KonferenzberichtDrei Jahre danach - Konsquenzen aus dem NSU-Terror

Seite 2: Filmvorführung und Diskussion

Zum Auftakt der Konferenz am 7. November 2014 hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, im Eiszeit-Kino in Berlin Kreuzberg den Film „Der blinde Fleck“ zu sehen. Im Anschluss fand unter dem Motto „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“ eine Diskussion statt. Es debattierten Clara Herrmann, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus der grünen Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus mit Ulrich Chaussy, Co-Autor des Drehbuchs, Journalist und Autor sowie Hans-Christian Ströbele MdB, Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium, über die Hintergründe und den Umgang der Behörden mit dem Oktoberfestanschlag.

Hans-Christian Ströbele berichtete, dass er das Thema seit Jahrzehnten in seiner parlamentarischen Arbeit hartnäckig verfolge. Erst im Oktober richtete die grüne Fraktion eine parlamentarische Anfrage an die Bundesregierung , wegen der vielen noch immer nicht gelösten Unklarheiten im Ermittlungsverfahren.

So wurden offensichtlich zahlreiche Hinweise, die die Einzeltäterthese widerlegen und etwaige Verbindungen zur „Wehrsporttruppe Hoffmann“ ignoriert bzw. ihnen nicht ausreichend nachgegangen. Auch sei nicht nachvollziehbar, warum Hinweise auf Verbindungen zu Bombenanschlägen rechter Täter in Italien nie verfolgt wurden. Entsprechende Aussagen wurden bis heute von deutschen Ermittlern ebenso wenig wie die Unterlagen der Untersuchungskommission Terrorismus und Massaker des italienischen Senats, die sich von 1994 bis 2000 auch mit Spuren nach Deutschland befasste, beigezogen.

Die Gäste im vollbesetzten Kreuzberger Eiszeit-Kino nutzten die Gelegenheit zum fundierten und ausgiebigen Informationsaustausch und stellten noch viele Fragen.

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