PestizideDer grüne Pestizidreduktionsplan

Ein Landwirt fährt mit einer Dünger- und Pestizidspritze am 18.05.2015 über ein Feld mit jungem Getreide nahe Neuranft im Oderbruch (Brandenburg).
Die grüne Bundestagfraktion will den Einsatz von Pestiziden deutlich senken. Das ist besser für die Artenvielfalt und für unsere Gesundheit.

Kaum ein Summen und Zwitschern auf den Feldern, die Frühlinge sind stiller geworden. Bunte Wiesen sind monotonen Ackerflächen gewichen, und der Honig kommt nun aus den Städten, weil die Bienen dort mittlerweile mehr Futter finden und weniger weggespritzt werden als auf dem Land. In den letzten Jahrzehnten ist die Landwirtschaft vom Träger der Biodiversität zu einer ihrer größten Bedrohungen geworden.

Chemisch-synthetische Pestizide vernichten alles

Die Verwendung chemisch-synthetischer Pestizide gehört zu den stärksten Treibern des Artenrückgangs in der Agrarlandschaft. Auf deutschen Äckern werden 50 Prozent mehr Pestizide als 1995 eingesetzt – obwohl die Wirkstoffe immer toxischer werden. Ackergifte treffen nicht nur die Lebewesen, gegen die sie eingesetzt werden. Sie vernichten sowohl Wildkräuter als auch Insekten. Fehlen die Insekten, fehlt auch vielen anderen Tierarten die Nahrungsgrundlage.

Pestizidhersteller wie Bayer und Monsanto profitieren

Die Schäden, die Pestizide anrichten, sind also massiv. Und sie betreffen und treffen uns alle. Es gibt aber einige wenige Profiteure. Der Nettoinlandsumsatz der deutschen Pestizidhersteller beläuft sich auf satte 1,6 Milliarden Euro. Das Geschäft mit dem Gift ist einträglich. Und die Elefantenhochzeiten der Agrochemie – wie etwa die von Bayer und Monsanto – werden dafür sorgen, dass die politische Einflussnahme dieser Konzerne noch dramatischer wird, als sie es ohnehin schon ist.

Grüner Antrag zur Reduktion von Pestiziden

Von der Notwendigkeit, den Pestizidgroßeinsatz in Deutschland deutlich herunterzufahren, ist im Sondierungspapier der GroKo keine Rede. Wir aber halten daran fest: Landwirtschaft geht auch anders. In unserem Antrag schlagen wir einen Pestizidreduktionsplan vor, mit klaren Ziel- und Zeitvorgaben. Den Einsatz besonders schädlicher Stoffe wie von Glyphosat und den bienengiftigen Neonikotinoiden wollen wir ganz beenden. Wir wollen unsere Energien in die Forschung nach Alternativen stecken und die Zulassungsverfahren verbessern.

Abhängigkeit von Pestiziden beenden

Wollen wir die Landwirtschaft zukunftsfähig machen, müssen wir die momentane Abhängigkeit von Pestiziden aufbrechen. Studien zeigen, dass in der Landwirtschaft bis zu 60 Prozent weniger Pestizide eingesetzt werden könnten – ohne, dass die Ernte dadurch kleiner ausfällt. Und der ökologische Landbau zeigt seit Jahren, dass Anbau auch ganz ohne chemisch-synthetische Pestizide gelingt. Für uns ist das der Weg in die Zukunft.

Mehr zum Thema Glyphosat

Für diesen Artikel werden keine Kommentare mehr angenommen.