ApothekenProbleme der Arzneimittelversorgung

Seite 5: Der ABDA-Vertreter: Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel

In der anschließenden Diskussionsrunde trafen unterschiedliche Perspektiven und Interessen kontrovers aufeinander. Friedemann Schmidt, Präsident der Bundesvereinigung der deutschen Apothekerverbände (ABDA), forderte vehement ein Verbot des Versandhandels für verschreibungspflichtige Medikamente. Nur so sei nach dem Urteil des EuGH die Preisbindung zu sichern. Einheitliche Preise garantierten allen Patientinnen und Patienten Zugang zu Medikamenten nach einheitlichen Bedingungen. Bei einem Preiswettbewerb würde der Preis entscheiden, nicht aber das Vertrauen des Patienten zu seinem Apotheker. Ein fester Preis ermögliche eine Mischkalkulation. Deswegen sei eine schnelle Lösung nötig, die den Preiswettbewerb ausschließe. „Apothekensterben“ sei durchaus ein polemisch aufgeladener Begriff, der Rückgang der Apothekenzahlen habe viele Ursachen. Für die Niederlassung in ländlichen Regionen seien wirtschaftliche Anreize nötig. Er sprach sich gegen ein Beratungsrezept und gegen die von der Monopolkommission vorgeschlagene Servicepauschale aus. In beiden Fällen könne es zu einem Verzicht der Patientinnen und Patienten auf Beratung kommen. Das könnten diese gar nicht selbst entscheiden und es sei zudem gesetzeswidrig.

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