FachtagungGeflüchtete Kinder und Jugendliche

Seite 11: Workshop 10, Ausbildung von Fachkräften

Mit dabei: Stefanie Remlinger, Sprecherin für Bildungspolitik und berufliche Bildung der grünen Abgeordnetenhausfraktion, und Siegmar Alex, Schulleiter Anna-Freud-Schule Berlin

Wie gehen wir mit der Herausforderung um, schnellstmöglich viele neue (auch interkulturell) kompetente Fachkräfte auszubilden - wie soll das gehen? Braucht es beispielsweise ein Absenken von Ausbildungs-Standards? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Gesprächs.

Um mehr Fachkräfte zu gewinnen, müssen Quereinsteigerprogramme stärker gefördert werden. Hier ist viel Potenzial vorhanden, das viel zu wenig ausgeschöpft wird. Man sollte gegenwärtig nicht nur lediglich Ex-LehrerInnen anfordern, sondern auch anderes pädagogisches Personal. Zentrale Qualitätskriterien für die Fachkräfte sind Kompetenzen in der Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Interkulturelle Kompetenzen und Antidiskriminierung. Inklusion und Interkulturelle Bildung sind zwei Seiten einer Medaille. Sowohl ErzieherInnenausbildung als auch LehrerInnenbildung müssen Inklusion und interkulturelle Bildung als Basisbausteine beinhalten. Sie sind keine Zugabe sondern Grundlage. Es braucht eine Auseinandersetzung mit Heterogenität und Diversität im Hinblick auf alle: Kinder, Eltern, Teams. Entscheidend für das Gelingen von Integration sind nicht die Kulturen, sondern ist die jeweilige Familienkultur. Elternarbeit ist deshalb von zentraler Bedeutung.

Schule sollte ganz grundsätzlich eine multiprofessionelle Teamschule sein, mit gleichberechtigtem Personal. Und Schulen müssen zu Orten werden, in denen politische Bildung gelebt wird. Dazu reicht es nicht einmal die Woche eine Stunde Unterricht in gleichnamigen Schulfach zu haben. Damit sich Jugendliche nicht von der Schule entfremden, müssen im Unterricht Themen aus der Welt der SchülerInnen aufgegriffen werden.

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