Tag des PeacekeepersEhrung für Friedensmissionen

zivile Mitarbeiter der 'Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen auf Haiti' treffen in Schule mit der lokale Bevoelkerung, Haiti

Die Bundesregierung lud am 01.06.2016 zum vierten Tag des Peacekeepers ein. Die Federführung für dieses nun fast schon traditionellen Treffens zur Ehrung deutscher Einsatzkräfte in internationalen Friedensmissionen lag in diesem Jahr beim Auswärtigen Amt. Almut Wieland-Karimi, die Direktorin des Zentrums für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) eröffnete die Feier. Das 2002 gegründete ZIF gehört gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt, dem Innenministerium und dem Verteidigungsministerium zu den Veranstaltern.

Im vollbesetzten Europasaal des Auswärtigen Amts würdigten, sowohl Außenminister Steinmeier als auch Innenminister de Maizière und der Staatssekretär des Verteidigungsministeriums Brauksiepe die Arbeit von je drei SoldatInnen, PolizistInnen und zivile ExpertInnen. Sie waren und sind in so unterschiedlichen Missionen im Einsatz wie EUPOL Afghanistan, EULEX Kosovo, MINSUMA Mali oder SMM Ukraine. Stellvertretend für rund 4.500 Deutschen, die sich aktuell in Einsätzen weltweit befinden, nahmen sie die Auszeichnung entgegen. Außerdem hatten sie Gelegenheit, aus ihren Einsätzen zu berichten und so einen Einblick in die oft mühsame aber lohnende Arbeit zu geben.

Auf die Höhen und Tiefen eines derartigen Engagements machte der derzeit ranghöchste deutsche „Peacekeeper“, Martin Kobler, in seiner Festrede aufmerksam. Als UN-Sonderbeauftragter und Leiter der United Nations Support Mission in Libya sprach er eindrücklich von den Bildern, die den vielen Peacekeepern in den Köpfen bleiben werden. Er mahnte ausdrücklich Reformen bei den Vereinten Nationen, aber auch den Mitgliedstaaten an. Jedes Geld, das in die Prävention von Konflikten fließe, sei wesentlich weniger als die Unsummen, die aufgewendet werden müssen, wenn ein Krieg ausgebrochen ist und ein Land wieder aufgebaut werden muss. Der Afghanistaneinsatz verschlang zeitweise in einem Monat mehr Geld als das gesamte Budget für Peacekeeping zusammen ausmacht – neun Milliarden Dollar.

Um frühzeitig und angemessen auf Krisen reagieren zu können, braucht es noch weit mehr Personal als die 200 zivilen ExpertInnen, 170 PolizistInnen und 3.400 SoldatInnen, die aktuell in Einsätzen sind. Dafür wirbt auch die grüne Bundestagsfraktion in ihrem Antrag „Mehr Anerkennung für Peacekeeper in internationalen Friedenseinsätzen“. Sie zu würdigen und sich bei ihnen zu bedanken, ist ein erster Schritt, diesen persönlichen Einsatz attraktiver zu machen.

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