiel fast alle Arztbriefe per Post oder Fax übersandt.

Patienten müssen von Digitalisierung profitieren

Dabei könnte aus unserer Sicht in der Gesundheitsversorgung durch eine sichere elektronische Kommunikation vieles besser werden. Denn Patientinnen und Patienten erwarten eine bessere Kommunikation zwischen Krankenhäusern, den beteiligten Ärztinnen und Ärzten sowie allen anderen Gesundheitsberufen. Sie wünschen sich, dass moderne Informations- und Kommunikationstechnologien eingesetzt werden, um zum Beispiel Fehlmedikation sowie unnötige sie belastende Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Chronisch kranke Patientinnen und Patienten erhoffen sich durch telemedizinische Verfahren eine bessere Unterstützung und Versorgung. Und Patientinnen und Patienten wollen einen selbstbestimmten Zugang zu ihren Gesundheitsdaten, sie wollen aktiver in ihre Behandlung eingebunden und bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützt werden.

In einem Antrag zur Digitalisierung im Gesundheitswesen fordern wir daher die Bundesregierung auf, für einen sicheren Zugang der Patientinnen und Patienten zu ihren Gesundheitsdaten zu sorgen. Wir wollen außerdem, dass nicht nur Ärzte und Krankenhäuser, sondern auch andere Gesundheitsberufe wie Pflegekräfte, Hebammen oder Therapeuten sicher vernetzt sind. Und wir schlagen vor, bei der elektronischen Vernetzung stärker auf internationale Standards zu setzen.

Deutschland hängt zurück

Schon vor mehr als zehn Jahren sollten die elektronische Gesundheitskarte und die sichere elektronische Vernetzung (Telematik) in Deutschland an den Start gehen. Blockaden durch Interessengruppen und die unterschätzte Komplexität des Vorhabens haben das immer wieder verhindert. Mit ihrem so genannten eHealth-Gesetz will die Bundesregierung den gordischen Knoten nun endlich durchschlagen. Doch dieses Ziel verfehlt die Bundesregierung mit ihrem Gesetzentwurf. Die Patientinnen und Patienten bleiben weiterhin Zaungäste der Entwicklung. Sie besitzen mit der elektronischen Gesundheitskarte zwar einen Schlüssel zu ihren Gesundheitsdaten. Es existiert aber kein Schloss dafür, von der Nutzung ihrer eigenen Daten bleiben sie ausgesperrt.

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