Verkehrswende Grüner Autogipfel

Grüner Autogipfel 2017

Der Skandal hält an: Auch Diesel-Pkw der neuesten Produktion vergiften die Luft. Der Abgasskandal ist jedoch viel mehr als ein Kratzer im Lack der Automobilwirtschaft. Er macht klar:

Wir müssen insgesamt umsteuern und mit der Verkehrswende raus aus dem fossilen Verbrennungsmotor. Aus Klimaschutzgründen werden ab dem Jahr 2030 weltweit Neuwagen mit Benzin- und Dieselantrieb kaum noch eine Chance haben. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss sich die deutsche Automobilindustrie von Entwicklung und Bau fossiler Verbrennungsmotoren lösen und mit innovativen Antrieben und neue Mobilitätsdienstleistungen vorangehen.

Autombilindustrie im Umbruch

Die Automobilindustrie steht damit vor dem größten Umbruch ihrer Geschichte. Was muss jetzt passieren, damit wir bei der umweltfreundlichen Elektromobilität auf die Überholspur kommen? Wie kriegen wir Innovationen schneller auf die Straße? Wie sichern wir in Wolfsburg, Dingolfing, Rüsselsheim und Co. wertvolle Arbeitsplätze? Diese und andere Fragen haben wir am 26. April mit zahlreichen Experten auf dem "Grünen Autogipfel" diskutiert.

Wir Grüne im Bundestag wollen einen neuen industriepolitischen Kurs setzen, mit der wir die Stärke unserer Automobilwirtschaft erhalten. Dazu wurde auf dem Autogipfel eine grüne Roadmap vorgestellt. Während vor allem China die Regeln für den Automobilmarkt neu bestimmt und eine feste Absatzquote für Elektroautos einführt, versäumt es die Bundesregierung, eine neue industriepolitische Strategie für unsere Automobil- und Zulieferunternehmen zu entwickeln. Sie konserviert eine Steuer- und Ordnungspolitik für schmutzige Diesel und Fahrzeuge mit hohem Spritverbrauch.

Die Autoindustrie der Zukunft

Für eine Autoindustrie mit Zukunft wollen wir dafür sorgen, dass Deutschland vorangeht und das Jahr 2030 als Zeitpunkt festlegt, ab dem kein Auto mit fossil betriebenem Verbrennungsmotor mehr vom Band rollt. Um Elektroautos in Fahrt zu bringen, werden wir ein Bonus-Malus-System in die Kfz-Steuer einbauen, der einen klaren Kaufanreiz schafft - interessanterweise ein Vorschlag, der auf dem Kongress auch auf Zustimmung aus den Reihen der Automobilindustrie traf. Zudem werden wir die Steuerprivilegien für Diesel und für dicke Dienstwagen abbauen. Um die Luftqualität in belasteten Kommunen zu verbessern, setzen wir uns für die Einführung blauer Umweltzonen ein.

Automobilindustrie muss nachrüsten und umbauen!

Wir fordern die Hersteller dazu auf, Diesel-Pkw so nachzurüsten, dass sie die europäischen Umweltvorgaben im Straßenbetrieb einhalten.

Übertragung vom Vormittag

Übertragung vom Nachmittag

Programm

11.00

Begrüßung: Dr. Anton Hofreiter MdB
Fraktionsvorsitzender

11.10

Auf dem Weg zum emissionsfreien Auto – grüne Thesen

Cem Özdemir MdB

11.20

Märkte und Technologien im Wandel – Mit welcher Politik gestalten wir erfolgreich die Mobilität von morgen?

Cem Özdemir MdB im Gespräch mit

Wilko Stark, Daimler AG

11.50

Umweltschutz und Transformation – Dieselgate, Auslöser für die Transformation in der Automobilindustrie?

Oliver Krischer MdB, stellv. Fraktionsvorsitzender

im Gespräch mit

Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe

12.15

Mittagspause

13.10

Raus aus dem fossilen Verbrenner – Wie stellt sich die Automobilwirtschaft bei Klimaschutz und Elektromobilität auf?

Oliver Krischer MdB, stellv. Fraktionsvorsitzender

Dr. Thomas Steg, Volkswagen Gruppe

Martin Kaiser, Greenpeace

13.45

Eine Million Elektroautos – nicht in Sicht!
Was tun, damit das Elektroauto in Deutschland in Fahrt kommt?

Stephan Kühn MdB, Sprecher für Verkehrspolitik

Benjamin Sokolowski, Adam Opel AG

Prof. Achim Kampker, Elektromobilität DHL/Streetscooter

14.20

Das autonom fahrende Sharing-Car – Chancen und Risiken der Digitalisierung und Automatisierung

Dieter Janecek MdB, Sprecher für Wirtschaftspolitik

Prof. Dr. Stephan Rammler, Institut für Transportation Design (ITD) der Hochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig

Ellen Kuder, Door2Door GmbH

14.55

Das Auto der Zukunft - Wie erhalten wir die Arbeitsplätze in der deutschen Automobilindustrie und gewinnen neue hinzu?

Kerstin Andreae MdB, stellv. Fraktionsvorsitzende

Frank Iwer, IG Metall

Prof. Enzo Weber, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)

15.30

Fazit und Ausblick: Dr. Anton Hofreiter MdB

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3 Kommentare
Autogipfel 1. Teil mit Daimler
Klaus Hohmann 26.04.2017

Hallo und ich will es kurz machen:
Klar zu erkennen war, dass Daimler immer noch im Schwerpunkt in Verbrennung denkt und den Hybrid erst gar nicht erwähnt.
In der Summe als eher schlecht Aufgestellt ist für die Bewältigung der Fragen zu E-Mobilität.
Wir Grüne dürfen uns jetzt von den Herstellern und Zulieferern nicht wieder mit dem Arbeitsplatzargument erpressen lassen. Wir Alle wollen die Energiewende und den Klimaschutz, also geht nur, sparen bei der Energie und der Mobilität und Qualifizierung und Weiterbildung auf neue Technologien dann können wir die grosse Herausforderung meistern.

Danke und viel Glück für uns Alle.

Wieso 2030?
Michael Brod 02.05.2017

Andere europäische Nachbarstaaten planen ab 2025 keine Kraftfahrzeuge mit Verbrennerantrieb zuzulassen. So sollte es auch im Wahlprogramm der Grünen stehen. Die deutsche Automobilindustrie ist nur mit klaren Zielen zu retten.

Alternative Mobilität fördern - auch mit Hilfe der Mineralölsteuer
Horst Leder 07.05.2017

Ich weiß, dass sich die Grünen mit diesem Thema schon mal die Finger verbrannt haben (Stichwort 5 € je Liter Benzin). Trotzdem bleibt doch die steuernde Wirkung der Energie/Mineralölsteuer wohl unbestritten.
2016 war das Tanken billig wie nie (http://www.t-online.de/auto/news/id_76629480/benzinpreise-2016-war-billigstes-tank-jahr-seit-sieben-jahren.html). Wieso fordern die Grünen keine Erhöhung der Mineralölsteuer und die Beendigung der steuerlichen Bevorzugung des Diesels?
Auch so lässt sich alternative Mobilität (Elektro-, Fahrrad, Bahn) fördern.
Ansonsten kann ich mich dem Vorkommentar (Wieso 2030?) nur anschließen.

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