Diese Webseite verwendet Cookies zur Auswertung und Optimierung unseres Web-Angebots. Nutzungsdaten dieser Webseite werden nur in anonymisierter Form gesammelt und gespeichert. Einzelheiten über die eingesetzten Cookies und die Möglichkeit, die Nutzungsdatenanalyse zu unterbinden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

GesundheitsberufeTherapeutische Berufe - Hohe Ausbildungskosten, wenig Einkommen

In der Rehabilitationsklinik für Orthopädie und Gynäkologie im Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg nehmen Kurpatientinnen an einer Gruppengymnastik mit Bällen und Stäben teil, die von einer Physiotherapeutin geleitet wird. wird, aufgenommen
Heilmittelerbringer wie Physiotherapeuten oder Logopäden sorgen dafür, dass Menschen nach Krankheiten oder Unfällen oder bei Behinderung wichtige Fähigkeiten erlangen und wiedererlangen. Doch Menschen in therapeutischen Berufen verdienen zu wenig. Sie brauchen dringnde eine angemessene Vergütung für ihre Arbeit.

Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Podologen müssen erst für ihre Ausbildung und später für Fortbildungen, die notwendig sind, um bestimmte Therapien ausüben zu dürfen, bezahlen. Im Beruf verdienen sie dann, insbesondere, wenn sie selbständig oder bei selbständigen Therapeuten angestellt sind, häufig nicht genug, um eine Familie ernähren, geschweige denn fürs Alter vorsorgen zu können.

Großer Handlungsbedarf bei der Bezahlung von therapeutischen Berufen

Die Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage zur Situation der Heilmittelerbringer zeigt, dass sich daran in absehbarer Zeit auch nicht viel ändern wird. Die Abschaffung des Schulgelds wird auf die lange Bank geschoben. Anders als beispielsweise bei KrankenpflegerInnen oder bei ÄrztInnen in Weiterbildung, müssen diese ihre Ausbildung selbst bezahlen und bekommen auch keine Vergütung dafür. In der Antwort auf unsere Kleine Anfrage wird deutlich, dass die Bundesregierung das offensichtlich nicht ändern will.

Auch die vereinbarten Vergütungssteigerungen, die für die Jahre 2017 bis 2019 ermöglicht wurden, reichen nicht aus, um das Einkommen selbständiger TherapeutInnen in Einzelpraxen auf das Niveau von angestellten Therapeuten in tariflich gebundenen Einrichtungen wie zum Beispiel Krankenhäusern anzuheben.

Heilmittelerbringer eine vernachlässigte Berufsgruppe

Die Heilmittelerbringer sind die vernachlässigte Berufsgruppe der Gesundheitspolitik. Nachdem sich in der Pflege langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen und der Vergütung wichtig für die Qualität der Versorgung von Patientinnen und Patienten sowie Pflegebedürftigen sind, leben viele Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Podologen weiterhin am Existenzminimum und darunter.

Bei den Heilmittelerbringern regiert das Prinzip der Kostenbegrenzung: beim Schulgeld, bei der Vergütung und bei den Heilmittelzielvereinbarungen. Damit werden Patientinnen wichtige therapeutische Behandlungen vorenthalten.

Bundesregierung muss besserer Bedingungen für therapeutische Berufe schaffen

Der Fachkräftemangel in den therapeutischen Berufen wird vielerorts schon offensichtlich. Angesichts unserer alternden Gesellschaft, in der wir dringend auf die Gesundheitsberufe angewiesen sind, agiert die Bundesregierung verantwortungslos. Wir brauchen in den therapeutischen Berufen dringend bessere Bedingungen in der Ausbildung und bessere Arbeitsbedingungen und müssen ihnen mehr Verantwortung geben.

Mehr zum Thema Gesundheit