Integration von GeflüchtetenGekommen um zu diskutieren - Integrationsdialoge 2016

Am 27. Oktober 2016 fand in Hannover unter dem Titel "Muslime in Deutschland" der dritte Termin der Veranstaltungsreihe "Integrationsdialoge 2016" statt. Von links: Katrin Göring-Eckardt (Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag), Dr. Peyman Javaher-Haghighi (kargah e. V.), Ahmad Mansour (Autor) und die Moderatorin Canan Topçu (Journalistin).

Ganz Deutschland spricht über die Integration von Geflüchteten. Millionen Menschen engagieren sich gemeinsam für ein gutes Zusammenleben. Mit einer fünfteiligen Veranstaltungsreihe hat die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Nürnberg, Dresden, Hannover, München und Bremen den Dialog vor Ort gesucht, um die Debatte zur Integration von geflüchteten Menschen in Deutschland zu vertiefen.

Nürnberg: Integrationspolitisches Zwischenfazit

In Nürnberg begann die Diskussion mit einem Zwischenfazit der gegenwärtigen Integrationspolitik: Die flüchtlingspolitische Sprecherin Luise Amtsberg diskutierte gemeinsam mit dem Autor Hassan Ali Djan, Helen Vierkötter vom Bayrischen Flüchtlingsrat und Florian Schromm von der Handwerkskammer in Mittelfranken, moderiert von der Nürnberger Journalistin Franziska Holzschuh. Im Mittelpunkt stand zunächst eine Bewertung der gegenwärtigen integrationspolitischen Bemühungen, dabei bekamen insbesondere die Bundesregierung und die bayrischen Landesregierung schlechte Noten. So betonten verschiedene Mitwirkende, dass das Integrationsgesetz und die Umsetzung in Bayern dazu führen würden, dass der Zugang zum Arbeitsmarkt weiter erschwert wird.

Dresden: Möglichkeiten der Kommunikation

Die Integration der Geflüchteten war der Ausgangspunkt für eine Podiumsdiskussion in Dresden zur Frage der Kommunikation von kontroversen politischen Themen. Mit Superintendent Christian Behr, Grit Hanneforth (Kulturbüro Sachsen), Markus Nierth (evangelischer Theologe und Autor) und der Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt diskutierte Moderator Michael Bartsch Themen wie Formen des Dialogs, die Distanz von Teilen der Bevölkerung zur Politik und Möglichkeiten des Umgangs damit. Dabei standen neben den eigenen Dialogbemühungen der Podiumsteilnehmende auch die Grenzen der Dialogfähigkeit im Mittelpunkt.

Hannover: Integration von Muslimen

In Hannover war der Schwerpunkt der Diskussion die Situation und der Umgang mit muslimischen Geflüchteten. Der Autor Ahmad Mansour, der Sozialarbeiter Peyman Javaher-Haghighi, Katrin Göring-Eckardt und Moderatorin Canan Topçu sprachen über das Spannungsfeld zwischen vermeintlich falscher Toleranz und dem Anspruch eine Zugehörigkeit zur Mehrheitsgesellschaft zu ermöglichen. Unter reger Beteiligung des Publikums wurde deutlich, dass der konstruktive Austausch mit den Herausforderungen der Integration und die schnelle Erarbeitung und Umsetzung von geeigneten Maßnahmen dringlich ist, aber politisch nur langsam vorankommt.

München: Lebenssituation von Roma

Unter dem Titel „Diskriminiert, ausgebeutet, abgeschoben“ diskutierten Anfang November in München Romeo Franz von der Hildegard-Lagrenne-Stiftung, Nadia Wehrle vom Madhouse München, der Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter, der migrationspolitische Sprecher Volker Beck und die Moderatorin Lisa Weiß über die Lebenssituation von Sinti und Roma in Deutschland. Ausgehend von der Beschreibung der verschiedenen Problemlagen und Diskriminierungserfahrungen - wie die Situation in der besonderen Aufnahmeeinrichtung in Bamberg oder die strukturelle Ausgrenzung der VertreterInnen der Sinti- und Romaverbände durch Teile der Bundespolitik - wurde die Bedeutung eine Berücksichtigung der Anliegen der Betroffenen verdeutlicht.

Bremen: Flüchtlingsfrauen in Deutschland

Die Bremer Veranstaltung war auf die besondere Situation geflüchteter Frauen ausgerichtet. Unter dem Titel „Flucht, Frauen und offene Gesellschaft“ diskutierten Mageda Abou-Khalil vom Arbeiter-Samariter-Bund Bremen, Kübra Gümüsay, Autorin, Sonja Dase vom IQ-Netzwerk, die Sozialsenatorin Anja Stahmann und frauenpolitische Sprecherin, Ulle Schauws. In der Diskussion wurde deutlich, dass Frauen, die mit einem guten Bildungsstand nach Deutschland kommen und Frauen, die (noch) keine Kinder haben, die Integration in den Arbeitsmarkt leichter gelingt. Besonders für Frauen ohne Schulabschluss bedürfe es Angebote und Strukturen, damit sie Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen. Zudem wurde sichtbar, dass trotz knapper finanzieller Mittel durchaus Möglichkeiten zur Unterstützung von geflüchteten Frauen bestehen, wie Senatorin Stahmann aufzeigte.

Fazit

Die Integrationsdialoge zeigen, dass viele Fragen die die Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft betreffen, weiter in Diskussion sind. Es gibt Konzepte wie viele unsere Gäste aufzeigen konnten. Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen wird die vielfältigen Integrationsbemühungen in der Gesellschaft weiterhin mit aller Kraft unterstützen.

Mehr zum Thema Integration Flüchtlingspolitik

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4401214