RusslandPussy Riot zu Gast im Bundestag

Während ihres Besuchs in Berlin haben Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina von Pussy Riot die grüne Bundestagsfraktion besucht.

Das Treffen mit Marieluise Beck, Sprecherin für Osteuropapolitik, war nicht die erste Begegnung zwischen diesen drei Frauen. Das erste Mal haben sie sich im August 2012 im berühmt berüchtigten Chamowniki-Gericht in Moskau gesehen. Dort, wo zuvor das international kritisierte Urteil gegen Michail Chodorkowski gesprochen wurde, wurde auch den Frauen von „Pussy Riot“ der Prozess gemacht. Für ihre gewagte Aktion in der Moskauer Erlöser-Kathedrale, mit der sie das zunehmende Zusammenwachsen von Kirche und Staat in Putins Russlands anprangerten, wurden die Aktivistinnen zu zwei Jahren Haft verurteilt. Marieluise Beck hat der Urteilsverkündung beigewohnt und den politischen Charakter des Prozesses kritisiert.

Das harsche Vorgehen der russischen Justiz gegen die politische Kunst Pussy Riots löste eine internationale Protestwelle aus. Auch die grüne Fraktion nahm an den Solidaritätsaktionen für die Aktivistinnen teil. Entsprechend groß war die Freude, Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina endlich in Freiheit begrüßen zu können.

Die fast zweijährige Haft sieht man den Aktivistinnen nicht an. Die Erfahrungen, die sie in der Haft gemacht haben, werden aber ihre zukünftige Tätigkeit prägen. Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina sind dabei, eine NGO mit dem Namen „Zone des Rechts“ zu gründen. Sie wollen gegen die unmenschlichen Bedingungen und die Willkür im russischen Strafvollzug kämpfen. Die Freilassung der wenigen im Westen bekannten politischen Gefangenen kurz vor den Olympischen Spielen in Sotschi hat mit Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun. Der russische Strafvollzug bleibt ein Raum der Willkür.

Beim Treffen mit Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina ging es in erster Linie darum, wie man das Leid von inhaftierten russischen Frauen in die Öffentlichkeit tragen kann. Marieluise Beck versicherte den beiden Aktivistinnen, dass die Grünen im Bundestag aber auch im Rahmen des Europarats die Haftbedingungen im russischen Strafvollzug zum Thema machen werden.

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