VogelsterbenWeniger Vögel auf Feld und Flur

Ein Kiebitz im Gras
Wir haben in den letzten 20 Jahren über 80 Prozent der Insekten verloren, die Hälfte der Vögel ist verschwunden, vom Kiebitz (Foto) sind gerade noch 20 Prozent übrig. Die Bundesregierung legt aber nur eine Mini-Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes vor. Für den Natur– und Artenschutz werden die minimalen Änderungen nichts bringen. Wir brauchen endlich eine Agrarwende zum Schutz der Natur.

Die Zahl der Vögel nimmt dramatisch ab. In einer neuen Studie hat die grüne Bundestagsfraktion jetzt untersuchen lassen, welche Ursachen der große Rückgang der Feldvögel hat. Die Ergebnisse sind deutlich – und leider wenig überraschend.

Zu viel Gifte, zu wenig Lebensräume

Die industrialisierte Landwirtschaft macht den Feldvögeln am Meisten zu schaffen. So ist die Trockenlegung und Zerstörung von Feuchtgebieten und die Umwandlung von Grünland ein Hauptfaktor. 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Offenlandbiotope werden in der Roten Liste mit hohem Verlustrisiko geführt und drohen somit zu verschwinden.

Dazu kommen Pestizide, die massenhaft auf die Felder gespritzt werden. Ihre Menge ist in den letzten 20 Jahren um rund 65 Prozent gestiegen, die eingesetzte Wirkstoffmenge stieg von 1994 bis 2015 von etwa 30.000 Tonnen auf über 48.000 Tonnen an.

Die Ackergifte treffen nicht nur die Lebewesen, gegen die sie eingesetzt werden. Sie vernichten sowohl Wildkräuter als auch Insekten. Ackerwildkräutern nahmen seit 1950/60 um 71 Prozent ab. Damit schwinden auch die Insekten, und für Vögel verringert sich die Nahrungsgrundlage.

Agrarwende schützt Vögel

Es dringend erforderlich, in der Agrarpolitik drastisch umzusteuern. Wir setzen uns dafür ein, dass Gelder aus öffentlichen Kassen nur noch für öffentliche Leistungen der Landwirtschaft verwendet werden. Wir brauchen mehr Ökolandbau, eine ambitionierte Politik, um Pestizideinsatz drastisch herunterzufahren und einen effektiven Schutz für das Grünland.

Bereits Anfang Mai hatte unsere Kleine Anfrage an die Bundesregierung aufgezeigt, wie dramatisch die Situation der Vögel inzwischen ist. Demnach ist in der EU die Zahl der Brutpaare in landwirtschaftlichen Gebieten zwischen 1980 und 2010 um 300 Millionen Tiere zurückgegangen. Das ist ein Minus von 57 Prozent.

In Deutschland nahm der Bestand der Feldlerche zwischen 1990 und 2013 um 35 Prozent ab, das ist noch wenig im Vergleich zum Kiebitz, dessen Zahl um 80 Prozent einbrach, oder zu den Rebhühnern, die um 84 Prozent zurückgingen. Am meisten betroffen sind die Vögel in Agrarlandschaften.

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1 Kommentar
Kein Vogel mehr im September 2017
Vogelfreund 07.09.2017

Hilfe es ist erschreckend!
Keine Amsel mehr, keine Meise!
Selbst Allerweltsvögel sind mit einem Schlag alle weg.
Was ist hier los? Will man uns vergiften, oder ist das eine Krankheit?
So eine Totenstille habe ich noch nie erlebt!

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