FachtagungGeflüchtete Kinder und Jugendliche

Seite 3: Workshop 2, Schule

Mit dabei: Özcan Mutlu MdB, Sprecher für Bildungspolitik, und Antonia Veramendi, Schuldirektorin SchlaU-Schule

Wie werden junge Geflüchtete derzeit ins Schulsystem eingebunden? Ist ihr Recht auf Bildung und damit auch ihre Teilhabe an der Gesellschaft gesichert? Was muss sich ändern, um geflüchtete Jugendliche bestmöglich integrieren zu können?

Unter dieser Fragestellung diskutierten die TeilnehmerInnen des Workshops SCHULE über die jetzige Situation der geflüchteten Jugendlichen. Um ein sehr erfolgreiches Schul-Projekt für Geflüchtete vorzustellen, war Antonia Veramendi aus München angereist. Sie stellte die Idee hinter der SchlaU-Schule vor, die mithilfe von einem Stufenmodell die geflüchteten SchülerInnen auf ihren weiteren Lebensweg vorbereitet und Jugendlichen ermöglicht, Schulbildung nachzuholen. Auch die Vermittlung in Ausbildung und weiterführende Schulen wird durch die Schule begleitet.

Besonders gelungene Beispiele (best practice: SchlaU-Schule) können auch anderen helfen, passende Strukturen zu schaffen. Für die Integration junger Geflüchteter in Regelschulen, werden gute didaktischer Lernkonzepte für 16 bis 25 jährige benötigt. Zu Beginn ist es häufig hilfreich DolmetscherInnen einzubinden, um Geflüchteten das Zurechtkommen direkt nach ihrer Ankunft zu erleichtern und in das deutsche Bildungssystem einzuführen. Immer wieder wurde im Workshop deutlich, wie wichtig eine Koordinierungsstelle wäre, die Informationen und Zuständigkeiten an einer Stelle transparent vermittelt könnte. Die TeilnehmerInnen des Workshops sahen in den Willkommensklassen nur eine kurzfristige Lösung, der Übergang in die Regelklassen sollte rasch geschehen. Generell mangelt es jedoch an Schulplätzen. Um Sozialarbeiter, LehrerInnen und Ehrenamtliche in ihrem Engagement und ihren Kompetenzen zu stärken, müssen verstärkt Fort-und Weiterbildungen angeboten werden.

Für die jungen Geflüchteten muss das Erlernen der deutschen Sprache Priorität haben, und kann nicht in einem Hauruck-Verfahren absolviert werden. Das Lernen einer neuen Sprache braucht Zeit und Raum. Die Unterkünfte der geflüchteten SchülerInnen sind jedoch nicht gerade "lernfreundlich". Auch darum dürfen Erstunterkünfte nur eine kurze Übergangslösung sein. Die Schule ermöglicht es Kindern und Jugendliche aus dem tristen Alltag der Aufnahmeeinrichtungen raus zu kommen und ein Stück Normalität zu leben. Darum sollte es auch unbedingt vermieden werden, Geflüchtete separat in den Einrichtungen zu beschulen.

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