Atomausstieg Atomkraft verbaut die Zukunft

Rostiges Fass mit Kennzeichnung "Radioaktiv"

Atommüll – Hypothek für kommende Generationen

Auch nach über 50 Jahren ziviler Nutzung der Atomenergie existiert weltweit kein Endlager für hochradioaktiven Müll. Und trotzdem wird weiter fortlaufend Atommüll produziert. Allein in Deutschland wissen wir heute bereits nicht wohin mit 5.500 Tonnen hochradioaktiven und rund 110.000 m³ schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Durch den Atomausstieg wird die Müllmenge auf rund 24.000 m³ hochradioaktiven und 256.000 m³ schwach- und mittelradioaktiven Atomabfalls begrenzt. Würde Deutschland, die Laufzeit der Atomkraftwerke verlängern, würde die Atommüllmenge weiter wachsen. Schon eine Verschiebung des Ausstiegs um acht Jahre würde die Menge abgebrannter Brennelemente um 31% erhöhen.

Die Suche, Planung, Errichtung, Lagerung und der Verschluss eines Endlagers in Deutschland sind Aufgaben, die von unserer Generation, die den Atomstrom konsumiert hat, gelöst werden müssen. Es besteht jedoch die Verpflichtung, nicht den erstbesten, sondern den bestmöglichen Standort für die Endlagerung von radioaktivem Müll zu finden. Das ist eine Frage der Generationengerechtigkeit!

Ein schlüssiges Endlagerkonzept gibt es jedoch derzeit in Deutschland nicht. Die umstrittenen Erkundungsarbeiten am Standort Gorleben (hochradioaktiver Atommüll) beruhen nicht auf dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik. Der Versuch der damaligen rot-grünen Bundesregierung, ein geordnetes Verfahren für eine Suche nach wissenschaftlichen Kriterien zu initiieren, wird durch die große Koalition boykottiert. Dabei liegt seit 2003 ein von allen Seiten anerkannter wissenschaftlich fundierter Abschlussbericht des "Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte" (AKEnd) vor, der Vorschläge für eine transparente und ergebnisoffene Suche mit größtmöglicher Beteiligung der Öffentlichkeit gemacht hat. Anstatt diesen Ansatz weiterzuverfolgen, verspielt die schwarz-rote Bundesregierung die einmalige Chance, gemeinsam mit der Ländermehrheit ein fundiertes und ergebnisoffenes Endlager-Suchverfahren einzuleiten.

Das schlimme Scheitern der bisherigen Endlagerprojekte in Morsleben sowie des "Forschungsendlagers" Asse II zeigt auf fatale Weise, was geschehen kann, wenn man sich auf die Aussagen der Atombefürworter verlässt. Die suggerieren, es sei ja alles nicht so schlimm. Falsch gedacht. Das Endlager Morsleben drohte lange Zeit einzustürzen. Und im Atomendlager Asse, in dem ca. 125.000 Fässer radioaktiver Müll lagern, tritt Wasser ein, das aus undichten Fässern radioaktiv verseucht wird. Niemand kann derzeit ausschließen, dass sie ins Grundwasser sickert. Die Tauglichkeit von Salzstöcken als Endlager steht damit erneut grundsätzlich in Frage.

Um bis 2030 den bestmöglichen Endlagerstandort zu haben, muss jetzt eine wirkliche, bundesweite und ergebnisoffene Standortsuche initiiert werden, die:

  • verursacherfinanziert sein muss, sprich: dafür zahlen die AKW-Betreiber;
  • den bestmöglichen Standort in einem transparenten Verfahren ermitteln muss;
  • sich am Verfahrensvorschlag des Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte orientieren muss;
  • eine echte Bürgerbeteiligung gewährleisten muss.

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242002