FlüchtlingeTausende minderjährige Flüchtlinge verschwunden

Flüchtlingskind alleine auf Parkplatz

8.006 minderjährige Flüchtlinge sind im Jahr 2015 in Deutschland verschwunden. Nur 2.171 Fälle wurden aufgeklärt. Das sind Zahlen die sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf Anfrage von Luise Amtsberg, flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion, ergeben. Was mit den weiter vermissten Kindern und Jugendlichen geschehen ist, darüber liegen der Bundesregierung keine gesicherten Erkenntnisse vor.

Luise Amtsberg ist angesichts der Untätigkeit der Bundesregierung besorgt: „Dass 5.835 unbegleitete Jugendliche und Kinder, die im vergangenen Jahr verschwunden sind, die Bundesregierung nicht in Alarmbereitschaft versetzen, ist traurig. Statt selbst aktiv zu werden, versucht sie mit Relativierungen und Vermutungen von der eigenen Verantwortung abzulenken. Dieser Umgang mit den verletzlichsten aller Schutzsuchenden passt zu der Kaltherzigkeit mit der jüngst schon der Familiennachzug massiv eingeschränkt wurde."

Der eigentliche Skandal neben der hohen Zahl an verschwundenen minderjährigen Flüchtlingen ist aber der, dass die Bundesregierung nur sehr wenig Initiative zeigt, die Fälle aufzuklären und Prävention zu betreiben. „Die Maßnahmen, mit denen die Bundesregierung reagieren will [mehr Erfassung und jährliche Berichte], werden an der tatsächlichen Situation nichts ändern. Wenn der Hauptgrund des Verschwindens die Weiterwanderung zu Verwandten ist, dann muss die Bundesregierung endlich dafür sorgen, dass die Jugendlichen legal und unterstützt weiterreisen können – das sieht selbst die Dublin-Verordnung vor,“ erläutert Beate Walter-Rosenheimer, ausbildungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion.

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