FachtagungGeflüchtete Kinder und Jugendliche

Seite 10: Workshop 9, Herausforderung für Kommunen

Mit dabei: Ekin Deligöz MdB, Mitglied im Haushaltsausschuss, und Leyla Özmal, LAG Migrations und Flucht NRW

Eins steht fest: Kommunen müssen entlastet werden. Nur wie? Das war eine, wenn nicht die, Kernfrage des Workshops. Grundsätzlich waren sich alle im Workshop einig, dass es vor allem gilt, aus bereits gemachten Erfahrungen mit Integrationsprozessen - sowohl positiven als auch negativen - zu lernen und an sie anzuknüpfen, um nicht stets bei Null anzufangen.

Hinsichtlich der Verwaltung, die bisher vielerorts meist zu langsam, unkoordiniert und unstrukturiert agiert, ist eine Öffnung der (starren) Regelstrukturen sowie eine Einspeisung interkultureller Kompetenzen notwendig. Des Weiteren muss der Mangel an Man-/Womanpower und Wissen behoben werden. Häufig geht dies mit einer Erhöhung der zur Verfügung stehenden Mittel, um u.a. das Personal besser ausbilden und entlohnen zu können, einher. Sehr wichtig sind aber auch die Pflege des "institutionellen Gedächtnis" und eine verstärkte Koordination zwischen Ämtern, mitsamt einer Bündelung der ehrenamtlichen Initiativen.

Außerdem kam die Frage auf, wie das Thema Integration besser in der kommunalen Politik verankert werden kann. Eine mögliche Vorgehensweise wäre, analog zum Gleichstellungsbeauftragten, gesetzliche Grundlagen für eventuelle Widersprüche gegen Entscheidungen der Ämter zu schaffen. Sobald diese Verankerung vor Ort stattgefunden hat, wäre es dann auch möglich, Fördermittel zu gestalten und zu akquirieren.

Mit Blick auf die Zielgruppe junger Flüchtlinge wären Sonderprojekte denkbar, die durch "Maßnahmen zur sozialen und beruflichen Eingliederung", die Flüchtlinge bereits vor ihrem Eintritt in das Regelsystem abholen und ihnen das Ankommen im neuen Land erleichtern.

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