Atomkraft ist teuer

Atomkraft senkt die Preise nicht

Tatsächlich hängt der Strompreis maßgeblich von der Leipziger Energiebörse ab. Hier entscheidet nicht das billigste, sondern das teuerste Kraftwerk über den Preis. Daran ändert auch eine Laufzeitverlängerung für deutsche AKWs nichts. Berechnungen des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) und des Öko-Instituts kommen zu dem Ergebnis, dass ein durchschnittlicher Haushalt durch Verschieben des Ausstiegs gerade einmal 12 bis 50 Cent im Monat beim Strom sparen würde. Schon der Austausch einer einzigen 60-Watt-Glühbirne durch eine Energiesparlampe entlastet einen Haushalt mehr als längere Laufzeiten für deutsche AKWs.

Den AKW-Betreibern aber würde eine Laufzeitverlängerung dagegen jedes Jahr 8,2 bis 10,5 Mrd. Euro zusätzlich in die Kassen spülen. Nicht Klimaschutz oder gar die Sorge um die Strompreise haben die Atomkonzerne im Blick, sondern wieder einmal nur die Maximierung ihrer Profite.

AKW sind unbezahlbar

Ins Reich der Legenden gehört auch die These, dass Atomkraft die Abhängigkeit von teuren Energieimporten verringere und so die Energiepreise senken könne. Atomkraft erzeugt ausschließlich Strom und ersetzt damit praktisch kein Öl und nur sehr wenig Erdgas. Dafür ist die Atomkraft selbst zu 100 Prozent vom Import von Uran abhängig. Energieunabhängigkeit ist so nicht zu erreichen, das geht nur mit erneuerbaren Energien.

Dazu kommt, dass Atomstrom keineswegs preiswert ist. Atomkraft ist die einzige Technik, die auch 50 Jahre nach Markteinführung noch hohe Subventionen braucht. Dabei wurde sie in der Vergangenheit bereits kräftig mit Steuergeldern bedacht, in Deutschland wird die Gesamtsubvention auf bis zu 100 Milliarden Euro geschätzt. Der Neubau von AKWs erfordert eine Investition von 3.500 bis 5.000 Euro pro Kilowatt, das entspricht etwa dem fünffachen Preis eines modernen Gaskraftwerks. Nicht zuletzt deshalb ist die Atomtechnologie die einzige, die 50 Jahre nach der Markteinführung immer noch hoch subventioniert werden muss.

Wie teuer neue AKWs sind, zeigt sich gerade im finnischen Olkiluoto wo sich der AKW-Neubau immer wieder verzögert und bereits heute Mehrkosten von mindestens 1,5 Mrd. Euro aufweist. Auch auf der zweiten europäischen AKW-Baustelle im französischen Flamanville gibt es nichts als Pannen und Pleiten. Ende Mai 2008 hat die Atomaufsicht den Weiterbau wegen technischer Probleme vorerst gestoppt.

 

Mehr zum Thema Atomausstieg

Für diesen Artikel werden keine Kommentare mehr angenommen.

241979