FachtagungGeflüchtete Kinder und Jugendliche

Seite 8: Workshop 7, Jugendhilfe/Jugendarbeit/Jugendmigrationsdienste und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Mit dabei: Katja Dörner MdB, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, und Andreas Meißner, Evin e.V., Landeskoordinator für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Berlin

Die Kinder- und Jugendhilfe hat gute Standards in Deutschland. Im Zuge des aktuellen Zustroms an geflüchteten Menschen drohen diese Standards zurückgenommen zu werden. Kinder und Jugendliche werden damit in verschiedenen Teilen Deutschlands nicht nach den einheitlich geltenden Standards des SGB VIII betreut. Diese Entwicklung darf sich nicht vorsetzen, auch wenn viele Jugendämter in Deutschland mit neuen Herausforderungen - der Betreuung und Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen - betraut sind. Andreas Meißner von EVIN e.V. und Landeskoordinator für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Berlin, gibt einen Einblick in die aktuelle Situation junger geflüchteter Menschen. Das Engagement der im Jugendbereich Tätigen ist immens, doch fehlt es häufig vor Ort an Strukturen, Personal und Geld, viele TeilnehmerInnen des Gesprächs haben mit Praxisbeispielen über die schwierige Situation junger Flüchtlinge berichtet. Wenn Jugendhilfestandards nicht eingehalten werden, gefährdet das Kinder und Jugendliche. Um Integration erfolgreich zu gestalten, braucht es eine bessere Vernetzung der Jugendarbeit, Jugendhilfe und ziviler Kräfte vor Ort. Denn gerade unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kommen völlig allein und damit ohne Unterstützung und Halt einer Familie hier an.

Die Jugendhilfe steht vor der Herausforderung in kurzer Zeit qualifizierte Strukturen zu schaffen. Hieraus ergaben sich zwei weitere Diskussionspunkte: die Rolle von Ehrenamtlichen in der Betreuung und Begleitung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge und die Qualifizierung von Personal in der Jugendarbeit. Junge Flüchtlinge zu begleiten, birgt große Herausforderungen, sei es die Abwägung einen Asylantrag zu stellen oder der Umgang mit den jungen Menschen selber, welche häufig durch Krieg und Flucht ein Trauma erfahren haben. So zeigen zwar immer auch die Grenzen des ehrenamtlichen Engagements, doch gleichzeitig sehr viel Potenzial. Patenschaften beispielsweise erleichtern jungen Flüchtlingen die Integration, können Hilfe und Unterstützung im Alltag sein. Als Ergänzung der hauptamtlichen Betreuung sind sie ein wichtiger Pfeiler. Die Förderung und Ausbildung von ehrenamtlich Aktiven, aber auch von hauptamtlichen war in diesem Zusammenhang Teil der Debatte. Wie man junge Menschen mit Migrationshintergrund, als Potenziale für eine gelingende Integration jetzt aktivieren kann wurde ebenfalls intensiv diskutiert.

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