ApothekenProbleme der Arzneimittelversorgung

Seite 3: Unterschiedliche Regelungen in europäischen Ländern

Reinhard Busse, Professor für Management im Gesundheitswesen an der Technischen Universität Berlin, gab in seinem Vortrag einen Überblick über die Apothekendichte und die spezifischen Regeln für Apotheken in den europäischen Ländern. Deutschland gebe im Vergleich sehr viel für Arzneimittel und Apotheken aus. Während in Dänemark im Durchschnitt nur vier Apotheken auf 100.000 Einwohner kommen, sind es in Spanien über 47. Finnland vergibt nur eine begrenzte Zahl an Lizenzen für Apotheken. In Norwegen werden seit 2011 kleine Apotheken in ländlichen Regionen besonders gefördert. Auch der Notdienst und der Medikamententransport in dünn besiedelte Räume wird unterstützt. Großbritannien setzt darauf, seine „Apothekenschwemme“ zu reduzieren. Die Grundpauschale für alle Apotheken fällt daher weg, die unterschiedlichen Gebühren werden zusammengefasst. In den Niederlanden gibt es ein neues Vergütungssystem für Apotheken, das einen Schwerpunkt auf die Beratung und die Arzneimitteltherapiesicherheit legt. Es wird klarer unterschieden zwischen dem reinen Arzneimittelpreis und der Honorierung der Apothekerleistung. Es gibt inzwischen sieben einzelne Apothekenleistungen, die unterschiedlich honoriert werden. International gehe der Trend dahin, die Leistungen der Apotheken gesondert zu vergüten. Die Länder, die bislang keinen Versandhandel hätten, würden eher darüber diskutieren, diesen einzuführen. Busse schlug zudem vor, bei den Rezepten künftig zwischen solchen Arzneimitteln mit und ohne besonderen Beratungsbedarf zu unterscheiden.

Mehr zum Thema Gesundheit

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4401539