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GlyphosatBundesregierung hofiert Agrochemielobby

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt
Wenn es um Glyphosat geht, sind Umwelt und Gesundheit der Bundesregierung egal. Ihr sind die Interessen der Agrochemielobby wichtiger. Das zeigte sich jüngst, als Agrarminister Schmidt in Brüssel absprachewidrig für eine Zulassungsverlängerung stimmte.

Die Entscheidung der EU-Staaten, das umstrittene Pestizid Glyphosat um weitere fünf Jahre zuzulassen, ist ein Schlag ins Gesicht der 1,3 Millionen Europäerinnen und Europäer, die den Glyphosat-Ausstieg gefordert haben. Die historische Chance, den Glyphosat-Ausstieg einzuleiten, wurde verspielt. Stattdessen sind die EU-Staaten sind vor Monsanto und Co eingeknickt.

Skandalöses Verhalten der Bundesregierung

Besonders skandalös ist das Verhalten der Bundesregierung. Agrarminister Schmidt hat der Zulassungsverlängerung entgegen der Bedenken des Umweltministeriums zugestimmt. Hier zeigt sich, welchen Stellenwert Umwelt und Gesundheit in dieser Bundesregierung hat - nämlich keinen.

Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen und auf nationale Anwendungseinschränkungen drängen. Das dramatische Artensterben auf unseren Äckern muss gebremst, die Krebsgefahr ausgeschlossen werden.

Wir fordern, dass die Bundesregierung nach ihrem Versagen in Brüssel jetzt zumindest national den Schaden begrenzt und mit dem Ziel, kurzfristig die Glyphosatanwendung drastisch zu reduzieren und möglichst bald ganz zu beenden, umgehend klare Auflagen beschließt:

  • Glyhosatanwendung in der Landwirtschaft nur noch nach Genehmigung
    Es muss nachgewiesen werden, dass nach den Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes die Anwendung von Glyphosat im Betrieb Vorzug hat vor anderen Maßnahmen und die Anwendung muss zugleich eingeschränkt werden. Zudem braucht es eine Begrenzung der Anwendungen und Aufwandmengen, Abstandsauflagen in der Nähe von Gewässern und anderen sensiblen Gebieten.
  • Verbot der Vorerntebehandlung
    Hier darf es keine Ausnahmen geben, damit sich die Rückstandssituation in Lebensmitteln schnell verbessert.
  • Verbot der Anwendung auf nicht landwirtschaftlich genutzte Flächen
    Wir fordern ein Verbot von Glyphosat im öffentlicher Raum, auf Spielplätzen und im Wald
  • Verbot der Privatanwendung
    Es darf keine nicht-professionelle Anwendung ohne Sachkundenachweis geben.

Auch andere Totalherbizide wie Glufosinat müssen verboten werden. Außerdem müssen bei den noch zugelassenen Mitteln stärkere Auflagen gelten. Die Forschung muss kurzfristig um zusätzliche, herstellerunabhängige, öffentlich finanzierte Studien zur Gefährlichkeit von Glyphosat ergänzt werden. Und die gesamte Risikobewertung muss umgestellt werden: Wir fordern eine neutrale Überprüfung des umstrittenen Bewertungsberichts und eine Neubewertung der Risiken - unter Einbeziehung aktuellster Forschungsergebnisse. Letztlich gehört das gesamte Zulassungsverfahren auf den Prüfstand. Ziel muss sein, mehr Transparenz herzustellen und die Verlässlichkeit und Entkoppelung von Finanzierung und Vergabe beziehungsweise Durchführung der Zulassungsstudien zu gewährleisten.

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